zur Übersicht

JesusLEBT-Andacht

Lk 12,8 Ich sage euch aber: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen;
Lk 12,9 wer mich aber vor den Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.
Lk 12,10 Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden.


Eine Lästerung, die nicht vergeben werden kann? Was soll das denn sein? Was, wenn man sie schon begangen hat? Ist dann alles verloren?

Generationen von Theologen haben sich ebenso wie tausende von "Laienchristen" über die Jahrhunderte hinweg die Köpfe zerbrochen, was denn nun diese "Sünde gegen den Heiligen Geist" sein soll, in Büchern über Kirchengeschichte kann man darüber lesen, verschiedene kirchliche Gruppen streiten sich noch heute darüber und ich will hier nicht so vermessen sein zu behaupten, das Problem gelöst zu haben. Aber den Versuch einer, wenigstens groben, Klärung möchte ich doch wagen.

Jesus macht seinen Jüngern klar, worum es geht. Es geht nicht um das, was man oft übergroß vor sich sieht. Es geht nicht darum, in jedes Schema zu passen und es allen recht zu machen. Es geht um ihn selbst, um das Verhältnis von uns zu Jesus. Nur darum geht es letztlich. Wir müssen mit ihm ins Reine kommen. Das Grundproblem des Menschen ist seine Trennung von Gott. Und dieses zerbrochene Verhältnis zu Gott soll wieder hergestellt werden. Gelingt dies, wird alles wieder gut. Missling es, ist alles verloren. Aber was kann dazu führen, daß die Versöhnung ausbleibt?
Sünde ist hier, wie auch an anderer Stelle, mehr als nur eine Tat. Sie ist ein Zustand. Und dieser Zustand muß überwunden werden. Petrus wird an späterer Stelle im Lukasevangelium Jesus verleugnen (Lk 22,54ff) und trotzdem hält Jesus an ihm fest und bekräftigt nochmal seine Absicht, ihn zum Leiter der Kirche zu machen. Die Menschen, die verleugnet werden, sind die, die mit ihrem ganzen Leben Jesus leugnen (vgl. Mt 7,21ff). Und hier genau setzt auch die Sünde gegen den Heiligen Geist ein. Der Heilige Geist ist ja gerade der, der Menschen verändern kann, der ihnen die Wahrheit offenbart und sie von innen her erneuert. Und wer sich nun gegen diesen Geist stellt, dem kann nicht mehr geholfen werden, da er sich ja gerade gegen die Hilfe wehrt. Der Heilige Geist ist es, der Jesus vor den Menschen bekennt (Joh 15,26), der zeigt, daß hier die Rettung ist (Off 22,17 und 2.Kor 5,20). Wer nun Jesus trotzdem leugnet, wer sich gegen den Heiligen Geist stellt (Mt 3,28-30), der deutlich macht, daß hier die Rettung ist (Pfingstpredigt, insb. Apg2,21), wer schlicht und ergreifend nicht will (Lk 13,34), dem kann auch nicht mehr geholfen werden. Das ist sicher eine Banalität, aber keineswegs eine, die immer als solche genommen wird. Denn erstens ist es nicht leicht damit zu leben, daß Menschen zugrunde gehen, auch dann nicht, wenn sie jede Hilfe ablehnen (1.Tim 2,3f). Und zweitens wird gerade die Ablehnung der Hilfe gar nicht als Sünde angesehen. Menschen versuchen ohne Jesus als "gute Menschen" zu leben und leben gerade so in einem hoffnungslosen Zustand. Jedes andere Problem ließe sich von Gott lösen (Lk 18,25-27), aber wer sich dauerhaft gegen den Heiligen Geist stellt und sich von Jesus nicht vergeben läßt, dem wird eben auch nicht vergeben:

Lk 12,9 wer mich aber vor den Menschen verleugnet haben wird, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.

zur Andacht der letzten Woche letzte Andacht



alle Andachtenzur Übersicht