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JesusLEBT-Andacht

Lk 12,54 Er sprach aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine Wolke von Westen aufsteigen seht, so sagt ihr sogleich: Ein Regenguß kommt. Und es geschieht so.
Lk 12,55 Und wenn (ihr) den Südwind wehen (seht), so sagt ihr: Es wird Hitze geben. Und es geschieht.
Lk 12,56 Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wißt ihr zu beurteilen. Wie aber kommt es, daß ihr diese Zeit nicht zu beurteilen wißt?
Lk 12,57 Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist?
Lk 12,58 Denn wenn du mit deinem Gegner vor die Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Mühe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht etwa zu dem Richter hinschleppe; und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener überliefern und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis werfen.
Lk 12,59 Ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.


Es ist uns Menschen gegeben, Strukturen in der uns umgebenden Welt zu erkennen und zu nutzen. Das Kleinkind erkennt Strukturen in dem, was die Eltern sagen und lernt nach und nach sprechen, die Menschen erkennen den Lauf der Jahreszeiten, sie legen im Herbst Vorräte für den Winter an. Wir können planen, da wir in gewissem Umfang Voraussagen über die Zukunft machen können. Alle Naturwissenschaften existieren, weil sich Strukturen und Muster erkennen und formalisieren lassen. Mehr noch als wir heute waren die Menschen in Israel zu Jesu Zeiten vom Wetter abhängig und auch sie erkannten Muster. Vom Westen, vom Mittelmeer, kam der Regen. Vom Süden der Samum, ein trockener Wüstenwind. Die Menschen wuchsen damit auf und waren mit dem regionalen Klima vertraut.

Aber wuchsen die Menschen nicht auch mit dem Wort Gottes auf? Waren sie nicht das Volk Gottes, das Volk, das Gott aus Ägypten rettete, das Volk, das von Gott die Gesetze bekam, das Volk in dem Propheten auftraten und den Menschen die Wahrheit sagten. Waren sie nicht das Volk, dem der Messias versprochen wurde, das von Johannes dem Täufer vorbereitet wurde und das nun erlebte, wie Jesus predigte, heilte und lebte. Jesus spricht zu der Menge, aber die Menschen verstehen ihn nicht. Sie könnten ihn verstehen, sie könnten die Konsequenzen ziehen, aber sie wollen es nicht sehen.

Es ist nicht unsere mangelnde Denkfähigkeit, oder eine Wahrnehmungsstörung, die uns dazu bringt den eigenen Tod zu ignorieren. Es ist uns unangenehm und so machen wir uns lieber zu Idioten, als uns dem Unausweichlichen zu stellen. Menschen nehmen Schulden auf, ohne zu wissen, wie sie sie wieder zurückzahlen können. Menschen fügen anderen Leid zu und schließen die Augen vor dem Leid der Opfer. Und wir alle leben unser Leben in Luxus und wollen nicht daran erinnert werden, wie viele Menschen jeden Tag an Hunger sterben. Wir wissen es, aber wir wollen es nicht sehen. Stattdessen rechnen wir uns aus, wie viel Zinsen und Zinseszinsen unser Guthaben in den nächsten dreißig Jahren abwirft. Wir planen und rechnen mit dem, was uns Gewinn verspricht und ignorieren, was wirklich zählt. Dabei wissen wir nur zu gut, wo der Schuh drückt.

Die Botschaft ist nicht soft. Es ist nicht das, was wir hören wollen. Aber es ist das, was wir sehen könnten: Die Konsequenzen unseres Lebens. Der Regenwald geht zugrunde, wir reden nur nicht mehr darüber. Aids breitet sich aus wie ein Lauffeuer und wir predigen Sex ab vierzehn. Naturkatastrophen nehmen statistisch zu, die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter und die Menschen verrohen. Wir wissen, dass wir die Rechnung für all das zu bezahlen haben. Wir wissen, dass wir dabei sind die Suppe auszulöffeln, die wir uns eingebrockt haben. Und dass wir die dicksten Brocken noch vor uns haben. Und wir spüren, dass wir auch für unser eigenes Leben Rechenschaft ablegen müssen. Dabei wäre jetzt noch Zeit zu handeln. Gott würde uns vergeben und der Satan hätte keine Macht mehr über uns. Aber wir wollen es oft nicht sehen und verschließen die Augen.

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