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Stefan am Donnerstag, den 04. September 2008 um 20:21:27 Uhr


588. „Und anbeten werden dasselbe alle, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuch des Lammes“, Offb.13/8, bedeutet, daß alle von der protestantischen Kirche jene Ketzerei, die unter dem Drachen und dem Tiere verstanden wird, als ein Heiligtum der Kirche anerkannten, ausgenommen die, welche an den Herrn glaubten.
Anbeten, bedeutet, wie oben, Nr. 579, 580, als ein Heiligtum der Kirche anerkennen; durch alle, die auf Erden wohnen, werden alle von der protestantischen Kirche bezeichnet, wie Nr. 558. Deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuch des Lammes bedeutet, ausgenommen die, welche an den Herrn glauben; durch Namen werden dieselben ihrer Beschaffenheit nach bezeichnet, Nr.81,122,165; das Buch des Lebens bedeutet das Wort des Herrn und jede Ihn betreffende Lehre, Nr. 256, 257, 259, 469, und weil jede Lehre der Kirche aus dem Worte sich darauf bezieht, daß man an den Herrn glauben soll, so wird unter dem im Lebensbuch des Lammes geschriebenen Namen hier auch dies verstanden. Über den Glauben an den Herrn sehe man oben Nr. 67 und 553 nach.
589. „Das von Gründung der Welt an getötet ist“, Offb.13/8, bedeutet das Göttlich-Menschliche des Herrn, sofern es von der Stiftung der Kirche an nicht anerkannt wurde.
Daß durch das getötete Lamm die Nicht-Anerkennung des Göttlich-Menschlichen des Herrn bezeichnet werde, kann man oben Nr. 59, 269 sehen, wo die Worte ausgelegt worden: Ich bin der Erste und der Letzte, und bin der Lebendige und war tot, und siehe, Ich bin lebendig in die Zeitläufe der Zeitläufe: Offb.1/17,18, ferner: Und ich sah, und siehe mitten auf dem Throne stand ein Lamm wie getötet; und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen; denn Du bist getötet worden und hast uns Gott erkauft: Offb.5/6,9. Von der Gründung der Welt an, bedeutet von Stiftung der Kirche an, sowohl der jüdischen als der christlichen. Daß die Juden die Menschheit des Herrn nicht als göttlich anerkannten, ist bekannt; daß auch die Römisch-Katholischen sie nicht anerkannten, ist auch bekannt; und daß auch die Protestanten sie nicht anerkannten, sehe man oben Nr. 294. Unter der Gründung der Welt wird hier nicht die Erschaffung der Welt, sondern die Gründung der Kirche verstanden; denn unter der Welt wird zwar im weitesten Sinne die ganze Welt verstanden, und zwar sowohl die Guten als die Bösen, zuweilen auch bloß die Bösen; im weniger weiten Sinne aber wird unter Welt dasselbe verstanden, was unter Erdkreis und unter Erde (oder Land,) verstanden wird, mithin die Kirche. Daß durch den Erdkreis die Kirche bezeichnet wird, kann man Nr. 551, und daß sie durch die Erde bezeichnet wird, Nr. 285 sehen; daß den Erdkreis und die Erde gründen bedeute, die Kirche stiften, und daß durch die Gründung und den Grund derselben die Stiftung bezeichnet werde, kann erhellen aus Jes.24/18; 40/21; 48/12,13; 51/16,17; 51/12,(13); Jer.31/37; Mi.6/1,2; Sach.12/1; Ps.18/8,16; 24/2,3; 82/5; 89/12. Daß die Welt auch die Kirche bezeichne, aus Matth.13/37-39; Joel 1/9,10; und daß der Herr von dem Glauben an Ihn der Weltheiland heiße, Joh.3/16-19; 4/42; 6/33,51; 8/12; 9/4,5; 12/46,47. Daß die Welt auch das Volk der Kirche sei, Joh.12/19; 18/20. Hieraus kann man sehen, was durch die Gründung der Welt bezeichnet wird, auch Matth.25/34; Luk.11/50; Joh.17/24; Offb.17/8.
590. „Hat jemand Ohr, der höre“, Offb.13/9, bedeutet, daß sich dieses merken soll, wer weise werden will. Daß Ohren haben bedeute, vernehmen und gehorchen und dann auch aufmerken, kann man oben Nr. 87 sehen; daß es auch heiße, wer weise werden will, erhellt aus dem Folgenden. Es heißt hier, wer Ohr hat, höre, damit man sich das Vorhergehende merke, indem man sonst nicht weise werden kann.
591. „Hat jemand gefangen geführt, der soll in Gefangenschaft kommen“, Offb.13/10, bedeutet, daß wer durch jene Ketzerei andere vom rechten Glauben und vom richtigen Wandel abbringt, durch sein eigenes Falsches und Böses in die Hölle geführt werde.
Gefangen führen bedeutet, überreden und auf seine Seite bringen, damit man jener Ketzerei, die unter dem Drachen und dem Tiere verstanden wird, Beifall gebe und anhänge; es bedeutet mithin auch, vom rechten Glauben und vom richtigen Wandel abbringen; in Gefangenschaft kommen bedeutet, durch sein eigenes Falsches und Böses in die Hölle geführt werden; unter der Gefangenschaft wird hier eine geistige Gefangenschaft verstanden, die darin besteht, daß man verführt wird, mithin vom Wahren und Guten abgeführt und ins Falsche und Böse eingeführt wird. Daß unter der Gefangenschaft im Worte jene geistige Gefangenschaft verstanden werde, kann aus folgenden Stellen erhellen:
Höret ihr Völker alle, und sehet meinen Schmerz, meine Jungfrauen und meine Jünglinge sind in Gefangenschaft gegangen: Klg.1/18.
(Gott) hat verlassen Seine Wohnung und Sein Zelt, da unter Menschen Er gewohnt, und hat in die Gefangenschaft gegeben Seine Stärke: Ps.78/60,61.
Alle deine Hirten wird der Wind weiden, und deine Buhlen werden in die Gefangenschaft abgehen; alsdann wirst du zuschanden werden ob all deiner Bosheit: Jer.22/22.
Ich werde trunken machen mein Geschoß vom Blute der Durchbohrten und der Gefangenschaft: 5Mo.32/42.
Sie sind gebeugt und gekrümmt, und ihre Seele wird in die Gefangenschaft abgehen: Jes.46/1,2.
Es hat (Jehovah) mich gesendet zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, zu predigen die Freiheit den Gefangenen und den Gebundenen, dem des Gesichts beraubten: Jes.61/1; Luk.4/18,19.
Ich werde ihn erwecken in Gerechtigkeit; er wird entlassen meine Gefangenschaft, nicht um Kaufpreis und nicht um ein Geschenk: Jes.45/13.
Du stiegest in die Höhe, führtest gefangen die Gefangenschaft: Ps.68/19.
Wird des Gerechten Gefangenschaft gelöset werden? es soll auch des Tapferen Gefangenschaft hinweggenommen, und des Wüterichs Fang errettet werden: Jes.49/24,25.
Entschüttle dich dem Staub, und setze dich, Jerusalem! Mache los dich von den Fesseln deines Halses, gefangene Tochter Sions: Jes.52/1.2. So auch anderwärts, als: Jer.48/46,47; 50/33,34; Ez.6/1-10; 12/1-12; Ob.1/11; Ps.14/7; 53/7.
