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Selbsterlösung - Rechtfertigung


Christiane am Dienstag, den 04. November 2008 um 12:03:23 Uhr

Es wäre einmal interessant über die Rechtfertigungslehre weiter nachzudenken und inwieweit ein Mensch durch den bloßen Glauben gerechtfertigt werden kann. Die alleinige Existenz eines Menschen muß wohl überhaupt nicht gerechtfertigt werden, denn als ein Geschöpf von Gott ist natürlich jeder Mensch ein Teil von Gott und somit seine Existenz bloß durch die Existenz gerechtfertigt. Um was es also geht sind die Gedanken, der Wille und die Taten der Menschen. Gute Taten brauchen wohl vor Gott auch nicht gerechtfertigt zu werden, da gut Taten ja im Sinne Gottes sind. Böse Taten, die gegen die Ordnung und den Willen Gottes sind können durch den Glauben an Gott auch nicht gerechtfertigt werden, da sie ja gegen die Ordnung Gottes verstoßen und Gott die Menschen ja gelehrt hat das Böse zu fliehen und das Gute zu tun.
Sie können also nur dadurch wieder in Ordnung gebracht werden indem man das Böse was man getan hat bereut und wieder gutmacht und auch nicht mehr wiederholt.
Dies zeigt ja schon der alltägliche zwischenmenschliche Umgang. Wenn man einem Menschen etwas böses zugefügt hat wird normalerweise erwartet, daß man sich zumindest entschuldigt und das zugefügte böse wieder gutmacht. Wenn nun einer sagen würde „ich Glaube an Jesus Christus und damit sind alle meine Taten – ob gut oder böse – gerechtfertigt“, würde jeder sich fragen ob dieser Mensch wohl noch ganz bei trost ist, da man auf diese Weise ja auch jedes Verbrechen und sei es noch so schlimm rechtfertigen könnte.
Das der bloße Glaube oder das Wissen um Gott allein einen Menschen, eine Seele oder einen Geist nicht rechtfertigen kann zeigt ja auch das Beispiel Satans. Satan weiß um Gott und Jesus Christus und glaubt somit auch an ihn – seine Taten und sein böser Wille ist dadurch jedoch nicht gerechtfertigt. Erst wenn er seinen Willen ernsthaft ändert und Gottes Willen anfängt freiwillig nachzufolgen ( indem er z.B. dem Beispiel Jesus folgt ), wird das Wissen und der Glaube an Gott bzw. Jesus ihm in seiner Entwicklung helfen können.
Ein Kampf gegen Gott war für Satan als Geschöpf von Anfang an aussichtslos und wird es auch ewig verbleiben.
Es gibt somit keine Rechtfertigung durch den bloßen Glauben und wird sie auch nie geben können, ungeachtet davon was der Zeitgeist oder manche „Lehrer“ behaupten mögen.
Eine Selbsterlösung ohne Gott gibt es hingegen auch nicht, wie die Webbetreiberin irriger weise versucht das Werk Jakob Lorbers zu interpretieren. Gott kann zwar die Erlösung dem Menschen nicht gegen seinen Willen aufdrängen, ohne daß dieser sich dann in einem Gericht befinden würde bzw. seinem freien Willen ein Zwang angetan werden würde, dem er sich nicht widersetzen könnte – was eben einen gerichteten Zustand beschreibt bzw. bedeudet, aber der Mensch kann auch nichts tun ohne Gott, da ja seine gesamte Existenz nur von Gott abhängt. Somit kann er auch das Gute was er tut, auch wenn er es will und freiwillig tut nur mithilfe von Gott tun - und somit geht auch die Erlösung von Gott aus und nicht vom Menschen selbst. In zahlreichen Stellen im Werk von Jakob Lorber wird dies beschrieben und die Webbetreiberin kennt diese Stellen entweder nicht, will sie nicht kennen oder hat diese nicht verstanden.
Wenn nun jemand die Lehre Gottes hat, aber dennoch bei sich beschließt sich nicht danach zu richten oder vielleicht sogar das Gegenteil zu tun, ist dies ja sein / ihr freier Wille, aber er / sie kann natürlich von Gott nicht erwarten daß sein bloßer Glaube ihn dann rechtfertigen würde, und somit wird seine seelisch geistige Entwicklung letztendlich neben der Barmherzigkeit Gottes auch von seinen bzw. ihren Handlungen und Willen abhängen und inwieweit diese das göttliche wiederspiegeln.
Im großen Evangelium Johannes ( Jakob Lorber ) Band 8 Kapitel 151 wird dies verdeutlicht :

