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Stefan am Donnerstag, den 04. September 2008 um 20:20:25 Uhr

Auslegung des 13. Kapitels der Offenbarung Johannes ( Emanuel Swedenborg )
567. „Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, Offb.13/1, bedeutet die Laien in den protestantischen Kirchen, die in der Lehre und im Glauben des Drachen sind in Beziehung auf Gott und die Seligmachung.
Worin der Glaube des Drachen bestehe und wie er beschaffen ist, kann man Nr. 537 sehen. Von demselben Glauben wird in diesem Kapitel weiter gehandelt, und unter dem Tiere, das man aus dem Meere aufsteigen sah, jener Glaube, sofern er bei den Laien ist, verstanden, unter dem Tier aus der Erde aber, von dem Offb.13/11 die Rede ist, jener Glaube, sofern er bei den Geistlichen ist. Daß hier vom Drachen fortgefahren wird, erhellt aus Folgendem in diesem Kapitel: Daß der Drache dem aus dem Meer aufsteigenden Tiere seine Macht, seinen Thron und seine Gewalt gegeben, Offb.13/2, und daß sie den Drachen anbeteten, der dem Tiere die Macht gegeben, Offb.13/4; und von dem Tier aus der Erde, daß es redete wie der Drache, Offb.13/11, und daß es alle Macht des ersten Tieres vor dem Drachen ausübte, Offb.13/12. Daß es die Laien seien, die unter dem Tier aus dem Meer, und die Geistlichen, die unter dem Tier aus der Erde verstanden werden, folgt daraus, daß durch das Meer das Äußere der Kirche und durch die Erde ihr Inneres bezeichnet wird, Nr. 398, und anderwärts; im Äußeren der kirchlichen Lehre aber die Laien und im Inneren derselben die Geistlichen sind, weswegen auch das Tier aus der Erde im Folgenden der falsche Prophet heißt. Daß es die seien, die in den protestantischen Kirchen sind, folgt daraus, daß bis zum 16. Kapitel einschließlich von den Protestanten, im 17. und 18. Kapitel von den Römisch-Katholischen, hernach aber vom Letzten Gericht, und zuletzt von der neuen Kirche gehandelt wird. Daß sie als Tiere erschienen, kommt daher, daß der Drache ein Tier ist, und daß das Tier im Worte den Menschen in Ansehung seiner Triebe bezeichnet, die unschädlichen und nützlichen Tiere nach den guten Trieben, die schädlichen und unnützen aber nach den bösen Trieben; weswegen die Menschen der Kirche im allgemeinen Schafe heißen, eine Versammlung derselben eine Herde, und der Lehrer der Hirt genannt wird. Daher kommt es auch, daß das Wort nach seiner Macht, seiner Anregung, seinem Verstande und seiner Weisheit oben durch vier Tiere beschrieben wird, welche waren der Löwe, das Kalb, der Adler und der Mensch, Offb. Kap.4, und das Verständnis des Wortes durch Rosse, Offb. Kap.6. Der Grund hiervon ist, daß die Triebe des Menschen in der geistigen Welt, wie oben gesagt worden, von Ferne wie Tiere erscheinen; und die Tiere an sich betrachtet nichts als Formen der natürlichen Triebe sind, die Menschen aber nicht bloß Formen der natürlichen, sondern zugleich auch der geistigen Triebe sind. Daß die Menschen nach ihren Trieben unter den Tieren verstanden werden, kann aus folgenden Stellen erhellen:
Du wirst der Gnade Regen träufeln lassen, dein Erbe, das ermattet, wirst du stärken, das Tier, dein Haufe, wird drin wohnen: Ps.68/10,11.
Mein ist alles Wild des Waldes, die Tiere auf den Bergen der Tausende, Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, das Getier Meiner Felder ist mit mir: Ps.50/10.
Aschur war eine Zeder auf Libanon, groß ward seine Höhe, in seinen Zweigen nisteten alle Vögel der Himmel; und unter seinen Ästen gebaren alle Tiere des Feldes, und in seinem Schatten wohnten alle großen Völkerschaften: Ez.31/2-6,10,13; Da.4/7-13.
Ich werde einen Bund mit ihnen schließen an jenem Tag, mit dem Getier des Feldes, und mit dem Gevögel der Himmel, und auf ewig Mich dir verloben: Hos.2/18,19.
