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JesusLEBT-Andacht

Lk 12,6 Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Assarion verkauft? Und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen.
Lk 12,7 Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr als viele Sperlinge.


Wir leben in einer Welt, in der der einzelne nichts zählt. Einige Ideologien haben aus dieser Not eine Tugend gemacht: Das Volk ist alles, der Einzelne nichts. Und dabei unterscheiden sie sich nicht mehr von denen, gegen die sie kämpften, die den Menschen auf einen Produktionsfaktor reduzierten. Aber auch in der westlichen Welt fragt man nicht nach dem einzelnen Menschen, man fragt nicht danach, was all unser Konsum und die verbleibende wirtschaftliche Kraft dem Einzelnen bringt, man fragt, welchen Wert der Einzelne für die Wirtschaft hat, wie er sich verkaufen kann, ob er fit ist und ob er den Erwartungen entspricht. Das gilt aber nicht nur im Wettbewerb um einen Arbeitsplatz, das gilt auch in Beziehungen bis hinein in die Familie. Was bringt mir mein Partner? Ist er attraktiv genug? Welche Alternativen gibt es? Und auch Kinder zählen oft nicht mehr um ihrer selbst willen. Oft zählt nur noch, was sie leisten, welche Schulnoten sie mit nach Hause bringen und ob man mit ihnen angeben kann. Der Mensch an sich geht unter.

Wer aber denkt an den Einzelnen, an mich persönlich? Wer nimmt mich war? Die Menschen kommen und gehen und kaum einer nimmt Notiz davon. Man stirbt im Verborgenen, in Krankenhäusern und wird schnell entsorgt. Menschen sterben, so wie anderen die Haare ausfallen. Es fällt nicht auf, wenn einer fehlt, und die wenigen, denen es auffällt, sind auch bald vergessen. Andere kommen nach oder nicht, aber es fällt nur auf, wenn irgendwelche Katastrophen große Meschenmassen aus dem Leben reißen. Dann gibt es eine Schlagzeile, eine Anmerkung in den Nachrichten und mit den nächsten Nachrichten sind die vorherigen vergessen. Wir sehen berühmte Schauspieler und nehmen zur Kenntnis, wenn in den Nachrichten von ihrem Leben und Sterben berichtet wird. Aus dem Millionenheer an Hungertoten kennen wir niemanden. Aber Gott sieht jeden.

Die Sperlinge wurden nur zum Verzehr gefangen und verkauft und sie geben so wenig ab, daß man sie nur paarweise für ein paar Cent verkauft. Selbst sie, die hinterher gebraten auf dem Teller liegen, hat Gott nicht vergessen. Wir orientieren uns oft an Menschen, fragen, wie sie über uns denken. Aber all diese Menschen vergessen uns, spätestens, wenn sie selbst vergessen sind. Gott aber denkt selbst an die Kuh, die als Steak auf unserem Teller liegt. Er vergißt niemanden. Wir kommen uns oft vergessen vor und es ist demütigend sich einzugestehen, wie gering die eigene Bedeutung ist. Hätte man diese Welt nie betreten - wer würde einen vermissen? Aber Gott wollte gerade dich in dieser Welt leben lassen. Er kennt dich bis auf jedes einzelne Haar auf deinem Kopf. Und er wird dich nie übersehen oder vergessen. Fürchte dich nicht. Gott ist bei dir.

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