Durch die Gefangenschaften der Kinder Israels von ihren Feinden, wovon im Buch der Richter, 2Kö. Kap.25.und bei den Propheten die Rede ist, wurden geistige Gefangenschaften vorgebildet und daher auch bezeichnet, wovon anderwärts. Dasselbe, was durch die Gefangenen, wird auch durch die Gebundenen bezeichnet in folgenden Stellen:
Durch deines Bundes Blut will die Gebundenen ich aus der Grube lassen: Sach.9/11. Zu dir soll kommen des Gebundenen Seufzen: Ps.79/11.
Es wird versammelt werden der Gebundene in der Grube, und sie werden in den Kerker eingeschlossen werden: Jes.24/22.
Den Erdkreis machte er zur Wüste, seinen Gebundenen öffnete er nicht das Haus: Jes.14/17.
(Der König sprach: ) Ich bin im Kerker gewesen, und ihr seid nicht zu mir gekommen: Matth.25/36.
(Jesus sprach: ) Diese Tochter Abrahams, die der Satan gebunden, sollte sie nicht gelöst werden von diesem Bande am Sabbathtage?: Luk.13/16.
592. „Wenn jemand mit dem Schwerte tötet, so muß er mit dem Schwerte getötet werden“, Offb.13/10, bedeutet, daß wer durch Falsches des anderen Seele zugrunde richtet, durch Falsches zugrunde gerichtet werde und umkomme.
Durch das Schwert, den Säbel und das lange Schwert wird Wahres, und im entgegengesetzten Sinne Falsches, beides als kämpfend bezeichnet, Nr. 52, 836; töten und getötet werden bedeutet daher, zerstören und zerstört werden, oder verderben und zugrunde gehen, was durch Falsches geschieht.
593. „Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen“, Offb.13/10, bedeutet, daß der Mensch der neuen Kirche des Herrn durch Versuchungen, die von jenen kommen, der Beschaffenheit seines Lebens und seines Glaubens nach geprüft werde.
Durch die Geduld wird hier die Geduld in den Versuchungen und dann auch die Prüfung der Beschaffenheit des Menschen in Ansehung seines Lebens nach den Geboten des Herrn und in Ansehung seines Glaubens an den Herrn bezeichnet; weswegen es heißt: Hier ist Geduld und Glaube; die Heiligen bezeichnen diejenigen, die zur neuen Kirche des Herrn gehören, besonders diejenigen in derselben, die in den göttlichen Wahrheiten sind, Nr. 586. Die Geduld wird in Beziehung auf die Versuchungen genannt, durch die der Mensch seiner Beschaffenheit nach geprüft wird, auch anderwärts in der Offenbarung, wie Kap.1/9; 2/2,3;19/3,10. Daß die Prüfung das Leben nach den Geboten des Herrn und den Glauben an Ihn betreffe, erhellt aus Folgendem daselbst: Es haben keine Ruhe Tag und Nacht die das Tier anbeten und sein Bild; hier ist Geduld der Heiligen, hier die Gottes Gebote halten und den Glauben an Jesum: Offb.14/11,12.
594. „Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen“, Offb.13/11, bedeutet die Geistlichen in den protestantischen Kirchen, die in der Lehre und im Glauben des Drachen sind in Beziehung auf Gott und die Seligmachung.
Was und wie beschaffen der Glaube des Drachen sei, sehe man oben Nr. 537. Daß es die Laien sind, die unter dem aus dem Meer aufsteigenden Tier, und die Geistlichen, die unter dem Tier aus dem Lande verstanden werden, kommt daher, daß durch das Meer das Äußere der Kirche und durch das Land ihr Inneres bezeichnet wird, Nr. 398, 567, im Äußeren der kirchlichen Lehre aber die Laien und im Inneren derselben die Geistlichen sind. Daß die Geistlichen nun beschrieben werden, erhellt aus dem einzelnen, was folgt, sofern man es im geistigen Sinne versteht, ganz deutlich aber daraus, daß dies Tier auch der falsche Prophet heißt: Offb.16/13/19,20; 20/10, besonders aus Folgendem daselbst: Ergriffen ward das Tier und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm getan, durch die er verführte, die das Malzeichen des Tieres angenommen und sein Bild angebetet hatten: Offb.19/20. Daß dieses Tier Zeichen vor dem anderen getan, durch die es jene verführte, wird in diesem Kapitel mit folgenden Worten gesagt: Und es tut große Zeichen, um zu verführen die auf Erden wohnen durch die Zeichen, die ihm gegeben wurden zu tun vor dem Tiere, indem es ihnen sagte, sie sollten dem Tiere ein Bild machen und es anbeten: Offb.13/13-15.
595. „Und es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie der Drache“, Offb.13/11, bedeutet, daß sie aus dem Worte reden, lehren und schreiben, wie wenn es das göttlich Wahre des Herrn wäre, da es doch verfälschtes Wahres ist.
Durch die Hörner wird die Macht bezeichnet; Nr. 270, 443, hier die Macht im Reden, Lehren und Schreiben, mithin im Vernünfteln und Beweisführen. Daß die Hörner wie die eines Lammes erschienen, bedeutet, daß sie jene ihre Lehre feil bieten als göttliche Wahrheiten des Herrn, weil sie aus dem Worte seien; denn unter dem Lamme wird der Herr nach Seinem Göttlich-Menschlichen und auch nach dem Worte verstanden, welches das göttlich Wahre aus dem göttlich Guten ist; daher kommt es, daß auf diesem Tiere, das auch der falsche Prophet ist, Nr. 594, zwei Hörner erschienen, die Lammshörnern glichen; daß es aber verfälschte göttliche Wahrheiten waren, wird dadurch bezeichnet, daß es redete wie der Drache; daß von denen, die im Glauben des Drachen in Beziehung auf Gott und die Seligmachung sind, alle Wahrheiten des Wortes verfälscht worden seien, sehe man oben, Nr. 566; daß dieses und jenes dadurch bezeichnet werde, daß dieses Tier zwei Hörner hatte wie ein Lamm und redete wie der Drache, erhellt deutlich aus folgenden Worten des Herrn bei Matth.24/23-24: Wenn jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus oder dort, so glaubet es nicht; es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, um, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten in den Irrtum zu führen: Siehe, Ich hab es euch vorhergesagt. Durch Christus wird ähnliches bezeichnet wie hier durch das Lamm, nämlich der Herr nach dem göttlich Wahren des Wortes; weswegen - sie werden sagen: Siehe, hier ist Christus! bedeutet: sie werden sagen, dies sei das göttlich Wahre des Wortes. Daß dasselbe aber das verfälschte sei, wird durch die Worte bezeichnet: Wenn jemand zu euch sagen wird: Hier ist Christus oder dort, so glaubet es nicht, denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen. Daß die Voraussagung des Herrn sich auf diese beziehe, erhellt daraus, daß es heißt: sie werden große Zeichen und Wunder tun und in den Irrtum führen, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten; was demjenigen ähnlich ist, was von diesem Tiere, das der falsche Prophet ist, in Offb.13/13,14 gesagt worden. Was der Herr in diesem Kapitel bei Matthäus vorausgesagt, betraf die letzte Zeit oder den letzten Zustand der Kirche, der dort unter der Vollendung des Zeitlaufs verstanden wird.
596. „Und es übte alle Macht des ersten Tieres vor ihm aus“, Offb.13/12, bedeutet, daß sie die Lehren bekräftigt haben, die durch den Drachen bezeichnet werden, und von den Laien angenommen worden sind und daß dieselben dadurch geltend geworden seien.
