Lk 11,14 Und er trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es geschah aber, als der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme; und die Volksmengen wunderten sich.
Lk 11,15 Einige aber von ihnen sagten: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Lk 11,16 Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel.
Was müßte geschehen, damit Menschen glauben? Geschehen Wunder, werden "natürliche" Erklärungen gesucht. In diesem Fall konnten sie nicht gefunden werden. Also wird unterstellt, Jesus habe einen Bund mit dem Teufel.
In unserer westlichen Welt wird wenig über Wunder (soweit sie sich ereignen) geredet. Wunder haben eine große Überzeugungskraft. Sie sind jedoch nicht kontrollierbar. Es ist gerade das Wesen des Wunders, daß es nicht zu beliebiger Zeit und an beliebigem Ort mit gleichem Resultat wiederholt werden kann. Doch genau diese fehlende Berechenbarkeit ist oft unerwünscht.
In manchen "charismatischen" Gottesdiensten haben sich Wunder nach einer gewissen Zeit der Anbetung einzustellen. Und wenn sie dann nicht auftreten, unterstellt man schnell eine dämonische Belastung.
In anderen Gottesdiensten würde man Exorzismus betreiben, wenn es zu Wundern käme.
Wunder kann man nicht einplanen. Man kann sie auch nicht ausschließen. Die Austreibung des Dämonen war vielleicht nicht das, was einige sehen wollten (deshalb fordern sie ein anderes Zeichen), anderen ist Dämonenaustreibung generell suspekt.
Das Eingreifen Gottes in unser Weltgeschehen ist der Wunsch vieler Christen und überhaupt vieler Menschen, egal ob nun religiös oder nicht. Aber da Gott gerade kein Konstrukt ist, keine berechenbare Größe, kein Effekt oder Gesetz, und auch kein noch so dickes Buch, wirkt er so, wie ER will.
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