JesusLEBT-Andacht |
Es ist traurig, dass Jesus es trotzdem noch einmal anhand eines Gleichnisses erklären muss. Aber sehen wir uns doch mal um: "Geiz ist geil", "der Ehrliche ist der Dumme", "du musst ein Schwein sein", "Geld regiert die Welt". Habgier ist salonfähig und viele Eltern wünschen sich, dass "aus ihren Kindern etwas wird" - gemeint ist aber nicht, dass sie ehrliche, nette Zeitgenossen werden, sondern dass sie möglichst viel Geld anhäufen: "Hast du was, dann bist du was".
Es ist kein Verbrechen reich zu sein, es ist aber auch kein Makel nichts zu haben. Und in dem Maße, in dem auch in Gemeinden der höher angesehen wird, der über Macht und Geld verfügt, in dem Maße machen wir uns mitschuldig an dem Streben nach Geld. Wenn jemand das sechste oder achte Gebot bricht, dann ist er ein Krimineller und wird mit Schande überschüttet, doch wenn er das zehnte bricht, dann ist er geschäftstüchtig. Wie zu Jesu Zeiten stehen die hoch im Kurs, die viel spenden (Mk 12,41-44) und wer nichts geben kann, wird auch kaum gewürdigt.
Und nun soll noch Jesus vor den Karren der Habgier gespannt werden. Jesus ist gekommen, damit der Tod seinen Schrecken verliert, aber der Erbe sieht nur das Geld. Geld ist ein wichtiges Thema, auch in Gemeinden, und der Tod wird ausgelagert. Gestorben wird heute anonym im Krankenhaus, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die einen treten Gott gegenüber und die anderen sorgen sich um das Erbe. Als ob sie selbst nie sterben würden. Das Gleichnis ist selbstredend.
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