Lk 9,28 Es geschah aber etwa acht Tage nach diesen Worten, daß
er Petrus und Johannes und Jakobus mitnahm und auf den Berg stieg, um zu
beten.
Lk 9,29 Und als er betete, veränderte sich das Aussehen seines
Angesichts, und sein Gewand wurde weiß, strahlend.
Lk 9,30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, es waren Mose
und Elia.
Lk 9,31 Diese erschienen in Herrlichkeit und besprachen seinen Ausgang,
den er in Jerusalem erfüllen sollte.
Lk 9,32 Petrus aber und die mit ihm waren, waren beschwert vom Schlaf;
als sie aber völlig aufgewacht waren, sahen sie seine Herrlichkeit
und die zwei Männer, die bei ihm standen.
Lk 9,33 Und es geschah, als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu
Jesus: Meister, es ist gut, daß wir hier sind; und laß uns
drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine. Und er wußte
nicht, was er sagte.
Lk 9,34 Als er aber dies sagte, kam eine Wolke und überschattete
sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen;
Lk 9,35 und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sagte: Dieser
ist mein auserwählter Sohn, ihn hört!
Lk 9,36 Und während die Stimme geschah, war Jesus wieder allein.
Und sie schwiegen und verkündeten in jenen Tagen niemand etwas von
dem, was sie gesehen hatten.
Das sind die zwei Seiten ein und der selben Medaille. Petrus sprach
es aus: Jesus ist der Christus, der Gesalbte, der König, Herr und
Gott. Jesus prophezeit ihnen von seinem Leiden und Streben. Andererseits
können zumindest Petrus, Johannes und Jakobus durch einen schmalen
Türspalt etwas von der Großartigkeit, der Macht und der Herrschaft
Jesu erblicken. Jesus forderte seine Jünger auf, ihr Kreuz auf sich
zu nehmen und ihm nachzufolgen. Hier sehen sie zwei Nachfolger Gottes aus
der Geschichte Israels, zwei große Vorbilder, die ihr "Kreuz" auf
sich luden und Gott folgten. Sie sehen, wie sie an der Herrlichkeit Jesu
teilhaben und wie sie mit hineingenommen sind, in den Ausgang der Geschichte.
Mose steht für das Gesetz, für die Heiligkeit Gottes, in der
Schuld und Verbrechen nicht bestehen können. Elia steht für die
Prophetie, für das Wissen Gottes um die Situation und für seine
Weitsicht. Beide, Mose und Elia, stehen für die Geschichte Gottes
mit seinem Volk und beide bestätigen Jesu Tod und Auferstehung als
Erfüllung des Gesetzes und als Plan Gottes. Dieses Leiden und Sterben
ist also kein Gegensatz dazu, daß Jesus Gott ist, sondern führt
erst dazu zu verstehen, wer Gott wirklich ist. Er, der Gott der Himmel
und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt geschaffen hat, ist bereit
uns zu dienen und sogar für unsere Schuld zu sterben. Er gibt sich
in Jesus zu erkennen: Dieser ist mein auserwählter Sohn, ihn hört!
Am Ende steht Jesus allein vor ihnen. In ihm gipfelt alles.
So wie das Leid kein Selbstzweck ist, so täuschen auch die Herrlichkeit
und das Licht und die Freude nicht über den Auftrag hinweg, der noch
aussteht. Immer wieder erleben Christen in ihrem Leben Augenblicke, in
denen sie Gott spüren und erleben und in denen sie ergriffen und tief
berührt sind von seiner Liebe und Kraft. Wie groß ist der Wunsch,
diese Momente festzuhalten. Aber wir müssen sie vorerst loslassen.
Wir sind Botschafter Gottes in einer Welt die anders aussieht. Schwerer
als der Aufstieg ist der Abstieg. Wer bei uns bleibt ist Jesus.
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