Lk 6,32 Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr
davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde.
Lk 6,33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt
ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch.
Lk 6,34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft,
welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern,
damit sie das Gleiche bekommen.
Lk 6,35 Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts
dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr
werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig gegen
die Undankbaren und Bösen.
Wir entschuldigen unser Verhalten mit dem Verweis darauf, daß
alle so handeln. Wir rechtfertigen uns damit, daß unsere Lebensweise
normal und natürlich ist. Es wird oft, gern und viel über die
hohen moralischen Ziele der Bibel geredet und gepredigt und wenn man auf
die Notwendigkeit zu sprechen kommt, in diesem oder jenem Punkt anders
leben zu müssen, wird ausdrücklich betont, daß man selbst
natürlich auch Probleme damit hat. Das klingt demütig, ist aber
eine billige Entschuldigung. Man kann predigen und keiner kann das, was
man sagt, von einem selbst erwarten. Man kann Liebe predigen und Haß
leben. Man kann Wahrheit predigen und Lüge leben. Keiner kann einem
einen Vorwurf machen. Sind wir nicht alle so? Sollten wir nicht alle in
Demut und unendlich toleranter "Nächstenliebe" akzeptieren, daß
mein Bruder/meine Schwester sich genauso gerne in dem selben Sündenschmutz
suhlt wie wir? Es ist zum Standart geworden, bei den Weisungen Jesu für
unser Leben in Selbstmitleid zu zergehen, daß wir dieses Ziel sowieso
nicht erreichen können. Also machen wir weiter wie immer...
Was würde passieren, wenn wir anfangen Jesu Weisungen umzusetzen.
Was würde geschehen, wenn wir andere Mitchristen auffordern würden,
genauso zu leben. Sicher - sie würden die gepredigten Maßstäbe
tatsächlich an uns legen. Aber wäre das nicht gerade gut? Oder
trösten wir uns damit, daß diese Maßstäbe "nur" von
der Bibel angelegt werden? Wie lautet die Ausrede für immer neues
Abdriften von Gottes Wegen, wenn wir vorleben, das man sie gehen kann und
soll. Dann wird die Ernte groß sein und die Menschen werden erkennen,
daß wir Kinder des Allerhöchsten sind, die nicht aus der Rechtfertigung
anderer, sondern aus der Kraft Gottes leben.
zur Andacht der letzten Woche
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