Freu dich und sei fröhlich! Fürchtet euch nicht, ihr Tiere Meiner Felder, denn grasig sind geworden die Wohnplätze der Wüste: Joel 2/21-23.
An jenem Tage wird ein groß Getümmel sein, Jehudah wird streiten wider Jerusalem, und eine Plage wird sein am Roß, am Maultier, am Kamele, und an allem Tier; hernach wird jeder, der noch übrig ist, hinaufziehen (nach Jerusalem): Sach.14/13-15.
Verabscheuen wird ihn das Gevögel, und jedes Landtier ihn verachten: Jes.18/6.
Du Menschensohn! sag zum Gevögel jedes Gefieders und zu allem Tier des Feldes: Versammelt euch zu Meinem Opfer auf den Bergen Israels! So will Ich unter die Heiden bringen meine Herrlichkeit: Ez.39/17-21.
Jehovah versammelt die Vertriebenen Israels: alle Tiere meiner Felder, kommet!: Jes.56/8,9. Jehovah wird verderben Aschur, ruhen wird in seiner Mitte alles Wild der Völkerschaft, sowohl der Löffelreiher als der Entenadler in seinen Granatäpfeln: Ze.2/13.
(Die Schafe) sind zerstreuet ohne Hirten, und (dienten) zur Speise allem Wild des Feldes: Ez.34/5,8.
Ich will dich auf des Feldes Oberflächen hinwerfen, und auf dir wohnen lassen alle Vögel der Himmel, und an dir sättigen alles Wild der Erde: Ez.32/4; ferner: Ez.5/17; 29/5; 33/27; 39/4; Jer.15/3; 16/4; 19/7; 27/6.
Der Feind belegt mit Schimpf Jehovah; übergib dem Tiere nicht der Turteltaube Seele: Ps.74/18,19.
Ich sah in dem Gesicht vier Tiere aus dem Meere steigen; das erste war wie ein Löwe und hatte Adlerflügel, das andere war einem Bären ähnlich, das dritte wie ein Pardel, und das vierte schrecklich: Da.7/3-5,(6,7).
Der Geist trieb Jesum an, in die Wüste zu gehen, und Er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm: Mark.1/12,13; Er war nicht bei Tieren, sondern bei Teufeln, die hier unter den Tieren verstanden werden.
So auch in anderen Stellen, in denen Tiere und wilde Tiere genannt werden, als: Jes.35/9; 43/20; Jer.12/4,8-10; Ez.8/10; 34/23,25,28; 38/18-20; Hos.4/2,3; 13/8; Joel 1/16,18,20; Hab.2/17; Da.2/37,38; Ps.8/7-9; 80/14; 104/10,11,14,20,25; 148/7,10; 2Mo.23/28-30; 3Mo.26/6; 5Mo.7/22; 32/24. In diesen Stellen werden durch die Tiere Menschen in Ansehung ihrer Triebe bezeichnet.
Werden der Mensch und das Tier zusammen genannt, so wird dadurch der Mensch nach seinem geistigen und nach seinem natürlichen Triebe bezeichnet, in folgenden Stellen: Jer.7/20; Jer.21/6; 27/5; 31/27; 32/43; 33/10-12; 28/14; 50/3; Ez.14/13,17,19; 25/13; 32/13; 36/11; Ze.1/2,3; Sach.2/7,8 (n. A. 2/4,5) 8/9,10; Jon.3/7,8; Ps.36/7; 4Mo.18/15.
Durch alle Tiere, die man opferte, wurden gute Triebe bezeichnet; desgleichen durch die Tiere, die man aß; das Gegenteil aber durch die, welche man nicht essen durfte: 3Mo.20/25,26.
568. „Das sieben Köpfe hatte“, Offb.13/1, bedeutet den aus dem bloßen Falschen entspringenden Irrsinn, gerade wie die sieben Köpfe des Drachen, Nr. 538.
569. „Und zehn Hörner“, Offb.13/1, bedeutet große Gewalt, wie die Hörner des Drachen, deren es auch zehn waren, Nr. 539.
570. „Und auf seinen Hörnern zehn Diademe“, Offb.13/1, bedeutet die Macht, viele Wahrheiten des Wortes zu verfälschen.