Daß dies die Bedeutung sei, kann man aus dem ersehen, was oben von der Gewalt gesagt worden, die der Drache dem aus dem Meer aufsteigenden Tiere gab, Nr. 575, 579; und weil dieses Tier, das der falsche Prophet ist, jene Gewalt vor dem Drachen übte, so wird nichts anderes bezeichnet, als daß sie dieselbe geltend machten durch Beweisgründe (conformationes).
597. „Und macht, daß die Erde und die auf ihr wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden ist“, Offb.13/12, bedeutet, daß so infolge der Beweisgründe festgesetzt worden sei, man müsse als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, daß, weil niemand ein gutes Werk aus sich tun, noch das Gesetz erfüllen könne, das einzige Heilmittel sei der Glaube an die Gerechtigkeit und das Verdienst Christi, Der für den Menschen gelitten und dadurch die Verdammnis des Gesetzes aufgehoben habe.
Die Auslegung hiervon unterbleibt, weil sich der Sinn aus den oben Nr. 566, (576), 577-582 gegebenen Auslegungen ergibt. Durch die Erde und die auf ihr Wohnenden werden wie oben die protestantischen Kirchen bezeichnet; anbeten bedeutet auch wie oben, als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, und zwar hier das, was unter dem Tier aus dem Meere, nachdem seine tödliche Wunde heil geworden, verstanden wird, welches eben das ist, was oben auseinandergesetzt worden.
598. „Und es tut große Zeichen“, Offb.13/13, bedeutet die Beglaubigungen, daß, was sie lehren, wahr sei, obgleich es falsch ist.
Die Zeichen bedeuten die Beglaubigungen (testificationes), daß es wahr sei, weil ehemals Zeichen geschahen, um die Wahrheit zu beglaubigen; nachdem die Zeichen und Wunder aufgehört haben, ist ihre Bedeutung noch geblieben, welche die Beglaubigung der Wahrheit ist. Hier nun bedeuten die Zeichen die vom Tiere, d.i. vom falschen Propheten gegebenen Beglaubigungen, daß sein Falsches wahr sei, weil es nach den vorgebrachten Beweisgründen nicht anders er
scheint. Daß die Beglaubigungen der Wahrheit einer Sache durch die Zeichen bezeichnet werden, erhellt aus folgenden Stellen:
(In der Vollendung des Zeitlaufes) werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder tun und in den Irrtum bringen, wo möglich, auch die Auserwählten: Matth.24/24; Mark.13/22.
Es werden auch schreckliche Zeichen vom Himmel geschehen, es werden Zeichen sein an der Sonne, dem Mond und den Sternen, und das Meer und die Wogen werden widerhallen: Luk.21/11,25.
(Jehovah) macht zunichte der Lügner Zeichen, Wahrsager macht Er toll, und wirft die Weisen zurück, macht ihre Wissenschaft zur Torheit: Jes.44/25.
Den Weg der Heiden lernet nicht, und laßt durch Zeichen an den Himmeln euch nicht aus der Fassung bringen: Jer.10/2,3.
Es sind Geister der Dämonen, welche Zeichen tun, um sie zum Kriege jenes großen Tages zu versammeln: Offb.16/14.
Ergriffen ward das Tier und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, und verführte: Offb.19/20.
Daß die Zeichen Beglaubigungen für die Wahrheit von etwas waren, erhellt noch weiter aus Folgendem:
Die Jünger sagten zu Jesu: Welches Zeichen tust Du, damit wir Dir glauben? Was wirkest Du?: Joh.6/30-33.
Die Juden, die Schriftgelehrten und die Pharisäer forderten ein Zeichen von dem Herrn, damit sie wüßten, daß Er Christus sei: Matth.12/38-40; 16/1-4; Mark.8/11,12; Luk.11/16,29,30; Joh.2/16,18,19.
Die Jünger sagten zu Jesu: Welches ist das Zeichen Deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitlaufes: Matth.24/3; Mark.13/4.
Wenn sie Dir nicht glauben und nicht auf die Stimme des ersten Zeichens hören, so werden sie doch der Stimme des nachfolgenden Zeichens glauben: 2Mo.4/8,9, des Zeichens Stimme ist die Beglaubigung.
Sie stellten unter ihnen auf die Worte Seiner Zeichen: Ps.105/27.
(Er sprach zu Achas: ) Fordere Dir ein Zeichen von Jehovah: Jes.7/11,14.
Dies sei dir das Zeichen von Jehovah: Sieh, Ich will zurückeziehen den Schatten an den Graden, der herabgestiegen an des Achas Graden durch die Sonne: Jes.38/7,8.
Hiskia sagte: Welches ist das Zeichen, daß ich hinaufgehen werde in das Haus Jehovahs: Jes.38/22.
Dies soll euch das Zeichen sein, daß Ich euch heimsuchen werde an diesem Ort, damit ihr wisset, daß Meine Worte stehen bleiben: Jer.44/29,30.
Jehovah tue an mir ein Zeichen zum Guten, daß es sehen meine Hasser und schamrot werden: Ps.26/17.
Sie mögen uns verkünden, was geschehen wird, daß unser Herz drauf merke; verkündiget ein Zeichen für die Zukunft, damit wir wissen, ob ihr Götter seid: Jes.41/22,23.
Es brüllten die Feinde mitten an deinem Fest, sie stellten ihre Zeichen als Zeichen auf: Ps.74/3,4,9. So auch anderwärts, als: Jes.45/11,13; Jer.31/20,21; Ez.4/3; Ps.65/7-(9); 78/42,43; 2Mo.7/3; 4Mo.14/11,22; 5Mo.4/34; 13/2-4; Ri.6/17,21; 1Sa.2/34; 14/10; Mark.16/17,18,20; Luk.2/11,12,16.
Ähnliches bedeuten die Bundeszeichen: 1Mo.9/13; 17/11; Ez.20/12,20. Hieraus kann man deutlich sehen, daß unter den großen Zeichen, die dieses Tier des Drachens tut, nicht Zeichen, sondern Beglaubigungen verstanden werden, die sie dafür geben, daß was sie lehren wahr sei; denn jeder Ketzer, der sich im Falschen bestärkt hat, beteuert nach der Bestärkung, daß sein Falsches war sei; denn er sieht alsdann das Wahre nicht mehr, weil die Bestätigung des Falschen eine Leugnung des Wahren ist, und das geleugnete Wahre sein Licht verliert, und insoweit als das Falsche im Lichte der Bestärkung, das ein Irrlicht ist, schön und glänzend erscheint, wird das Licht des Wahren zur Finsternis: man sehe oben Nr. 566.
599. „So daß es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen läßt vor den Menschen“, Offb.13/13, bedeutet die Beteuerung, daß ihr Falsches das Wahre des Himmels sei und daß wer es annehme, selig werde, und wer es nicht annehme, verloren gehe.
Daß dies durch jene Worte bezeichnet wird, kommt daher, daß die größten Zeichen durch Feuer vom, Himmel geschehen sind, daher es bei den Alten, wenn von der Beglaubigung einer Wahrheit die Rede war, zur gewöhnlichen Formel der Bekräftigung wurde, sie können, um dieselbe zu beglaubigen, Feuer vom Himmel fallen lassen, was soviel hieß, als sie können dieselbe so kräftig beglaubigen. Daß auch die Wahrheit durch Feuer vom Himmel beglaubigt wurde, erhellt aus Folgendem:
Daß das von Aharon dargebrachte Brandopfer durch Feuer vom Himmel verzehrt wurde: 3Mo.9/24, desgleichen - das von Elias dargebrachte Brandopfer: 1Kö.18/38.
