Lk 9,49 Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand
Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er <dir>
nicht mit uns nachfolgt.
Lk 9,50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen
euch ist, ist für euch.
Die Frage, wer unter den Jüngern der Größte sei, wurde
abgewürgt. Aber Johannes hat noch die "Konkurrenz" außerhalb
der Jünger im Blick, jemanden, der Dämonen im Namen Jesu austrieb
und dem sie es verboten hatten, weil er keiner der Ihren war. War das etwa
auch falsch?
Jesus wählte zwölf Jünger aus und nahm sie mit. Er tat
das einladend, nicht ausschließend. So wie Gott einst die zwölf
Stämme Israels auswählte, die sein Volk sein durften, so wählte
Jesus die zwölf Jünger aus. Und so wie Gott überall auf
der Welt seine Geschichte mit Menschen schrieb, die nicht zum Volk Gottes
gehörten, so war es auch bei dem, der nicht zu den Jüngern gehörte.
Das Volk Israel kam immer wieder in Kontakt mit solchen Menschen (z.B.
Jos 2). Einige wurden Proselyten, wurden also von Israel aufgenommen. Andere
wurden, wie z.B. Naaman, von Gott geheilt, kehrten zurück und beteten
Gott außerhalb von Israel an (2.Kö 5). Gott ließ sich
nie einsperren und sein Wirken sprengte schon immer die Grenzen dessen,
was wir überblicken. Schon früher im Lukasevangelium begegnete
einer, der von Dämonen befreit wurde. Den nahm Jesus nicht mit, sondern
trug ihm auf, den Menschen Hoffnung zu geben.
Gott geht seinen Weg mit uns. Wir dürfen an seiner Sache mitarbeiten.
Aber da sind auch die ganz anderen, die, deren Vorstellungen und Glaubensüberzeugungen
nicht in unser dogmatisches Konzept passen. Da sind die, die Jesus nicht
so verkünden wie wir. Die ihr Leben anders leben, als wir meinen das
tun zu müssen. Die, die nicht in unserer Gemeinde sind, die befremdlich
sind, die uns verunsichern oder sogar abstoßen. Sind wir entsetzt,
wenn auch sie zu Gott gehören? Wenn sie sogar mehr erreichen als wir?
Wenn Gott sie stärker beschenkt als uns? Wenn Gott durch sie die Welt
rettet?
Wir müssen uns fragen lassen, worum es uns eigentlich geht. Hätten
die Jünger sich nicht darüber freuen können, daß Gott
so vielen Menschen hilft?
Der, der im Namen Jesu für die gleiche Sache kämpft wie die
Jünger, unterstützt sie doch. Jesus bezieht sein Argument nicht
auf die Beziehung dieses Menschen zu ihm selbst, sondern auf die Beziehung
dieses Mitarbeiters zu den Jüngern. Er tut das alles für EUCH.
zur Andacht der letzten Woche
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