Durch die Hörner wird die Macht bezeichnet, Nr. 539. Zehn bedeutet viel, Nr. 101, und durch die Diademe werden die verfälschten Wahrheiten des Wortes bezeichnet, Nr. 540; auf seinen Hörnern zehn Diademe, bedeutet daher, in seiner Gewalt haben, viele Wahrheiten des Wortes zu verfälschen. Es heißt vomDrachen, daß er auf seinen Köpfen zehn Diademe hatte, und dies deswegen, weil hier die Macht bezeichnet wird, viele Wahrheiten des Wortes zu verfälschen, dort aber die Verfälschung aller. Denn die Laien können es zwar, tun es aber nicht; jene aber, die im Falschen und im Glauben desselben sind, sind gegen das Wahre, wenn sie daher die Wahrheiten im Worte sehen, so verfälschen sie dieselben auch.
571. „Und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung“, Offb.13/1, bedeutet die Leugnung des Göttlich-Menschlichen des Herrn und die kirchliche Lehre, sofern sie nicht aus dem Worte geschöpft, sondern aus dem eigenen Verstande ausgebrütet worden.
Durch die sieben Köpfe wird wie oben Nr. 568 der aus dem bloß Falschen entspringende Unsinn bezeichnet; und dieser Unsinn spricht eine Gotteslästerung aus, wenn er das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen leugnet, desgleichen, wenn er die kirchliche Lehre nicht aus dem Worte schöpft, sondern sie aus dem eigenen Verstande ausbrütet. Was das erste betrifft, daß es eine Gotteslästerung sei, das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen zu leugnen, so folgt es daraus, daß, wer dies leugnet, dem in der ganzen Christenheit angenommenen Glauben, welcher der Athanasische heißt, entgegenhandelt, in demes deutlich heißt, daß in Jesus Christus Gott und Mensch, das heißt, das Göttliche und das Menschliche, nicht zwei seien, sondern eins, ja, daß sie eine Person seien, vereint wie Seele und Leib. Weswegen die, welche das Göttliche in Seinem Menschlichen leugnen, nicht weit entfernt sind von den Socinianern und Arianern, alsdann nämlich, wenn sie von dem bloß Menschlichen des Herrn wie von dem Menschlichen eines anderen Menschen denken, und Sein Göttliches von Ewigkeit ganz außer acht lassen. Was das andere anlangt, nämlich daß es eine Gotteslästerung sei, die kirchliche Lehre nicht aus dem Worte zu nehmen, sondern sie aus demeigenen Verstande auszubrüten, so ergibt es sich daraus, daß die Kirche sich auf das Wort gründet und so beschaffen ist, wie ihre Einsicht ins Wort beschaffen ist, (man sehe die »Lehre des Neuen Jerusalems von der Heiligen Schrift« Nr. 76-79). Die Lehre aber, daß der Glaube allein, d.h. der Glaube ohne die Werke des Gesetzes rechtfertige und seligmache, sich nicht auf das Wort, sondern auf den falsch verstandenen Ausspruch des Paulus, Rö.3/28, gründet, wie man Nr. 417 sehen kann; und alles Falsche in der Lehre seinen Ursprung nirgends anderswoher hat, als aus dem eigenen Verstande. Denn was wird allgemeiner im Worte gelehrt, als daß man das Böse fliehen, und das Gute tun soll, und was wird mehr in ihm hervorgehoben, als daß man Gott und den Nächsten lieben soll? Und wer sieht nicht, daß niemand den Nächsten lieben kann, wenn er nicht nach den Werken des Gesetzes lebt, und daß, wer den Nächsten nicht liebt, auch Gott nicht liebt, indem in der Nächstenliebe der Herr Sich mit dem Menschen, und der Mensch sich mit dem Herrn verbindet, d.h. der Herr und der Mensch in jener Liebe zugleich sind? Und den Nächsten lieben, was ist es anderes, als ihm nichts Böses tun, gemäß den Vorschriften der Zehn Gebote? Rö.13/8-11. So weit aber der Mensch dem Nächsten nichts Böses tun will, insoweit will er ihm Gutes tun. Hieraus erhellt, daß es eine Gotteslästerung ist, die Werke dieses Gesetzes von der Seligmachung auszuschließen, wie diejenigen tun, die den Glauben allein, der ein von den guten Werken getrennter Glaube ist, zum einzigen Heilsmittel machen. Unter der Lästerung, Matth.12/31,32; Offb.17/3; Jes.37/6,7,23,24 wird die Leugnung der Gottheit des Herrn, wie sich die Socinianer derselben schuldig machen, und die Leugnung des Wortes verstanden. Denn wer so das Göttliche des Herrn leugnet, kann nicht in den Himmel eingehen, in dem das Göttliche des Herrn alles in allem im Himmel ist; und wer das Wort leugnet, der leugnet das Ganze der Religion.