Feuer vomHimmel imentgegengesetzten Sinne war ein beglaubigendes Zeichen, daß sie im Bösen und infolgedessen im Falschen seien, und daß sie umkommen; allein dies Feuer war ein verzehrendes Feuer, wie das Feuer vom Himmel, das zwei Söhne Aharons verzehrte: 3Mo.10/1-6.
Das Feuer, das 250 Männer verzehrte: 4Mo.26/10.
Das Feuer, das die äußersten Teile des Lagers verzehrte: 4Mo.11/1-4.
Das Feuer, das zweimal je fünfzig Mann verzehrte, die vom Könige zu Elias gesandt waren: 2Kö.1/10,12.
Feuer und Schwefel vom Himmel über Sodom: 1Mo.19/24,25.
Feuer vom Himmel, welches verzehrte die das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt umringten, wovon Offb.20/9.
Die über die Unbußfertigen erzürnten Jünger sagten zu Jesu: Willst Du, daß wir Feuer vom Himmel heißen herabfallen und sie verzehren: Luk.9/54.
Dies ist angeführt worden, damit man wisse, daß das Feuer vom Himmel die Beglaubigung, ja die Beteuerung (contestatio) bezeichne, daß eine Wahrheit wahr sei, und im entgegengesetzten Sinne, wie hier, daß Falsches wahr sei. Außerdem bezeichnet das Feuer die himmlische Liebe und den aus ihr stammenden Eifer für das Wahre, und im entgegengesetzten Sinne die höllische Liebe und den aus ihr hervorgehenden Eifer für das Falsche, Nr. 468, 494.
600. „Und verführet die auf Erden wohnen, um der Zeichen willen, die ihm zugelassen wurden zu tun vor dem Tiere“, Offb.13/14, bedeutet, daß sie durch die Beglaubigungen und Beteuerungen die Menschen der Kirche in Irrtümer führen.
Verführen bedeutet in Irrtümer führen; durch die auf Erden Wohnenden werden wie oben Nr. 578, 588, 597 die Menschen der protestantischen Kirche bezeichnet; die Zeichen, die ihm gegeben wurden zu tun vor dem Tiere, bedeuten die Beglaubigungen und Beteuerungen, Nr. 598, 599; durch das Tier aus dem Meere, vor welchem die Zeichen geschahen, wird der Glaube des Drachen bei den Laien bezeichnet, Nr. 567, und das aus dem Land aufsteigende Tier, das die Zeichen tat und anderwärts der falsche Prophet heißt, bedeutet den Glauben des Drachen bei den Geistlichen, Nr. 594. Ähnliches hatte der Herr gesagt bei Matth.24/24-26.
601. „Indem es den auf Erden Wohnenden sagt, daß sie ein Bild machen sollten dem Tiere, das die Schwertwunde hatte und lebte“, Offb.13/14, bedeutet, daß sie die Menschen der Kirche dahin bringen, als Lehre anzunehmen, daß der Glaube das einzige Heilmittel sei, weil niemand Gutes aus sich tun könne, das nicht verdienstlich wäre, und weil niemand das Gesetz erfüllen und dadurch selig werden könne.
Unter den auf Erden Wohnenden werden, wie oben Nr. 600, die Menschen der protestantischen Kirche verstanden; durch das Bild wird die Lehre dieser Kirche bezeichnet, wovon nachher, und das Bild des Tieres, das die Schwertwunde hatte und lebte, bedeutet den Satz der Lehre, daß der Glaube das einzige Heilsmittel sei, weil niemand Gutes aus sich tun könne außer Verdienstliches, und weil niemand das Gesetz erfüllen und dadurch selig werden könne: man sehe oben Nr. 576, 577f. Jede Kirche erscheint vor dem Herrn wie ein Mensch: ist sie in den Wahrheiten aus dem Worte, so erscheint sie wie ein schöner Mensch; ist sie aber in den verfälschten Wahrheiten, so erscheint sie wie ein mißgestalteter Mensch. Die Kirche erscheint so infolge ihrer Lehre und infolge des Lebens nach dieser; woraus folgt, daß die Lehre der Kirche ihr Bild ist. Dies kann man auch daraus sehen: jeder Mensch ist sein Gutes und Wahres oder sein Böses und Falsches; dieses und nichts anderes macht den Menschen zum Menschen: folglich ist es die Lehre und das ihr gemäße Leben, was das Bild des Menschen der Kirche ausmacht, das Bild eines schönen Menschen, wenn die Lehre und das ihr gemäße Leben nach den reinen Wahrheiten des Wortes gebildet sind, hingegen das Bild eines mißgestalteten Menschen, wenn sie nach den verfälschten Wahrheiten des Wortes gebildet sind. Der Mensch erscheint auch wirklich in der geistigen Welt wie irgendein Tier, es ist aber sein Trieb, der von Ferne so erscheint; die, welche im Wahren und Guten aus dem Herrn sind, erscheinen wie Lämmer und Tauben, die aber im verfälschten Wahren und im verunreinigten Guten sind, erscheinen wie Nachteulen und Fledermäuse; die in dem von der tätigen Liebe getrennten Glauben sind, wie Drachen und Böcke; die im Falschen aus dem Bösen sind, erscheinen wie Basilisken und Krokodile, und die von dieser Art sind und doch Kirchenlehren befestigt haben, wie fliegende Schlangen. Hieraus kann man sehen, daß die Lehre der Kirche und das ihr gemäße Leben unter dem Bilde des Tieres verstanden wird, das man für die auf Erden Wohnenden machte. Was sich aber weiter mit denen zutrug, die des Tieres Bild anbeteten, sehe man Offb.14/9-11; 19/20; 20/4. Ähnliches wird durch die Bilder im geistigen Sinne bezeichnet: 2Mo.20/4,5; 3Mo.26/1; 5Mo.4/16-18; Jes.2/16; Ez.7/20; 16/17; 23/14-16. Die Götzenbilder und Bildhauerarbeiten bei den Alten waren Bilder ihrer Religion, weswegen durch dieselben das Falsche und Böse der Lehre bezeichnet wurde, Nr. 459.
602. „Und es ward ihm gegeben, dem Bild des Tieres Geist zu geben, damit des Tieres Bild auch rede“, Offb.13/15, bedeutet, daß ihnen zugelassen worden sei, jene Lehre durch das Wort zu bestätigen, infolgedessen sie wie eine lebendige gelehrt wird.
Es ward gegeben bedeutet, es ward zugelassen; denn alles Falsche der Lehre kommt, wie das Böse des Lebens, durch Zulassung auf, worüber man die »Weisheit der Engel betreffend die göttliche Vorsehung« Nr.234-285, 296 nachsehen kann. Durch das Bild des Tieres wird jene Lehre bezeichnet, Nr. 601; dem Bild des Tieres Geist geben bedeutet, dieselbe aus dem Worte belegen, denn nirgends anderswoher hat eine kirchliche Lehre Geist und Leben; damit des Tieres Bild rede, bedeutet, daß sie so wie eine lebendig gemachte gelehrt werde. Daß dies verstanden wird unter dem Bild des Tieres Geist geben, damit es rede, kommt daher, daß in allen Teilen des Wortes Geist und Leben ist; denn der Herr hat das Wort gesprochen, mithin ist Er selbst in demselben; auch hat Er das Wort so gesprochen, daß das einzelne in ihm in Verbindung steht mit dem Himmel, und durch den Himmel mit Ihm selbst; der geistige Sinn in demselben ist es, durch denen die Verbindung statt hat; weswegen der Herr sagt: Die Worte, die Ich zu euch rede, sind Geist und Leben: Joh.6/63.
