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JesusLEBT-Andacht
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2.Mo 31,15: Sechs Tage soll man arbeiten, aber am siebenten Tag ist Sabbat, völlige Ruhe, heilig dem HERRN. Wer eine Arbeit tut am Sabbattag, soll des Todes sterben.
Lk 14,1 Und es geschah, als er am Sabbat in das Haus eines der Obersten der Pharisäer kam, um zu essen, daß sie auf ihn lauerten.
Lk 14,2 Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm.
Lk 14,3 Und Jesus begann und sprach zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern und sagte: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?
Lk 14,4 Sie aber schwiegen. Und er faßte ihn an und heilte ihn und entließ ihn.
Lk 14,5 Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch, dessen Sohn oder Ochse in einen Brunnen fällt, zieht ihn nicht sogleich heraus am Tag des Sabbats?
Lk 14,6 Und sie konnten ihm darauf nicht antworten.
Jesus heilt einen Menschen. Ist das eine Arbeit? Muss er deshalb sterben?
Es ist eine Frage der Hermeneutik. Wie soll man Gottes Gebot verstehen?
Viele neigen auch heute dazu, die Bibel sehr hart auszulegen. Vor allem dann, wenn es einen selbst nicht betrifft. Wenn man einen Christen fragt, welche Sünden denn besonders schlimm seien, erhält man ziemlich sicher eine Aufzählung von Sünden, die der Christ selbst nicht begeht. Die eigenen Fehltritte sind etwas anderes. Die werden nicht selten uminterpretiert und relativiert. Lebt jemand treu in einer Ehe und hinterzieht Steuern, dann ist Ehebruch das letzte und die Steuern hinterzieht man, damit man der Gemeinde mehr geben kann (Lk 16,1-9). Jemand der keine Steuern hinterzieht wird dagegen eher fragen, wem ein Christ dienen soll: Gott oder dem Mammon (Mt 6,24).
Man würde den Pharisäern Unrecht tun, würde man sie mit Atheisten oder Agnostikern vergleichen. Es waren sehr religiöse Menschen, die für sich in Anspruch nahmen, es besonders ernst mit den Gesetzen Gottes zu nehmen. Und sie wollten sehen, ob es Jesus auch ernst ist. Aber für Jesus sind Gottes Gebote kein Selbstzweck. Auch er interpretiert sie, aber nicht zu seinem eigenen Vorteil, sondern im Sinne der Liebe zu seinen Mitmenschen.
Es gab tausende von Ausreden und Ausnahmeregelungen zum Sabbat, aber die meisten dienten der Vermeidung von eigenem Schaden. Jesus führte den Phasisäern vor Augen, dass er genau das selbe tut, aber dabei nicht an sich, sondern an seine Mitmenschen denkt.
So sollten auch wir uns immer wieder hinterfragen, wenn wir Bibelstellen für uns entkräften: Bin ich anderen gegenüber auch so nachsichtig?
Und wenn wir anderen gegenüber auf Gottes Wort pochen: Poche ich auch so auf Gottes Wort, wenn es unangenehm für mich wird?
Die Pharisäer konnten nichts antworten. Wenn wir auf diese Fragen keine befriedigende Antwort geben könnten, sollten wir unsere Haltung ändern und uns fragen: Was würde Jesus tun?
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