Lk 8,1 Und es geschah danach, daß er nacheinander Städte und
Dörfer durchzog, indem er predigte und die gute Botschaft vom Reich
Gottes verkündigte; und die Zwölf mit ihm
Lk 8,2 und einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten
geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen
ausgefahren waren,
Lk 8,3 und Johanna, die Frau des Chuza, des Verwalters Herodes', und
Susanna und viele andere, die ihnen mit ihrer Habe dienten.
Jesus widmet sich wieder seiner Aufgabe. Er zieht umher und predigt
und verkündigt die gute Botschaft vom Reich Gottes. Bereits in Lukas
4.43, 6.60 und 7.28 begegnete uns der Begriff. Das "Reich Gottes"
ist keine räumliche Abgrenzung, innerhalb derer Gott Macht ausüben
kann. Es ist vielmehr überall dort, wo Gottes Kraft wirkt. Überall
dort, wo Jesus hinkommt, überall, wo Menschen ihn erleben, ihm glauben,
ihm vertrauen, dort ist bereits "Reich Gottes". Obwohl Gott damals, genauso
wie heute, in dieser Welt handelt, sind viele Menschen blind dafür.
Joh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich
sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes
nicht sehen.
Jesus zieht umher um den Menschen die Augen zu öffnen. Gottes Hoheit
über diese Welt steht nicht nur auf dem Papier, sondern sie wird,
bis dahin, daß Menschen von bösen Geistern und Krankheiten geheilt
werden, erlebt. Und in all dieser Großartigkeit verliert Lukas nicht den
Blick für das Menschliche. Erinnern wir uns: Lukas recherchierte u.a.
unter Augenzeugen um einen historischen "Bericht von den Ereignissen zu
verfassen, die sich unter uns zugetragen haben" (Lk 1,1ff). Dieser Bericht
sollte für "Theophilus" eine Hilfe sein: "damit du die Zuverlässigkeit
der Dinge erkennst".
Lukas beichtet auch hier wieder von vielen Wundern, die Jesus vollbrachte,
aber anders als in apokryphen Evangelien (Schriften, die den hohen Anforderungen
der Urkirche an Zuverlässigkeit nicht stand hielten), findet man keine
Sucht nach "Übernatürlichem". In seiner Arbeit ging Lukas sogar
der Frage nach, wie Jesu Leben finanziert wurde. Hier war es kein Brot
vom Himmel, wie bei der Flucht des Gottesvolkes aus Ägypten. Es waren
Frauen, die Jesus unterstützten und Gott war sich nicht zu fein, die
Hilfe anzunehmen.
Gottes Reich ist nicht nur in großen Wundertaten zu finden, sondern
genauso in der Opferbereitschaft, mit der Menschen einander gerade auch
finanziell helfen.
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