603. „Und macht, daß wer des Tieres Bild nicht anbetet, getötet wird“, Offb.13/15, bedeutet, daß sie die Verdammnis über diejenigen aussprechen, die ihre Glaubenslehre nicht als eine heilige Lehre der Kirche anerkennen.
Das Bild des Tieres anbeten bedeutet, ihre Glaubenslehre als eine heilige Lehre der Kirche anerkennen; denn anbeten bedeutet, als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, Nr. 579, 580, 588, 597, und durch das Bild des Tieres wird jene Lehre bezeichnet, Nr. 601; getötet werden bedeutet, geistig getötet werden, welches soviel ist als verdammt werden, Nr. 325 und anderwärts; und weil getötet werden bedeutet, verdammt werden, so bedeutet es auch für einen Ketzer erklärt und von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen werden; denn ein solcher wird in ihren Augen als ein Verdammter angesehen. Dies tun die Gelehrten von der Geistlichkeit, welche die Geheimlehren der Rechtfertigung auf niederen und höheren Schulen eingesogen haben, besonders diejenigen, die deshalb im Dünkel der Gelehrsamkeit sind: diese verdammen alle, die nicht denken wie sie und werfen, so weit sie es wagen dürfen, Bannstrahlen über sie aus. Ich kann dies anführen, weil die, welche jene Geheimnisse eingesogen hatten und deshalb im Dünkel der Gelehrsamkeit standen, in der geistigen Welt gegen diejenigen, die den Herrn allein anbeten und den bloßen Glauben nicht für das einzige Heilsmittel anerkennen, so sehr erbittert sind, daß sie in grimmigen Zorn geraten und in Wut ausbrechen, sobald sie dieselben sehen, und sobald sie von Ferne die göttliche Sphäre des Herrn und die Sphäre der Liebetätigkeit um dieselben her empfinden. Weil sie von dieser Art sind, so wird der Drache als der erbittertste Feind von jenen beschrieben, wie es denn z.B. heißt, daß der Drache vor dem Weibe stand, als sie gebären wollte, um, sobald sie geboren, ihre Frucht zu verschlingen; und daß er aus seinem Munde dem Weibe Wasser nachschoß wie einen Strom, um durch den Strom sie zu ersäufen, und daß er, erzürnt über das Weib, hinging, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen: Offb.12/4,15,17; daß aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister, Fröschen ähnlich, hervorgingen, um die Ihrigen zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, zu versammeln: Offb.16/13-16: 19/19,20; 20/8-10, so wie auch, daß das aus dem Abgrund aufsteigende Tier die zwei Zeugen tötete und ihre Leiber auf die Gassen der großen Stadt warf, die geistig Sodom und Ägypten heißt, und daß man nicht gestattete, dieselben in Gräber zu legen: Offb.11/7-9. Nicht gestatten, daß man (sie) in Gräber lege, bedeutet: (sie) als Verdammte verwerfen, Nr. 506.
604. „Und bringt alle, die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte dazu“, Offb.13/16, bedeutet alle in dieser Kirche von jedem Stand, von jeder Stufe der Gelehrsamkeit und Wissenschaft und der Einsicht.
Unter den Kleinen und Großen werden hier diejenigen verstanden, die in geringerem oder größerem Ansehen stehen, folglich Leute von jedem Stand; unter den Reichen und Armen werden solche verstanden, die mehr oder weniger in die Kenntnisse und Wissenschaften eingedrungen sind, Nr. 206, also Leute von jeder Stufe der Gelehrsamkeit und Wissenschaft; unter den Freien und Knechten werden solche verstanden, die eigenes Urteil haben, und solche, die anderen nachurteilen, Nr. 337, also Leute von jeder Stufe der Einsicht; unter alle, die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte, werden demnach alle in jener Kirche von jedem Stand, von jeder Stufe der Gelehrsamkeit und Wissenschaft und der Einsicht verstanden. Dies im geistigen Sinne.
605. „Daß es ihnen ein Malzeichen an ihrer rechten Hand und an ihrer Stirne geben durfte“, Offb.13/16, bedeutet, daß niemand als ein protestantischer Christ anerkannt werde, wenn er nicht jene Lehre gläubig und mit Liebe annimmt.
Ein Malzeichen geben bedeutet, als einen protestantischen Christen anerkennen, oder anerkennen, daß er von dem Bekenntnis sei, das in der Lehre gelehrt wird; das Malzeichen ist die Anerkennung sowie auch das Bekenntnis, daß er ein solcher sei; durch die rechte Hand wird alles im Menschen bezeichnet, was zur Macht Seines Verstandes, mithin zum Glauben gehört; denn die rechte Hand bedeutet die Macht des Menschen, Nr. 457; durch die Stirne wird alles imMenschen bezeichnet, was zur Macht seines Willens, mithin zur Liebe gehört, denn die Stirne bezeichnet die Liebe, Nr. 347.
606. „So daß auch niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Malzeichen oder den Namen des Tieres hat oder die Zahl seines Namens“, Offb.13/17, bedeutet, daß niemand aus dem Worte lehren, mithin niemand mit einem geistlichen Amte bekleidet, mit dem Lorbeere der Magisterwürde geschmückt, mit dem Doktorhut beschenkt und rechtgläubig genannt werden dürfe, sofern er nicht jene Lehre anerkennt, und auf den Glauben an sie und die Liebe zu ihr oder auf solches schwört, das mit ihr übereinstimmend ist, oder auf solches, das ihr nicht widerspricht.
Kaufen und verkaufen bedeutet, sich Kenntnisse, und zwar hier solche, die zu jener Lehre gehören, erwerben und sie lehren, wovon in der Folge. Das Malzeichen bedeutet, daß man als protestantischer Christ anerkannt sei, und bekenne, ein solcher zu sein, Nr. 605. Durch den Namen des Tieres wird die Beschaffenheit der Lehre bezeichnet, durch den Namen die Beschaffenheit, Nr.81, 122, 165, 584, und durch das Tier wird die von den Laien, mithin von der ganzen Kirche, angenommene Lehre bezeichnet, Nr. 567, und weil es heißt ‚oder den Namen des Tieres‘, so bedeutet es etwas, was mit ihr übereinstimmt; durch die Zahl wird nämlich die Beschaffenheit einer Sache bezeichnet, Nr. 448; und weil es heißt oder die Zahl seines Namens, so bedeutet es eine Beschaffenheit, die ihr nicht widerstreitet: es heißt so, weil die Lehre, die durch den Drachen und sein Tier bezeichnet wird, sich nicht gleich ist in den Ländern, in denen Protestanten sind, gleich aber in Rücksicht des Prinzips oder Hauptsatzes, daß der Glaube ohne die Werke des Gesetzes rechtfertige oder seligmache. Daß kaufen und verkaufen, desgleichen Handlung treiben, Geschäfte machen und gewinnen bedeute, sich Kenntnisse erwerben und sie lehren, erhellt aus folgenden Stellen:
Auf, alle Dürstenden, geht zu den Wassern hin, und die kein Silber haben, geht, kaufet, esset; gehet, sage Ich, und kaufet ohne Silber Wein und Milch: Jes.55/1.
