Lk 10,1 Nach diesem aber bestimmte der Herr siebzig andere und sandte
sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin
er selbst kommen wollte.
Lk 10,2 Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, die
Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, daß er
Arbeiter aussende in seine Ernte!
Kapitel 10 beginnt fast genauso wie Kapitel 9. Nur sind es diesmal siebzig
Jünger, die Jesus aussendet. Mehr und mehr geht es nicht nur um eine
Winkelsache sondern um alle Menschen. Zuerst sandte Jesus nur seine zwölf
engsten Jünger aus. Man kann das symbolisch verstehen. Gott beginnt
seine Arbeit im Kleinen, z.B. mit den zwölf Stämmen Israels,
aber je näher das Ende kommt, desto mehr weitet er seine Arbeit aus.
Mt 24,14 Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der
ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende
kommen.
Die Jünger fragten Jesus, woran man erkennen könne, daß
das Ende der Welt gekommen ist und Jesus nennt neben vielen apokalyptischen
Szenen vor allem dieses finale Zeichen.
Das Bild der Ernte, daß Jesus vor Augen steht, war für seine
Jünger nicht denkbar. Ihre Welt war klein, die meisten sind nur wenige
hundert Kilometer über ihren Geburtsort hinausgekommen. Von dem größten
Teil dieser Erde war nicht einmal bekannt, daß er existiert. Und
Jesus sieht diese riesige Ernte. Eine Ernte, die ja allein in Israel schon
gewaltig ist. Und er treibt sie nicht in einen Aktionismus. Sie sollten
auch nicht andere antreiben. Sie sollen gehen und sie sollen beten, daß
andere auch gehen. Nur so gelingt die fruchtbare Symbiose der Christen,
die Paulus mit einem Körper vergleicht, dessen Glieder sinnvoll koordiniert
zusammenarbeiten. Der Kopf bestimmt die Glieder (und es sagt nicht die
eine Hand der anderen, was sie tun müßte). Darum kann man Beten
und Tun nicht trennen. Gott beruft seine Arbeiter und Gott sendet sie in
die Ernte.
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