572. „Und das Tier, das ich sah, glich einem Pardel“, Offb.13/2, bedeutet eine Ketzerei, die für die Kirche zerstörend ist, weil sie aus verfälschten Wahrheiten des Wortes entstanden ist.
Durch die Tiere überhaupt werden die Menschen nach ihren Neigungen bezeichnet, Nr. 567, und durch den Pardel insbesondere die Neigung oder Begierde, die Wahrheiten des Wortes zu verfälschen; und weil er ein wildes Tier ist und unschädliche Tiere tötet, so wird durch ihn auch eine für die Kirche zerstörende Ketzerei bezeichnet. Daß die verfälschten Wahrheiten des Wortes durch den Pardel bezeichnet werden, kommt von seinen schwarzen und weißen Flecken und daher, daß die schwarzen Flecken Falsches bezeichnen, und das Weiße zwischen ihnen Wahres bedeutet. Da er nun auch ein wildes und reißendes Tier ist, so werden durch dasselbe die verfälschten und so zerstörten Wahrheiten des Wortes bezeichnet. Ähnliches wird durch den Pardel in folgenden Stellen bezeichnet:
Wird seine Haut der Äthiopier verwandeln, und der Pardel seine Flecken? Auch ihr, wie könnt ihr Gutes tun, da ihr gelernt habt Böses tun?: Jer.13/23.
Geschlagen hat die Großen der Löwe aus dem Wald, der Wolf der Felder wird sie verwüsten; der Pardel lauert auf ihre Städte; jeder, der herausgeht, wird zerrissen werden; denn zugenommen hat ihr Abfall: Jer.5/6. Der Pardel lauernd auf die Städte bedeutet, auf die Wahrheiten der Lehre; die Stadt ist die Lehre, Nr. 194.
Weil sie mich vergaßen, ward ich ihnen wie ein Löwe, und gleichwie ein Pardel will ich auf dem Wege lauern: Hos.13/5-7. Der Weg bedeutet auch das Wahre, Nr. 176.
Es wird der Löwe bei dem Lamme weilen, und der Pardel bei dem Böckchen: Jes.11/5,6. Hier wird von dem kommenden Reiche des Herrn gehandelt; das Böckchen ist das echte Wahre der Kirche, der Pardel das verfälschte.
Das dritte Tier, das aus dem Meere stieg, war wie ein Pardel, und hatte vier Flügel auf seinem Rücken: Da.7/6. Von den vier Tieren, die Daniel sah, sehe man unten, Nr. 574.
573. „Und seine Füße waren wie die eines Bären“, Offb.13/2, bedeutet voller Täuschungen aus dem buchstäblichen Sinne des Wortes, in dem es zwar gelesen, aber nicht verstanden wurde.
Durch die Füße wird das Natürliche bezeichnet, welches das Unterste ist, auf dem jene Ketzerei, die unter dem Pardel verstanden wird, ruht und gleichsam sich herumbewegt, und dies ist der buchstäbliche Sinn des Wortes. Durch den Bären werden diejenigen bezeichnet, die das Wort lesen aber nicht verstehen, und daher auf Täuschungen geraten; daß diese durch die Bären bezeichnet werden, ward mir offenbar durch die Bären, die in der geistigen Welt erschienen, und durch einige daselbst, die in Bärenfell gekleidet waren, die alle aus solchen bestanden, die das Wort zwar gelesen, aber keine Lehrwahrheit in ihm gesehen, zum Teil auch sich in den Scheinwahrheiten desselben bestärkt hatten, und daher auf Täuschungen geraten waren. Es erscheinen dort schädliche und unschädliche und auch weiße Bären, allein sie unterscheiden sich durch ihre Köpfe; die der unschädlichen gleichen den Köpfen der Kälber oder der Schafe. Durch die Bären werden solche oder solches bezeichnet in folgenden Stellen:
Meine Pfade kehret um der Bär, der mir nachstellt, der Löwe im Verborgenen verkehret meine Wege, er machte mich zum Verlassenen: Klg.3/8-11.
