Lk 4,14 Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiläa
zurück, und die Kunde von ihm ging hinaus durch die ganze Umgegend.
Lk 4,15 Und er lehrte in ihren Synagogen, geehrt von allen.
Dieser Textabschnitt leitet nicht nur sprachlich einen neuen Abschnitt
ein. Er knüpft auch inhaltlich wieder an Vers 1 an.
Jesus kehrt in der Kraft des Heiligen Geistes nach Galiläa zurück.
Was bedeutet es, wenn ein Mensch in der Kraft des Heiligen Geistes wirkt?
Wirkt nicht jeder Christ in der Kraft des Heiligen Geistes? Sicher nicht
ausschließlich, denn diese Kraft könnte keine Schuld hervorbringen.
Doch selbst Paulus gesteht: "(Römer 7,19) Denn das Gute, das ich will,
übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das
tue ich." Wann aber wirkt ein Mensch in der Kraft des Heiligen Geistes
und wann in eigener Kraft?
Wenn man das neue Testament - besonders die Apostelgeschichte - ließt,
gewinnt man den Eindruck, das Zeichen, Wunder und große geistliche
Umwälzungen zur Tagesordnung gehören. Passiert so etwas heute,
spricht man oft von Erweckung. Christen werden vom Heiligen Geist aufgeweckt
aus ihrem geistlichen Tiefschlaf. Sie leben wieder wie die Urchristen aus
der Kraft des Heiligen Geistes. Gute PR, Prominentenreden und schlauen
Argumente bewirken geistlich nichts, sondern allein die wirkenden Kraft
Gottes:
1Kor 2,3 Und ich (Paulus) war bei euch in Schwachheit und mit Furcht
und in vielem Zittern;
1Kor 2,4 und meine Rede und meine Predigt <bestand> nicht in überredenden
Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft,
1Kor 2,5 damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf
Gottes Kraft beruhe.
Die Kraft Gottes ist wie ein Siegel der Glaubwürdigkeit.Wenn wir geistlich tot sind, können auch menschliche Autorität oder Tradition nicht darüber hinwegtäuschen - es fehlt die Kraft: Alles ist nur heiße Luft!
1Kor 4,19 Ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und werde nicht das Wort, sondern die Kraft der Aufgeblasenen kennenlernen.
Wir betrügen uns selbst, wenn wir glauben, daß unsere Worte, unsere Argumente und unser Bibelverständnis ausreichen damit "Tote auferstehen" (nämlich Menschen, die unter der Herrschaft Satans stehen):
Apg 2,37 Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und
sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe
Brüder, was sollen wir tun?
Apg 2,38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch
lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden,
so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.
Apg 2,39 Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und
allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Apg 2,40 Auch mit vielen andern Worten bezeugte er das und ermahnte
sie und sprach: Laßt euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht!
Apg 2,41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und
an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.
Apg 2,42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und
in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
Apg 2,43 Es kam aber Furcht über alle Seelen, und es geschahen
auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.
Jesus kehrt in der Kraft des Heiligen Geistes nach Gäliläa
zurück. Diese Kraft bleibt nicht im Verborgenen. Die Kunde davon geht
hinaus. Menschen werden berührt von der Liebe Gottes.
Wie viele Evangelisationen gibt es in diesem Land? Alle Jahre wieder
- nur das Christkind kommt nicht mehr.
Wie viel Arbeit und Geld wird in immer neue Evangelisationsprojekte
gesteckt, bei denen wir hoffen, daß es die Menschen endlich "kapieren".
Wie viel Resignation wird am Ende immer wieder erfahren, wenn die Menschen,
die wir mit viel Mühe erreichen wollten, genervt abgesagt haben.
Die Menschen brauchen keine neue Lehre. Die würde ihnen auch nicht
weiterhelfen. Sie brauchen auch keine andere Religion. Sie brauchen Befreiung!
Die Kraft Gottes muß wirken und wo sie wirkt, da brechen Dämme!
Jesus geht in die Synagogen. Er fordert nicht, daß die Menschen
ihre Religion wechseln. Sie müssen auch nicht irgendwohin kommen.
Jesus lehrt in IHREN Synagogen.
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