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JesusLEBT-Andacht



Lk 13,31 Zu dieser Stunde kamen einige Pharisäer und sprachen zu ihm: Mach dich auf und geh weg von hier; denn Herodes will dich töten.
Lk 13,32 Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe böse Geister aus und mache gesund heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet sein.
Lk 13,33 Doch muß ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern; denn es geht nicht an, daß ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem.
Lk 13,34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
Lk 13,35 Seht, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden«. Aber ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!


Die Pharisäer werden im Neuen Testament sehr oft schlecht dargestellt. Hier zeigen sie sich offenbar von einer anderen Seite. Aber ebenso wie Jesu Jünger sehen sie nur die unmittelbare Situation und nicht die heilsgeschichtliche Dimension. Und das ist ja auch nur verständlich.

Herodes als Füchsin zu bezeichnen gehört sich nicht gegenüber einem Herrscher, aber Jesus sieht ihn nicht als solchen. Jesus sieht Herodes auch nicht als Bedrohung. Er reiht ihn ein als Spielfigur, die im großen heilsgeschichtlichen Kontext für kurze Zeit eine unbedeutende Nebenrolle spielt. Es geht nicht um Herodes, es geht um Jesu Auftrag. Und der endet in Jerusalem am Kreuz. Es geht um die Menschen, die sich auf einen Gott berufen und die Gott zu sich ruft. Es geht um Gott, der durch die Geschichte immer wieder die Menschen ruft. Damals direkt die ihn warnenden Pharisäer und heute uns.

Es ist auch heute nicht einfacher geworden, hinter all den weltpolitischen Entwicklungen den Plan Gottes zu erkennen. Auch heute bannen im Guten wie im Schlechten grell leuchtende Persönlichkeiten unsere Aufmerksamkeit, die letztlich gar keinen Einfluss auf die entscheidenden Entwicklungen nehmen. Herodes entschied auch später nie über Jesu Schicksal. Er war unbedeutend. Was glauben wir heute, in wessen Hand wir sind? In der Hand unseres Chefs? In der Hand von Machtpolitikern? In der Hand des Kapitals? Wir tappen blind durch die Welt und merken oft trotz all der Nachrichten, die wir jeden Tag verarbeiten, wer das Weltgeschehen letztlich lenkt. Wir merken nicht, wer hinter allem seht und uns ruft. Wir können oft Gottes Reich nicht sehen, wie es in dieser Welt wächst, bis die Zeit kommt, da wir sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!

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