Lk 6,30 Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt,
fordere es nicht zurück!
Lk 6,31 Und wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen,
tut ihnen ebenso!
Sie ist alt und bekannt, die "goldene Regel": Was Du nicht
willst, daß man dir tut, daß füge auch keinem anderen
zu.
Nur: Diese Formulierung erklärt den als gerecht, der sich aus allem heraus hält und "neutral" ist. Jesus aber geht
einen entscheidenden Schritt weiter. Gerechtigkeit ist nicht (nur) das
Unterlassen von Straftaten, sondern besonders auch die aktive Liebe dem
Nächsten gegenüber. Es geht, wenn wir um Hilfe gebeten werden,
oder gar wenn uns jemand etwas wegnimmt, nicht darum, eine reine Weste
zu bewahren. Es geht darum, unsere Mitmenschen die Liebe erfahren zu lassen,
die wir uns selbst von ihnen erhoffen. Jesus hat es uns vorgelebt. Er,
als Gerechter, hätte allen Grund gehabt, die Menschen vor die Hunde
gehen zu lassen. Aber er ging zu ihnen. Er half, er heilte, er vergab,
er ließ sich dafür verspotten, verleumden und schließlich
sogar töten. Und selbst als er am Kreuz verblutete, half er noch einem
Verbrecher, der neben ihm hingerichtet wurde.
Ich möchte deshalb den Spruch von Wilhelm Busch
(Die fromme Helene) gerne etwas umformulieren:
Das Böse - dieser Satz steht fest -
Ist stets das Gute, was man läßt!
zur Andacht der letzten Woche
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