Begegnen will ich ihnen wie ein Bär, dem seine Jungen weggenommen sind, und sie daselbst verzehren wie ein wilder Löwe, des Feldes Wild soll sie zerreißen: Hos.13/7,8.
Das Kalb wird neben dem jungen Löwen liegen, und die junge Kuh wird bei dem Bären weiden: Jes.11/5,6.
Das andere Tier, das aus dem Meere stieg, glich einem Bären, und hatte drei Rippen in seinem Maule zwischen den Zähnen: Da.7/5.
Durch den Löwen und den Bären, die David schlug, und (von denen er den letzteren) an seinem Barte ergriff: 1Sa.17/34-37 wird ähnliches bezeichnet, desgleichen 2Sa.17/8. In diesen Stellen wird der Löwe und der Bär genannt, weil durch den Löwen das Falsche bezeichnet wird, das die Wahrheiten des Wortes zerstört, und der Bär die Täuschungen bedeutet, die auch zerstören, aber nicht so sehr, daher es bei Am.5/18,19 heißt: Jehovahs Tag ein Tag der Finsternis, und nicht des Lichts, wie wer den Löwen fliehet, auf den Bären stößt.
Man liest im 2Kö.2/23,24, daß Elisa von den Knaben verspottet und Kahlkopf genannt wurde, und daß deshalb zweiundvierzig Knaben von zwei Bärinnen aus dem Walde zerrissen wurden. Dies ist geschehen, weil Elisa den Herrn in Ansehung des Wortes vorstellte, Nr. 298, und weil die Kahlheit das Wort ohne den Sinn des Buchstabens bezeichnet, mithin, daß es (ohne diesen) nichts sei, Nr. 47, und die Zahl Zweiundvierzig die Gotteslästerung, Nr.583. Die Bärinnen bezeichneten auch den buchstäblichen Sinn des Wortes, sofern es in diesem zwar gelesen, aber nicht verstanden wurde.
574. „Und sein Maul wie eines Löwen Maul“, Offb.13/2, bedeutet die Schlüsse aus dem Falschen, welche als aus dem Wahren hervorgehend erscheinen.
Durch das Maul wird die Lehre, die Predigt und die Rede bezeichnet, (452), 453, hier das Vernünfteln aus dem Falschen der Lehre, weil der Kopf, von dem das Maul ein Teil ist, den Irrsinn, der aus dem bloßen Falschen entspringt, bedeutet, Nr. 568. Durch den Löwen wird das göttlich Wahre in Macht bezeichnet, Nr. 241, 471, hier aber das Falsche in Macht, sofern es vermöge der Vernünfteleien wie Wahres erscheint, Nr. 573. Durch sein Maul wie eines Löwen Maul werden also die Vernünfteleien aus dem Falschen bezeichnet, sofern sie als aus dem Wahren hervorgehend erscheinen. Daß der Pardel, der Bär und der Löwe dergleichen bedeuten, kann man aus folgender Stelle bei Daniel sehen, nach der diesem ähnliche Tiere erschienen: Es steigen vier große Tiere aus dem Meere auf; das erste war wie ein Löwe, hatte aber Adlerflügel, ich sah (ihm zu,) bis seine Flügel ausgerissen wurden, und von der Erde ward es aufgehoben, und stand aufrecht auf seinen Füßen, wie ein Mensch, und eines Menschen Herz ward ihm gegeben. Das andre Tier glich einem Bären, und erhob auf eine Seite sich; drei Rippen waren in seinem Maule zwischen seinen Zähnen, und es ward (zu ihm) gesagt: Steh auf, friß vieles Fleisch! Das dritte Tier war wie ein Pardel, und es hatte vier Flügel, wie die Vögel haben, auf seinem Rücken, und vier Köpfe hatte das Tier, und Herrschaft wurde ihm gegeben. Das vierte Tier war schrecklich und fürchterlich und sehr stark, und hatte große eiserne Zähne, fraß und zermalmte, und das übrige zertrat es mit den Füßen: Da.7/3-7. Durch diese vier Tiere werden die aufeinanderfolgenden Zustände der Kirche beschrieben, von ihrem ersten bis zu ihrem letzten, bis sie in Ansehung alles Guten und Wahren des Wortes gänzlich verwüstet war, worauf dann die Ankunft des Herrn statt hatte. Durch den Löwen wird das göttlich Wahre des Wortes im ersten Zustande, und die Gründung der Kirche durch dasselbe bezeichnet, welche verstanden wird unter den Worten: von der Erde ward es aufgehoben, und stand aufrecht