Lk 4,40 Als aber die Sonne unterging, brachten alle, die an mancherlei
Krankheiten Leidende hatten, sie zu ihm; er aber legte jedem von ihnen
die Hände auf und heilte sie.
Lk 4,41 Und auch Dämonen fuhren von vielen aus, indem sie schrien
und sprachen: Du bist der Sohn Gottes. Und er bedrohte sie und ließ
sie nicht reden, weil sie wußten, daß er der Christus war.
Lk 4,42 Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus und begab sich
an einen einsamen Ort; und die Volksmengen suchten ihn auf und kamen bis
zu ihm, und sie hielten ihn auf, daß er nicht von ihnen ginge.
Lk 4,43 Er aber sprach zu ihnen: Ich muß auch den anderen Städten
die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündigen, denn dazu bin ich
gesandt worden.
Lk 4,44 Und er predigte in den Synagogen von Galiläa.
Es war Sabbat und das Gesetz verbietet, am Sabbat Kranke zu tragen (Jer
17,21; Joh 5,10). Doch kaum war die Sonne untergegangen, also der Sabbat
zu Ende, da brachten die Menschen ihre Kranken zu Jesus. Sie glaubten in
der Tat, daß Jesus ihnen helfen könnte.
Jesus legte jedem von den Kranken seine Hände auf. Er, der Herr
des Universums, heilte nicht pauschal alle, wie man das von manchen (charismatischen)
Großveranstaltungen hört. Denn obwohl, oder gerade weil, Jesus
den Blick auf das Ganze hat, sucht er den Kontakt zu jedem Einzelnen.
Er legt die Hände auf. Damit verbindet sich Jesus mit den Menschen.
Er will von seiner heilenden Kraft weitergeben. Viele Gemeinden entdecken
endlich wieder, daß sie auch für das körperliche Wohl der
Menschen eine Verantwortung haben. Dieser Verantwortung wird man, wie auch
in der Evangelisationsarbeit, nicht durch einen besonderen Gottesdienst
gerecht, sondern in der persönlichen, liebevollen Zuwendung zu jedem
Einzelnen.
Wieder fahren viele Dämonen aus. Man könnte den Eindruck
gewinnen, zu dieser Zeit gab es mehr Besessene als heute. Ich halte diese
Annahme für naiv. Nur weil sie kaum welche ausgetrieben werden, heißt
das leider noch lange nicht, daß sie nicht viele Menschen in ihrer
Gewalt haben. Auch hier nimmt sich Jesus jedes Menschen persönlich
an.
Die ausfahrenden Dämonen schreien und erkennen ihn als den Sohn
Gottes (d.h. als die menschliche Repräsentation Gottes, als den, der
in der Autorität Gottes auftritt). Die Dämonen glauben offensichtlich
an Gott in der Art, daß sie sogar von ihm wissen. Trotzdem bringt
sie Jesus zum Schweigen. Glauben in dem Sinne, daß man etwas für
wahr hält, ist nicht daß, was Jesus möchte. Dieser "Glaube"
macht niemanden selig (Jak 2,19). Selbst der Teufel "glaubt" an Gott in
dem Sinne, daß er ihn sogar sehr gut kennt. Aber er wird dadurch
natürlich nicht gerettet. Glaube der wirklich hilft, ist Vertrauen.
Die Menschen, die ihre Kranken zu Jesus brachten, wußten nicht einfach
nur, daß dieser Jesus heilen kann. Sie vertrauten ihm ihre Kranken
auch an. Was hilft es, wenn wir glauben, daß Gott allmächtig
und allwissend ist, und wir daraus keine Konsequenzen ziehen. Wenn wir
glauben, daß uns in Jesus Gott entgegenkommt, warum vertrauen wir
uns ihm dann nicht an?
Am nächsten Tag zieht Jesus weiter. Er ist unterwegs zum Menschen.
Er sucht jeden Einzelnen. Und so zieht er weiter um Menschen vom
anbrechenden Reich Gottes zu verkünden.
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