Umsonst seid ihr verkauft, drum nicht um Silber sollt ihr wieder erkaufet werden: Jes.52/3. In deiner Weisheit und in deiner Einsicht hattest du dir Schätze gesammelt, und durch deine große Weisheit in deinem Handel dir vermehrt die Schätze: Ez.28/(4),5.
Weil durch Tyrus die Kirche in Ansehung der Kenntnisse des Guten und Wahren bezeichnet wird, so heißt es von Tyrus: Des Meeres Schiffe alle waren da, um deine Handelschaft zu treiben; Tharschisch war deine Händlerin in Silber, Javan, Thubal und Meschech, diese deine Händler handelten mit dir um Menschenseelen; Syrien war deine Händlerin mit Chrysopras; dein Reichtum, deine Handelschaft, deine Markte, und die deine Geschäfte trieben, sollen ins Herz der Meere fallen am Tage deines Falls: Ez.27/9,12,13,16,27.
Heulet, ihr Schiffe Tharschisch, denn verwüstet ist sie, (Thyrus), deren Kaufleute Fürsten, und deren Händler Angesehene der Erde waren: Jes.23/1-8.
Ähnliches wird unter Handel treiben verstanden in dem Gleichnisse des Herrn von dem Manne, der über Land zog, und seinen Knechten Talente übergab, damit zu handeln und zu gewinnen: Matth.25/14-20; und von jenem anderen, der seinen Knechten zehn Minen übergab, um damit zu handeln: Luk.19/12-26, und von dem in einem Acker verborgenen Schatze, den ein Mensch fand und verbarg, und alles verkaufte und den Acker kaufte: Matth.13/44, und von dem, der schöne Perlen suchte,und, nachdem er eine kostbare gefunden, alles verkaufte, und sie kaufte: Matth.13/45,46. So sind geworden, die von deiner Jugend an deine Händler waren, jeder hat aus seiner Gegend sich verirret; keiner ist, der dich errettete: Jes.47/15, und so in vielen anderen Stellen.
607. „Hier ist Weisheit“, Offb.13/18, bedeutet, daß es Sache des Weisen sei, aus dem, was in diesem Kapitel gesagt und erklärt worden, zu sehen und zu erkennen, wie die Lehre und der Glaube der Geistlichen in Ansehung Gottes und der Seligmachung beschaffen sei.
Es heißt hier, weil das verstanden wird, was in diesem Kapitel, und zwar besonders, was in ihm vom Tier aus dem Lande gesagt und gezeigt worden, durch das die Lehre und der aus ihr kommende Glaube von Gott und der Seligmachungbei den Geistlichen bezeichnet wird, Nr. 594; denn auf dieses Tier bezieht sich das in diesem Verse Gesagte; und weil es Sache des Weisen oder der Weisheit ist, zu sehen und zu erkenne, wie jene Lehre und der Glaube aus ihr beschaffen ist, so heißt es: Hier ist Weisheit.
608. „Wer Einsicht hat, berechne die Zahl des Tieres“, Offb.13/18, bedeutet, daß wer in der Erleuchtung aus dem Herrn ist, die Beschaffenheit der Beweisgründe zu erkennen vermöge, die sie für jene Lehre und jenen Glauben aus dem Worte anführen.
Wer Einsicht hat bedeutet, wer von dem Herrn in der Erleuchtung ist. Die Zahl berechnen bedeutet, die Beschaffenheit erkennen; durch die Zahl wird die Beschaffenheit bezeichnet, Nr. 348, 364, 448, und berechnen bedeutet erkennen; und weil die Beschaffenheit, die durch die Zahl bezeichnet wird, eine Beschaffenheit in Ansehung des Wahren ist, und alles Wahre der Lehre und des Glaubens der Kirche aus dem Worte ist, so wird die Beschaffenheit der Beweise aus dem Worte darunter verstanden. Dies ist auch die Beschaffenheit, die durch die Zahl Sechshundertsechsundsechzig bezeichnet wird, wovon gleich nachher.
609. „Denn es ist eines Menschen Zahl“, Offb.13/18, bedeutet die Beschaffenheit des Wortes und daher der Kirche.
Durch ‚eines Menschen‘ wird die Weisheit und Einsicht bezeichnet, Nr. 243, hier die Weisheit und Einsicht aus dem Worte; mithin auch das Wort in Rücksicht auf die Weisheit und Einsicht bei dem Menschen der Kirche; die Kirche selbst erscheint auch vor dem Herrn wie ein Mensch, weswegen auch der Mensch der Kirche seinem Geiste nach im Himmel wie ein Mensch erscheint, gemäß der Beschaffenheit der Kirche aus dem Worte bei ihm. Dies ist es also, was hier durch die Zahl des Menschen bezeichnet wird, denn es folgt auf die Worte: Wer Einsicht hat, berechne die Zahl des Tieres, wodurch bezeichnet wird, daß wer in der Erleuchtung aus dem Herrn ist, die Beschaffenheit der Beweise zu erkennen vermöge, welche die Geistlichen für ihre Lehre und ihren Glauben von Gott und der Seligmachung anführen. Die Beschaffenheit, welche die Kirche von dem Worte erhält, wird auch Nr. 910 und anderwärts durch den Menschen bezeichnet.
610. „Seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig“, Offb.13/18, bedeutet die Beschaffenheit, daß alles Wahre des Wortes von ihnen verfälscht worden sei.
Durch die Zahl des Tieres wird die Beschaffenheit der Beweisgründe bezeichnet, die sie für ihre Lehre und ihren Glauben aus dem Worte anführen, Nr. 608, 609. Durch sechshundertsechsundsechzig wird alles Wahre des Guten, und weil dies vom Worte gesagt wird, alles Wahre des Guten im Worte, hier aber dasselbe als verfälscht bezeichnet, denn es ist die Zahl des Tieres. Dies ist die Bedeutung, weil sechs ebensoviel ist als drei mit zwei multipliziert, drei aber das Volle und alles bezeichnet und auf das Wahre bezogen wird, Nr. 505, und zwei die Verbindung des Wahren und Guten bedeutet; und weil sechs entsteht, wenn jene zwei Zahlen miteinander multipliziert werden, so bedeutet es alles Wahre des Guten im Worte; hier dasselbe als verfälscht: daß es auch wirklich von ihnen verfälscht worden sei, sehe man oben Nr. 566. Es wird die Zahl Sechshundertsechsundsechzig genannt, weil in dieser Zahl sechs dreimal wiederholt wird, und die dreimalige Wiederholung eine Erfüllung oder Vollendung in sich schließt. Die Multiplikation mit hundert, woraus sechshundert, und mit zehn, woraus sechzigentsteht, ändert nichts, wie man oben Nr. 348 sehen kann. Daß sechs das Volle und alles bedeutet, und genannt wird, wo vom Wahren des Guten die Rede ist, kann aus den Stellen im Worte erhellen, in denen diese Zahl vorkommt; allein jene Bedeutung dieser Zahl erscheint nur solchen deutlich, welche die Dinge, von denen gehandelt wird im geistigen Sinne sehen, wie z.B. in dem, daß der Herr sagt, daß die Samen, die auf gutes Land fielen und Frucht brachten dreißig, sechzig und hundertfältig: Mark.4/8,20; Matth.13/8,23.
Daß der Hausvater ausging und Arbeiter in seinen Weinberg mietete um die dritte Stunde und um die sechste Stunde: Matth.20/3,5.
Daß auf dem Tisch in der Stiftshütte die Brote in zwei Reihen geordnet waren, in jeder sechs: 3Mo.24/6.
