Lk 9,21 Er aber redete ihnen ernstlich zu und gebot ihnen, dies niemand
zu sagen,
Lk 9,22 und sprach: Der Sohn des Menschen muß vieles leiden und
verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten
und getötet und am dritten Tag auferweckt werden.
Harter Tobak. Petrus bekennt, wer Jesus ist. Jesus ist der Sieger, der
Chef, der absolute Machthaber. Jesus ist der Herr über Leben und Tod,
der, der allein durch seine Willensäußerung diese Welt ins dasein
gerufen hat. Was er sagt stimmt immer, da alles was er sagt spätestens
in dem Augenblick so ist, wie er es sagt. Er sagte zu Beginn der Zeit,
es werde Licht und es war Licht. Er sagte zu einer Toten sie schlafe und
sie war nicht tot sondern schlief. Er sagte zu einem Gelähmten, daß
seine Sünden vergeben sind und sie waren vergeben. Kurz darauf forderte
er ihn auf, seine Matratze zu nehmen und zu gehen und der "Gelähmte"
trug sie.
Doch was sagt Jesus nun? Er wird von Menschen, die sich für ihre
Autorität auf ihn selbst berufen, verurteilt und getötet werden.
Er muß leiden und sterben. Aber er wird auferstehen. Das ist unser
Gott. Ein dienender König. Ein Gott, der sein Leben gibt für
seine Geschöpfe. Das ist das unbegreifliche. Die Jünger sollen
darüber schweigen, denn die Menschen sollen es selbst sehen.
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>> Am Ende aller Zeiten hatten sich Milliarden von Menschen auf einer
großen Ebene vor Gottes Thron versammelt. Einige Gruppen in den vorderen
Reihen waren in eine erhitzte Diskussion verwickelt- nicht in kriecherischer
Furcht, sondern in kriegerischer Aggression.
„Wie kann Gott es wagen, über uns zu richten? Was weiß er
denn schon vom Leiden?“ keifte eine lustige Brünette. Sie schob einen
Ärmel zurück und auf ihrem Arm wurde eine eintätowiert Nummer
aus einem Nazi-KZ sichtbar. „Wir mußten Terror, Schläge, Qualen,
Tod erdulden!“ In einer anderen Gruppe schob ein schwarzer Mann seinen
Kragen herunter. „Was haltet ihr davon?“ fragte er, als eine häßliche
Spur an seinem Hals sichtbar wurde, die von einem Seil herrührte.
„Wir wurden gelyncht aus keinem anderen Grund als dem, daß wir schwarz
sind! Wir sind in Sklavenschiffen erstickt, von unseren Familien getrennt
und gequält worden, bis wir durch den Tod befreit wurden.“
Über die ganze Ebene hinweg gab es Hunderte dieser Gruppen. Jede
hatte eine Klage vorzubringen gegen Gott, der dieses Unrecht und Leiden
in der Welt zuließ. Wie glücklich er sich doch schätzen
konnte, in einem Himmel zu wohnen, in dem es nur eitel Sonnenschein und
Engeljubilieren und keine Tränen, keinen Hunger, keine Angst und keinen
Haß gab. Was wußte Gott überhaupt von dem, was der Mensch
auf dieser Erde ertragen mußte? „Gott hat jedenfalls ein recht behütetes,
abgeschirmtes Leben geführt“, stellten sie fest.
Deshalb erwählte sich jede Gruppe einen Führer, der aus denen
gewählt wurde, die am meisten gelitten hatten. Ein Jude, ein Neger,
ein Unberührbarer aus Indien, ein uneheliches Kind, ein Mensch aus
Hiroschima, einer aus einem sibirischen Strafgefangenenlager. In der Mitte
der großen Ebene trafen sie zu einer Konferenz zusammen. Schließlich
brachten sie ihren Beschluß vor. Es war ganz einfach: bevor sich
Gott qualifiziert haben würde, ihr Richter zu sein, müßte
er das erdulden, was sie erduldet hatten.
Ihr Beschluß lautete: „Gott wird verurteilt, auf der Erde zu
leben – als Mensch!“ Aber weil er Gott war, trafen sie einige Sicherheitsvorkehrungen,
um sicherzugehen, daß er seine göttlichen Kräfte nicht
benutzen könne, um sich zu helfen:
Er solle als Jude geboren werden.
Die Legitimität seiner Geburt sollte angezweifelt werden,
damit keiner wüßte, wer wirklich der Vater sei.
Er sollte solch einen gerechten aber radikalen Kurs verfolgen,
daß er den Haß, die Verdammung, die Versuche der „Liquidierung“
jeder großen, traditionellen und etablierten religiösen
Macht gegen sich aufbringen würde.
Er sollte versuchen, das zu beschreiben, was noch niemand zuvor
gesehen, geschmeckt, gehört oder gerochen hat,...
er sollte Gott dem Menschen verständlich machen.
Er sollte von seinen engsten Freunden verraten werden.
Er sollte aufgrund falsche Tatbestände angezeigt, von Geschworenen,
die Vorurteile hatten, verhört und von einem feigen Richter
verurteilt werden.
Er sollte erleben, was es bedeutet, total allein und von aller
Kreatur verlassen zu sein.
Er sollte gequält werden und sterben! Er sollte den demütigsten
Tod erleiden – mit gemeinen Dieben zusammen.
Während jeder Führer der einzelnen Gruppen seinen Teil des
Urteils vortrug, erhob sich allgemeines zustimmendes Gemurmel aus der großen
Menschenmenge. Als schließlich das Urteil gesprochen war, wurde Totenstille.
Kein Mensch sagte ein Wort. Keiner rührte sich von der Stelle.
Plötzlich wußten sie es alle...
Gott hatte sein Urteil schon verbüßt...
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Johannes 3,16 <<
aus: „one way“, Zeitschrift der Jesus people Deutschland, 1973
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