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JesusLEBT-Andacht




Lk 9,43 Sie erstaunten aber alle sehr über die herrliche Größe Gottes. Als sich aber alle verwunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:
Lk 9,44 Nehmt ihr diese Worte in eure Ohren, nämlich daß der Sohn des Menschen überliefert werden wird in die Hände der Menschen.
Lk 9,45 Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, daß sie es nicht begriffen; und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen.


Hatte Jesus das nicht schon einmal gesagt? Aber offenbar hilft selbst die Wiederholung nicht. Alle staunen über die Größe Gottes. Jesus weiß, daß diese Größe Gottes und sein Leiden und Sterben für die Menschen ein Widerspruch sein muß. Die Jünger verstehen nicht, was Jesus ihnen sagt. Besonders interessant ist die Konsequenz ihres Unverständnisses: Sie fragen nicht nach. Sie fürchten sich.

Wer hat gesagt, daß, wenn wir Jesus nachfolgen, uns die Menschen zujubeln? Wer hat gesagt, daß wir als Vorbilder hingestellt werden? Wer hat gesagt, daß hier auf Erden der Gute und der Gerechte immer siegt? Was ist denn das, was wir an Jesus sehen?
Vieles scheint uns ein Widerspruch zu sein, weil wir unsere Lebenslügen lieben und Angst haben, daß jemand sie uns raubt. Man kann Ostern nicht ohne die Passion verstehen, man versteht keine Auferstehung, wenn man den Tod nicht versteht und man versteht auch nicht die "Frohe Botschaft", das "Evangelium", wenn man immer nur die Augen verschließt von der Trostlosigkeit und der Sinnlosigkeit dieser gefallenen Welt. Das Theodizeeproblem ist unser Problem, weil wir die Augen verschließen. Gott lenkt die Menschen nicht von den Problemen ab, er ist kein Seelentrostpflaster - ganz im Gegenteil, er fordert sie wieder und wieder auf, hinzusehen. Aber die Menschen haben Angst. Tragisch ist nur, daß diese Angst lähmt. Sie wird nicht überwunden, wenn man ihr immer ausweicht. Aber wenn wir uns befreien lassen zum Hinsehen, wenn wir ganz genau hinsehen, dann könnten wir vielleicht etwas von Gottes Plan hinter dem Horror erkennen. Ich glaube es ist gerade das Evangelium, das unseren Blick nicht verhüllt, sondern das uns fähig macht dieser Welt ins Gesicht zu sehen - so wie Jesus.

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