Daß sechs steinerne Wasserkrüge hingestellt waren, nach der Reinigungssitte der Juden: Joh.2/6.
Daß sechs Zufluchts- oder Freistädte sein sollten: 4Mo.35/6,7; 5Mo.19/1-9.
Daß der Maßstab, mit dem der Engel alle Teile des neuen Tempels und der neuen Stadt maß, sechs Ellen hielt: Ez.40/5.
Daß der Prophet das Wasser nach dem Masse trinken sollte, den sechsten Teil vom Hin: Ez.4/11.
Daß sie als Gabe nehmen sollten ein Sechsteil Epha von dem Chomer Weizen: Ez.45/13.
Weil sechs das Volle bedeutet, so ist der Ausdruck entstanden den sechsten Teil nehmen (sextare), wodurch im geistigen Sinne das, was vollständig und ganz ist, bezeichnet wird, wie z.B.: daß sie ein Sechsteil Epha vom Chomer Gerste nehmen sollten: Ez.45/13, und von Gog: Ich will zurück dich lenken, und von dir ein Sechsteil nehmen: Ez.39/2, wodurch bezeichnet wird, daß bei ihm alles Wahre des Guten im Worte gänzlich zerstört werden sollte; wer unter Gog verstanden werde, kann man Nr. 859 sehen.
611. Diesem will ich folgende Denkwürdigkeit beifügen. Alle, die zum Himmel vorbereitet werden, was in der Geisterwelt geschieht, die in der Mitte zwischen dem Himmel und der Hölle ist, verlangen nach vollbrachter Zeit mit Seufzen nach dem Himmel. Bald werden ihnen auch die Augen geöffnet, und sie sehen einen Weg, der zu irgendeiner Gesellschaft im Himmel führt. Diesen betreten sie und steigen aufwärts, und während des Aufsteigens zeigt sich ein Tor, bei dem ein Hüter steht. Dieser öffnet das Tor, und sie gehen ein. Dann kommt ihnen der Untersuchende entgegen und sagt ihnen im Namen des Vorstehers, sie sollen tiefer hineingehen und untersuchen, ob irgendwo Häuser seien, die sie für die Ihrigen anerkennen; denn für jeden neuen Engel ist auch ein neues Haus da. Finden sie nun dasselbe, so melden sie dies zurück und bleiben daselbst; finden sie dasselbe aber nicht, so kehren sie zurück und sagen, daß sie es nicht gesehen haben. Dann wird von einem Weisen daselbst untersucht, ob das Licht, das in ihnen ist, mit dem Licht, das in der Gesellschaft ist, übereinstimmt und besonders, ob die Wärme übereinstimmt, denn das Licht des Himmels ist seinem Wesen nach das göttlich Wahre, und die Wärme des Himmels ist ihrem Wesen nach das göttlich Gute, beides ausgehend vom Herrn als der Sonne daselbst. Wenn ein anderes Licht und eine andere Wärme als das Licht und die Wärme in jener Gesellschaft, das heißt, wenn ein anderes Wahres und ein anderes Gutes in ihnen ist, so werden sie nicht aufgenommen. Sie begeben sich daher von da weg und wandeln auf den zwischen den Gesellschaften im Himmel geöffneten Wegen, und zwar bis sie eine Gesellschaft finden, die mit ihren Gesinnungen völlig übereinstimmend ist, und hier erhalten sie alsdann ihre Wohnung in Ewigkeit; denn hier sind sie unter den Ihrigen wie unter Verwandten und Freunden, die sie auch, weil sie dieselbe Gesinnung haben, von Herzen lieben. Hier sind sie auch in ihres Lebens Seligkeit und in der Wonne, die aus dem Frieden ihrer Seele stammt und ihnen ganz die Brust erfüllt; denn in des Himmels Licht und Wärme liegt unaussprechliches Vergnügen, das sich mitteilt. So geht es mit denen, die Engel werden.
Die aber im Bösen und Falschen sind, dürfen, wenn sie Erlaubnis erhalten, auch in den Himmel aufsteigen; allein, sobald sie hineingehen, fangen sie an schwer Atem zu holen, und bald wird ihr Blick verdunkelt und ihr Verstand verfinstert, und ihr Denken hört auf, und der Tod schwebt vor ihren Augen, und so stehen sie wie Klötze da. Dann fängt auch ihr Herz zu schlagen an, ihre Brust wird eng, ihr Gemüt wird von Angst ergriffen und mehr und mehr gequält. Und in diesem Zustand winden sie sich wie eine Schlange, wenn sie ans Feuer gehalten wird, weswegen sie sich von da wegwälzen und in einen Abgrund, der ihnen nun erscheint, hinabstürzen, und auch nicht eher Ruhe haben, als bis sie in der Hölle bei ihresgleichen sind, wo sie Atem holen können und ihr Herz frei schlägt. Nachher hassen sie den Himmel und verwerfen das Wahre und lästern in ihrem Herzen den Herrn, indemsie glauben, daß die Qual und Pein, die sie im Himmel gehabt, von Ihm hergekommen sei. Aus diesem wenigen kann man sehen, wie das Los derer beschaffen ist, die das Wahre für nichts achten, das doch das Licht ausmacht, in dem die Engel des Himmels sind, und die das Gute für nichts achten, das doch die Wärme ausmacht, in der die Engel des Himmels sind. Dann kann man hieraus auch sehen, wie sehr diejenigen irren, die glauben, daß jeder die himmlische Seligkeit genießen könne, wenn er nur in den Himmel eingelassen wird; denn es herrscht heutzutage der Glaube, daß die Aufnahme in den Himmel bloß ein Akt der Barmherzigkeit sei, und daß es sich mit dem, der in den Himmel aufgenommen werde, verhalte wie mit einem, der in der Welt in ein Hochzeitshaus kommt und dann zugleich in die Freuden und Vergnügungen in demselben. Allein sie sollen wissen, daß in der geistigen Welt eine Mitteilung der Triebe besteht, weil der Mensch alsdann ein Geist ist und der Trieb das Leben des Geistes ausmacht und aus ihm auch das Denken hervorgeht und sein Gepräge hat. Ferner, daß die Gleichheit der Triebe verbindet, die Ungleichheit derselben aber trennt, und daß diese Ungleichheit quält, den Teufel im Himmel und den Engel in der Hölle; ein Grund, warum sie gehörig abgesondert sind nach den Verschiedenheiten, Mannigfaltigkeiten und Unterschieden der Triebe, die ihrer Liebe eigen sind.
Es wurden mir über dreihundert von der Geistlichkeit der protestantischen Welt zu sehen gegeben, die alle gelehrt hießen, weil sie zeigen konnten, daß die Kraft des bloßen Glaubens sich bis zur Rechtfertigung, und einige, daß sich dieselbe noch weiter erstrecke; und weil bei ihnen auch der Glaube war, daß der Himmel bloß eine Einlassung aus Gnaden sei, so erhielten sie die Erlaubnis, in eine Gesellschaft des Himmels aufzusteigen, die jedoch nicht zu den oberen gehörte. Als sie nun zugleich miteinander hinaufstiegen, erschienen sie von Ferne wie Kälber, und wie sie in den Himmel eingingen, wurden sie zwar von den Engeln freundlich aufgenommen, allein als sie mit diesen sich unterredeten, kam sie ein Zittern und nachher ein Schaudern an und zuletzt eine Art von Todesqual, worauf sie sich jählings herabstürzten und im Herabstürzen wie tote Pferde erschienen. Daß sie beim Hinaufsteigen wie Kälber erschienen, kam daher, daß das natürliche Verlangen zu sehen und zu wissen, wenn es überströmt, vermöge der Korrespondenz wie ein Kalb erscheint, und daß sie beim Herabstürzen wie tote Pferde erschienen, kam daher, daß das Verstehen des Wahren im Worte vermöge der Korrespondenz wie ein Pferd erscheint, und das Nichtverstehen des Wahren im Worte wie ein totes Pferd.