auf seinen Füßen wie ein Mensch, und eines Menschen Herz ward ihm gegeben. Durch den Bären wird der andere Zustand der Kirche beschrieben, in welchem das Wort zwar gelesen, aber nicht verstanden wird; durch die drei Rippen zwischen den Zähnen werden Scheinwahrheiten und Täuschungen bezeichnet, und durch das viele Fleisch der buchstäbliche Sinn des Wortes im Inbegriffe. Der dritte Zustand der Kirche wird durch den Pardel beschrieben, durch den das Wort bezeichnet wird, sofern es in Ansehung seiner Wahrheiten verfälscht ist; die vier Flügel, wie sie die Vögel haben, auf seinem Rücken, bedeuten die Bestärkungen im Falschen. Der vierte oder letzte Zustand der Kirche wird durch das Tier beschrieben, welches schrecklich und fürchterlich war, und durch das die Zerstörung alles Wahren und Guten bezeichnet wird, weswegen es heißt, daß es zermalmt und aufgefressen und das übrige mit seinen Füßen zertreten habe. Zuletzt wird die Ankunft des Herrn und die alsdann statt habende Zerstörung jener Kirche und die Gründung einer neuen beschrieben, von Vers 9 bis zu Ende. Daniel sah jene vier Tiere nacheinander aus dem Meere aufsteigen, Johannes aber sah die drei ersten Tiere in einem Leib vereinigt, und zwar auch aus dem Meere. Die Ursache ist, daß bei Daniel die aufeinanderfolgenden Zustände der Kirche durch dieselben beschrieben werden, hier in der Offenbarung aber der letzte Zustand beschrieben wird, in dem alle früheren beisammen sind. Und weil dieses Tier seinem Leibe nach einem Pardel glich, seinen Füßen nach einem Bären, und seinem Maule nach einem Löwen, so wird durch den Pardel und den Bären in beiden Stellen ähnliches bezeichnet. Das löwenähnliche Maul aber bedeutet die Vernünfteleien aus dem Falschen, denn es heißt in der Folge, daß das Tier aus seinem Maule Lästerungen ausgestoßen habe, Offb.13/5,6. Durch seine Köpfe wird der aus dem bloß Falschen entspringende Unsinn bezeichnet.
575. „Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Gewalt“, Offb.13/2, bedeutet, daß jene Ketzerei durch die Aufnahme von seiten der Laien geltend sei und herrsche.
Durch den Drachen wird jene Ketzerei bezeichnet, wovon Nr. 537; durch dieses Tier werden die Laien bezeichnet, Nr. 567, die nicht aus sich reden, sondern aus ihren Lehrern; weil sie aber das Volk selbst sind, so ist offenbar, daß durch die Aufnahme von ihrer Seite jene Ketzerei geltend ist und herrscht. Dies ist es also, was durch die Kraft, den Thron und die große Gewalt, die der Drache dem Tiere gab, und durch folgendes in Offb.13/5 bezeichnet wird, wo es heißt: Und sie beteten den Drachen an, der dem Tiere die Gewalt gegeben. Der Drache gilt und herrscht bei ihnen besonders durch den Grundsatz ihrer Religion, daß der Verstand gefangengenommen werden müsse unter den Gehorsam des Glaubens, und daß das Gegenstand des Glaubens sei, was man nicht begreife, und daß der Glaube an geistige Dinge, die man begreife, ein Verstandesglaube sei, der nicht der rechtfertigende sei. Wenn dies bei den Laien Gültigkeit hat, so wird den Geistlichen Gewalt, Verehrung und eine Art von Anbetung zuteil um der göttlichen Dinge willen, von denen man glaubt, sie wissen dieselben, und man müsse sie aus ihrem Munde schöpfen. Durch die Kraft wird das Gelten, durch den Thron die Leitung, und durch die große Gewalt die Herrschaft bezeichnet.
576. „Und ich sah einen seiner Köpfe wie tödlich verwundet“, Offb.13/3, bedeutet, daß der Satz ihrer Lehre, welcher das Haupt der übrigen ist, daß nämlich der Mensch gerechtfertigt und selig werde allein durch den Glauben ohne des Gesetzes Werke, nicht übereinstimme mit dem Worte, in dem so oft die Werke geboten werden.
