Lk 9,46 Es kam aber unter ihnen der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte
sei.
Lk 9,47 Als aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er
ein Kind und stellte es neben sich
Lk 9,48 und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen,
der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich
gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.
Jesus klärt seine Jünger wieder einmal über sein Leiden
und Sterben auf. Wieder kapieren sie es nicht. Sie haben sogar Angst, nachzufragen.
Stattdessen streiten sie darum, wer von ihnen der Größte sei.
In Gedanken sehen sie schon, wie sie die Römer aus dem Land jagen,
Jesus den Thron besteigt und sie sich die besten Ministerposten unter den
Nagel reißen. Macht, Geld, Einfluß, alles worum es im Leben
geht. Am Roulette-Tisch der Großen sitzen und die Chips verteilen.
Nur einer paßt da irgendwie nicht dazu. Der König, der für
sein Volk stirbt: Jesus.
Was verbindet man mit Größe? Ist das wirklich Größe,
wenn Menschen den Bezug zu den Problemen auf der Straße verlieren?
Wenn sie es sich selbstherrlich gutgehen lassen wie Gott in Frankreich?
Wer ist wirklich groß? Jesus zeigt uns Gott, der zum Diener wird,
der sich der Kleinen und Unbedeutenden annimmt. Groß ist der, der
die Größe hat, klein zu werden. Der sich hinabbeugt zu denen,
die ihn brauchen. Die Jünger waren unbedeutend. Sie verstanden nicht
einmal, wovon Jesus sprach. Statt dessen stritten sie wie Kinder, wer der
Größte sei. Warum verschwendete Jesus seine kostbare Zeit mit
ihnen? Mit seiner sprichwörtlichen Geduld nahm er sich ihrer an. Gerade
indem er sich dieser Kinder und aller Armen, Kranken, Hilflosen, Unbedeutenden
und "Überflüssigen" persönlich annahm, zeigte er seine wahre
Größe. Diese Größe ist das Wesen Gottes und wer in
diesem Sinn solche "Kleinen" aufnimmt, der nimmt Gott auf.
zur Andacht der letzten Woche
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