Unten befanden sich Knaben. Als diese sahen, wie sie herabstiegen und im Herabsteigen die Gestalt toter Pferde erhielten, wandten sie das Gesicht weg und fragten ihren Erzieher, der bei ihnen war: Was bedeutet dies Wunderzeichen, wir haben Menschen, und dann anstatt derselben tote Pferde gesehen, von denen wir, weil wir sie nicht ansehen konnten, unser Gesicht weggewandt haben? Lehrer, laß uns nicht an diesem Orte verweilen, sondern weggehen! Wirklich gingen sie auch weg, und der Lehrer unterrichtete sie dann auf dem Wege, was das tote Pferd bedeute. Er sagte: Das Pferd bedeutet das Verständnis des Wortes; alle Pferde, die ihr gesehen, hatten diese Bedeutung; denn wenn ein Mensch über das Wort nachdenkend umhergeht, so erscheint sein Nachdenken von Ferne wie ein Pferd, und zwar wie ein edles und lebendiges, wenn er geistig, wie ein elendes und totes aber, wenn er materiell über das Wort nachdenkt. Da fragten die Knaben: Was heißt geistig und was materiell über das Wort nachdenken? Der Lehrer antwortete: Ich will es euch durch ein Beispiel deutlich machen: Wer denkt nicht, wenn er das Wort liest, an Gott, den Nächsten und den Himmel? Jeder nun, der bei Gott bloß an die Person und nicht an Sein Wesen denkt, der denkt materiell; desgleichen wer beim Nächsten bloß an seine Gestalt und nicht an seine Eigenschaften denkt, der denkt materiell; und wer bei dem Himmel bloß an einen Ort und nicht an die Liebe und Weisheit denkt, aus denen der Himmel besteht, der denkt auch materiell. Da erwiderten die Knaben: Wir haben bei Gott an die Person, beim Nächsten an die Gestalt, daß er ein Mensch sei, und beim Himmel an den Ort gedacht, sind wir deswegen, wenn wird das Wort lasen, jemanden als tote Pferde erschienen? Der Lehrer sagte: Nein, ihr seid noch Knaben und könnt nicht anders, ich habe aber eine Begierde zu wissen und zu verstehen bei euch wahrgenommen, und weil diese geistig ist, so habt ihr auch geistig gedacht. Allein ich will zu dem vorigen, was ich gesagt, zurückkehren, daß nämlich wer materiell denkt, wenn er das Wort liest, oder über das Wort nachdenkt, von Ferne wie ein totes Pferd, wer aber geistig denkt, wie ein lebendiges Pferd erscheine, und daß derjenige materiell von Gott und von der Dreieinheit Gottes denkt, der bloß an die Person und nicht an das Wesen denkt; denn es gibt mehrere Eigenschaften des göttlichen Wesens, als die Allmacht, Allwissenheit, Allgegenwart, Barmherzigkeit, Gnade, Ewigkeit und andere; und es gibt Eigenschaften, die aus dem göttlichen Wesen hervorgehen, nämlich die Schöpfung und Erhaltung, die Seligmachung und Erlösung, die Erleuchtung und Belehrung. Jeder nun, der bei Gott bloß an die Person denkt, macht drei Götter, und sagt, daß der eine Gott Schöpfer und Erhalter, der andere Seligmacher und Erlöser, und der dritte Erleuchter und Lehrer sei; jeder hingegen, der bei Gott an das Wesen denkt, macht Gott zu Einem, und sagt: Gott hat uns erschaffen und erhält uns, Er hat uns erlöst und macht uns selig, Er erleuchtet und unterrichtet uns. Daher kommt es, daß die, welche bei der Dreieinheit Gottes an die Person und somit materiell denken, in den Vorstellungen ihres Denkens, das materiell ist, aus dem einen Gott notwendig drei machen müssen, wobei sie jedoch wider ihr Denken gehalten werden zu sagen, daß jeder an allen Eigenschaften teilnehme, und dies einzig darum, weil sie wie durch einen Schleier bei Gott auch an Sein Wesen gedacht haben. Darum, meine Kinder! denket bei Gott an das Wesen und diesem gemäß an die Person, nicht aber an die Person und dieser gemäß an das Wesen; denn der Person gemäß sich das Wesen denken heißt, materiell auch vom Wesen denken, hingegen dem Wesen gemäß sich die Person denken heißt, geistig auch von der Person denken. Weil die alten Heiden materiell von Gott und auch von Gottes Eigenschaften dachten, so bildeten sie sich nicht nur drei, sondern mehr Götter bis gegen hundert. Wisset, daß das Materielle keinen Einfluß hat in das Geistige, sondern das Geistige in das Materielle. Ebenso ist es, wenn man sich den Nächsten bloß nach seiner Gestalt und nicht nach seinen Eigenschaften denkt, desgleichen wenn man sich den Himmel bloß nach dem Ort und nicht nach der Liebe und Weisheit denkt, durch die er Himmel ist. So verhält es sich mit allem und jedem, was im Worte steht; weswegen wer eine materielle Vorstellung von Gott und auch vom Nächsten und vom Himmel unterhält, in demselben nichts verstehen kann; das Wort ist ihm ein toter Buchstabe, und wenn er es liest oder über dasselbe nachdenkt, so erscheint er von Ferne wie ein totes Pferd. Die, welche ihr aus dem Himmel herabkommen sahet und die vor euren Augen wie zu toten Pferden wurden, waren solche, die das Auge der Vernunft bei sich und anderen durch den eigenen Grundsatz verschlossen hatten, daß man den Verstand gefangennehmen müsse unter den Gehorsam ihres Glaubens, nicht bedenkend, daß der aus Religion verschlossene Verstand blind ist wie ein Maulwurf und bloß Finsternis in ihm ist, ja eine Finsternis, die alles geistige Licht von sich stößt, gegen den Einfluß vom Herrn und aus dem Himmel sich sträubt, und ihm im Fleischlich-Sinnlichen weit unter dem Gebiete der Vernunft in Glaubenssachen einen Riegel vorschiebt, das heißt, ihn neben die Nase setzt und in deren Knorpel festhält, aus dem er hernach die geistigen Dinge nicht einmal mehr riechen kann. Daher dann einige so geworden sind, daß sie in Ohnmacht fallen, sobald sie einen Geruch von geistigen Dingen empfinden; unter dem Geruch aber verstehe ich eine Wahrnehmung. Dies sind die, welche aus Gott drei machen; sie sagen zwar, daß dem Wesen nach Gott einer sei, allein wenn sie ihremGlauben gemäß beten, daß nämlich Gott der Vater Sich um des Sohnes willen erbarmen und den heiligen Geist senden möchte, so machen sie offenbar drei Götter; sie können auch nicht anders; denn sie beten zu dem einen, daß er sich um des anderen willen erbarmen und den dritten senden möchte. Auf dieses lehrte sie ihr Lehrer vom Herrn, daß Er der eine Gott sei, in dem die göttliche Dreieinheit ist.








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