Durch einen der Köpfe wird das Vornehmste und die Grundlage der ganzen Lehre der protestantischen Kirche bezeichnet; das Tier hatte nämlich sieben Köpfe, und durch diese wird der aus dem bloß Falschen entspringende Unsinn, Nr. 568, mithin auch alles Falsche im Inbegriffe bezeichnet; denn sieben bedeutet im Worte alles, Nr. 10. 391, und weil alles Falsche ihrer Lehre von dem einen abhängig ist, daß der Mensch gerechtfertigt und selig werde durch den Glauben allein ohne des Gesetzes Werke, so ist es dies, was durch den einen der Köpfe des Tieres hier bezeichnet wird. Daß derselbe wie tödlich verwundet war, bedeutet, daß jenes mit dem Worte nicht übereinstimme, in dem so oft die Werke geboten werden; denn alles in der kirchlichen Lehre, was nicht mit dem Worte übereinstimmt, ist nicht gesund, sondern leidet an einer tödlichen Krankheit, da aus dem Worte, und nicht anderswoher, die kirchliche Lehre geschöpft sein soll.
577. „Und seine Todeswunde ward geheilt“, Offb.13/3, bedeutet die Heilung des Hauptsatzes jener Lehre durch den Beisatz, daß niemand ein gutes Werk aus sich tun, noch das Gesetz erfüllen könne, und daß deshalb anstatt desselben für ein anderes Heilsmittel gesorgt worden sei, das der Glaube an die Gerechtigkeit und das Verdienst Christ ist, der für den Menschen gelitten und dadurch die Verdammnis des Gesetzes aufgehoben habe.
Daß darin die Heilung des verwundeten Kopfes bestehe, und daß sie auch stattfand, sofern man unter dem verwundeten Kopfe das versteht, was vorausgeht, Nr. 576, ist bekannt und bedarf daher keiner weiteren Auslegung.
578. „Und die ganze Erde folgte bewundernd dem Tiere nach“, Offb.13/3, bedeutet, daß hierauf jener Glaube mit Freuden angenommen und zur Lehre der ganzen Kirche gemacht worden sei, weil sie durch denselben nicht mehr Sklaven unter dem Gesetze, sondern Freie unter dem Glauben waren.
Und sie folgte bewundernd nach bedeutet, das Staunen über die Heilung der Todeswunde und die hierauf erfolgte Annahme mit Freuden; durch die ganze Erde wird die ganze protestantische Kirche bezeichnet; denn die Erde ist die Kirche, Nr. 285; die ganze Erde folgte bewundernd dem Tiere nach, bedeutet daher, daß jener Glaube mit Freuden angenommen und zur Lehre der ganzen Kirche gemacht worden sei; die Freude, mit der er aufgenommen ward, hatte ihren Grund darin, daß sie sich nun nicht mehr als Sklaven unter dem Gesetze, sondern als Freie unter dem Glauben ansahen, nicht wissend, daß gerade das Gegenteil stattfand, nämlich daß die, welche sich für Freie unter dem Glauben oder aus jenem Glauben oder durch jenen Glauben halten, Sklaven unter der Sünde, das heißt, unter dem Teufel sind; denn Sünde und Teufel sind eins und dasselbe; sie glauben nämlich, daß auf diese Weise das Gesetz nicht verdamme, sie glauben also auch, sündigen, ohne daß das Gesetz verdammt, das sei Freiheit, und dazu sei genug, daß sie den Glauben haben, da doch dies die Sklaverei selbst ist, und hingegen der Mensch aus einem Sklaven ein Freier wird, wenn er die Sünde, das ist, den Teufel flieht. Diesem will ich folgende Denkwür digkeit beifügen: Ich sprach mit einigen Doktoren der Kirche in der Geisterwelt und fragte sie, was sie unter den Werken des Gesetzes und unter dem Gesetze verstehen, unter dessen Joch, Sklaverei und Verdammnis sie nicht sein wollen. Sie sagten, daß es die Werke des Gesetzes der Zehn Gebote seien. Worauf ich sie fragte: Welches sind die Bestimmungen der Zehn Gebote? Sind es nicht die: du sollst nicht töten, nicht huren, nicht stehlen, nicht falsch Zeugnis reden? Sind dies die Werke des Gesetzes, die ihr vom Glauben trennet, indem ihr saget, daß der bloße Glaube ohne die Werke des Gesetzes rechtfertige und seligmache? Sind es diese, für die Christus genuggetan hat? Sie antworteten, diese seien es. Da ließ sich aber eine Stimme aus dem Himmel hören, welche sprach: Wer kann so unsinnig sein? Auf dieses wendeten sie das Gesicht sogleich gegen die teuflische Geisterwelt, unter denen Macchiavelli war und mehrere aus dem Jesuitenorden, die jenes alles zuließen, wenn man sich nur vor den Gesetzen der Welt hütete. Mit diesen würden sie sich verbunden haben, wenn nicht eine Gesellschaft dazwischen gewesen wäre, die sie trennte. Es heißt, die ganze Erde verwunderte sich hinter (oder nach) dem Tiere: daß nach ihm so viel sei als ihm nachfolgend und gehorchend, erhellt aus folgenden Stellen:
David hielt Meine Gebote, und wandelte Mir nach von ganzem Herzen: 1Kö.14/8. Die Söhne Isais gingen dem Saul nach in den Krieg: 1Sa.17/13.
