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JesusLEBT-Andacht




Lk 10,3 Geht hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.

Ein Wolf in einer Schafherde... Der Wolf reißt die Schafe nach Herzenslust. Die Schafe haben schlechte Karten. Aber wie ergeht es erst einem Schaf in einem Wolfsrudel?
Jesus sendet seine Nachfolger wie Schafe mitten unter Wölfe. Wer sind hier die Wölfe, warum gleichen die 70 einer blökenden Herde und warum fordert Jesus so einen Unsinn?
Jesus sah die große Ernte vor sich. Er sah auch real einige Arbeiter vor sich. Aber dieser Anblick hat ihn wohl nicht beruhigt. Trotzdem schickt er sie los. Und zwar als Schafe unter Wölfe. - Denn - offiziell gab es ja genug Arbeiter. Aber die wurden eben nicht vom Herrn der Ernte gesandt. Und unter diesen anderen Arbeitern sollten die Jünger predigen. Die Jünger, einfache Leute zumeist, predigten z.T. unter ausgebildeten Theologen, Schriftgelehrten, Pharisäern, Sadduzäern und Priestern. Es müßte ein leichtes sein, ihre Argumente, ihre Botschaft, ihre Rede, wie ein Wolf ein Schaf, zu zerreißen. Und warum sollten sich die professionellen Arbeiter die Butter vom Brot nehmen lassen. Trotzdem sendet Jesus diese Leute unvorbereitet, ohne Ausbildung, Schulung oder Eignungstest. Und das sie eigentlich ungeeignet für den Job waren, wußten die 70 wohl auch selbst.
Aber so arbeitet Gott. Gott berief das kleinste unter den Völker (vgl. 5.Mo 7,7), ein Volk, daß immer wieder abfiel. Ein Volk, daß eigentlich nie etwas anderes sein konnte, als der Spielball der mächtigen Staaten. Doch Gott weitet seinen Plan auf die Hammelherde der Gemeinde aus. Es ist ihr Auftrag, wie Schafe unter Wölfen zu leben. Die Gemeinde lebt unter Menschen, die schlauer sind, die mehr Geld, Einfluß und Macht haben, sie lebt unsichtbar überall inmitten von Kirchen und Institutionen, und viele Wölfe sprechen "im Namen der Schafe".
Vieles, was Christen heute behaupten, klingt absurd und meist haben sie selbst keine Antworten auf die sich ergebenden Fragen. Ihre Botschaft scheint antiquiert und passt nicht zu dem, was gehört werden will. Oft zweifeln sie selbst und spüren, wie schwach sie eigentlich sind. Wie Schafe unter Wölfen.
Immer wieder wurde versucht, Gottes auserwähltes Volk auszurotten. Aber es besteht noch heute und wird weiter bestehen. Immer wieder wird dem Christentum der Untergang vorausgesagt. Doch es gibt sie noch und es wird sie weiter geben.
Die Gemeinde lebt wie Schafe unter Wölfen, aber sie lebt. Sie ist unter die Wölfe gesandt, um das Reich Gottes zu verkünden. Sie lebt nicht, weil sie sich gegen die Wölfe wehren kann, sondern weil es Gottes Wille ist, daß die Pforten der Hölle die Gemeinde nicht überwältigen sollen (vgl. Mt 16,18). Und so wird die Schwachheit der Menschen zum Zeugnis für Gottes Macht: Weil JesusLEBT, LEBEN Schafe unter Wölfen.

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