[GEJ.08_151,01] Sagte der Hauptmann: „Ich für meinen Teil bin nun schon ganz im klaren und meine, daß es auch die andern sein werden. Es ist das freilich wohl eine ganz neue Lebenslehre, die vor Dir noch keines Menschen Mund in solcher Klarheit ausgesprochen hat, obschon bei einigen mir bekannten alten Weisen darauf auch schon Anspielungen gemacht worden sind, die aber leider bei den Weltweisen selbst und noch weniger bei ihren Jüngern in eine lebendige Übung übergegangen sind und somit auch erfolglos bleiben mußten. Aber hier verhält sich die Sache ja himmelhoch anders! Denn da trittst Du als ein Meister alles materiellen und geistigen Seins und Lebens unzweifelhaft auf und lehrest uns solches klar, was sonst so manche Weltweisen nur so im Vorbeigehen unklar und sehr verworren berührt haben; und so muß denn auch alles, was Du uns hier gelehrt und gezeigt hast, wahr sein, und wer sich nach solcher Deiner Lehre richten wird, der wird auch das allzeit und sicher erreichen müssen, was Du uns als eine lebendig wahre Folge davon verheißen und best erklärt versprochen hast, und wir alle werden darum auch nicht säumen, Deine Lehre ins Werk umzugestalten.

[GEJ.08_151,02] Es ist damit aber freilich eben keine kleine Sache, und die Erfüllung Deiner Lehre wird mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen haben; aber wenn man – was uns Römern eigen ist – etwas nur recht ernst will, so kann man auch das Schwierigste ins Werk setzen. Bei mir wird es am ernsten Willen nicht fehlen; aber nun kommt es auch auf Dich, Herr und Meister, an, daß Du einem treuen und ernst wollenden Befolger und Täter Deiner Lehre mit der Allmacht Deines Geistes dann zu Hilfe kommst, so man denn als nur ein Mensch doch dann und wann schwach und müde werden könnte. Wohl kann ein Mensch mit großem Ernste seines Willens vieles und Großes erreichen; aber alles gerade doch nicht! Mit Deiner Hilfe aber könnte man schon allzeit des Erfolges sicher sein.“

[GEJ.08_151,03] Sagte Ich: „Was du wünschest, das ist schon von Ewigkeit her Dessen Sache, der in Mir wohnt, denn ohne Mich könnet ihr niemals etwas wahrhaft Verdienstliches zum ewigen Leben eurer Seele wirken! Aber dennoch muß zuvor ein jeder so viel tun, als er kann aus seinem freien Willen heraus; alles andere werde dann schon Ich ganz sicher und zuverläßlich tun.

[GEJ.08_151,04] Du mußt aber zuvor selbst ernst deine Augen von den Lockungen und Reizungen der Welt abwenden, und so auch deine andern Fleischsinne, und mußt ein Meister deiner Weltbegierden werden; wirst du das nicht, so werde Ich dich darum nicht blind, taub und stumm an deinen Leibessinnen machen, und du wirst mit ihnen gleichfort zu kämpfen haben. Aber so du es gegen deine Fleischsinne einmal nur zu einer halben Meisterschaft wirst gebracht haben, so werde Ich dich dann schon auch ehest in die ganze setzen, dessen du ganz versichert sein kannst.

[GEJ.08_151,05] Aber so ein Mensch sich auch dann und wann recht ernst vornimmt und sagt: ,Herr, von nun an werde ich unerschütterlich verharren bei meinem Vorsatze!‘, geht aber dann hinaus, und es kommen ihm wieder so reizende Dinge in der Welt vor, daß er seine Sinne nicht davon abwenden kann und er von neuem wieder schwach, wenn auch nicht böse wird, – ja, solch ein Mensch kommt nicht weiter, bleibt stets auf dem gleichen Flecke stehen und gelangt dadurch auch nicht zu einer Viertelsmeisterschaft über seiner Sinne Begierden.

[GEJ.08_151,06] In diesem Falle, wo seine Liebe zwischen den Reizen der Welt und Mir hin und her schwankt und nicht zu einer halben Stärke auf Meiner Seite gelangt, ja, da kann Ich solch einer Windfahne von einem Menschen noch nicht unter die Arme greifen und ihm eine volle Festigkeit geben. Denn den guten Anfang muß der Mensch infolge des ihm zu dem Lebensbehufe verliehenen freien Willens selbst machen; die volle Vollendung ist dann erst Meine Sache! Wenn du das so recht aufgefaßt hast, dann tue danach, und Meine Hilfe wird nicht unterm Wege verbleiben!“

[GEJ.08_151,07] Mit dem war der Hauptmann denn auch zufrieden und besprach sich darüber gleich sehr ernst mit seinen Gefährten und auch mit den andern Römern.













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