Du sollst nicht den vielen nachfolgen zum Bösen; du sollst nicht antworten beim Streit den vielen nach, um zu verdrehen: 2Mo.23/2.
Nicht nachgehen anderen Göttern, die ihr nicht kennet: Jer.7/9.
Sie gingen anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen: Jer.11/10; 5Mo.8/19. Den Mann, der dem Baalpeor nachgeht, wird Jehovah verderben: 5Mo.4/3.
579. „Und man betete den Drachen an, der dem Tiere die Macht gegeben, Offb.13/4, bedeutet die Anerkennung der Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben ohne des Gesetzes Werke von seiten der geistlichen Oberen und der Lehrer, die sie geltend machten durch die Aufnahme von seiten der ganzen Kirchengemeinschaft.
Anbeten bedeutet, als ein Heiligtum der Kirche anerkennen; durch den Drachen wird die Lehre von der Rechtfertigung und Seligmachung durch den Glauben allein ohne die Werke des Gesetzes bezeichnet, Nr. 537; das Tier in dieser Stelle bedeutet die ganze Kirchengemeinschaft, weil die Laien gemeint sind, Nr. 567. Macht geben bedeutet, sie geltend machen durch die Aufnahme von seiten dieser, Nr. 575.
580. „Und das Tier betete man an“, Offb.13/4, bedeutet, daß von der ganzen Kirchengemeinschaft als eine heilige Wahrheit anerkannt worden sei, daß niemand aus sich ein gutes Werk tun, noch das Gesetz erfüllen könne.
Anbeten bedeutet, wie in dem zunächst Vorhergehenden, Nr. 579, als ein Heiligtum der Kirche anerkennen, hier, daß es eine heilige Wahrheit sei, daß niemand aus sich ein gutes Werk tun, noch das Gesetz erfüllen könne; und weil diese zwei Dinge heilige Wahrheiten sind, so folgt, daß die Werke des Gesetzes als nicht seligmachend vom Glauben entfernt werden müssen; daß aber diese zwei Wahrheiten zugleich mit vielen anderen verfälscht worden seien, kann man oben Nr. 566 sehen. Durch das Tier wird hier ähnliches bezeichnet, wie durch den Drachen, um der Aufnahme und Anerkenntnis willen, weswegen es heißt, daß man den Drachen und daß man das Tier angebetet habe.
581. „Und sprach: Wer ist dem Tiere gleich, wer kann mit ihm streiten?“, Offb.13/4, bedeutet die Vorzüge jener Lehre vor jeder anderen, weil ihr von niemand widersprochen werden könne.
Wer ist dem Tiere gleich, bedeutet die Meinung, daß jene Kirche ihrer Lehre wegen jede andere übertreffe; durch das Tier wird die ganze Kirchengemeinschaft, mithin die Kirche, und abstrakt genommen, deren Lehre bezeichnet. Wer kann mit ihm streiten, bedeutet: wer kann dem Satze, daß der Mensch nichts geistig Gutes aus sich tun könne, widersprechen, (außer vielem anderen, wovon oben Nr. 566 die Rede war)? Und weil diesem nicht widersprochen werden kann, folgt nicht, daß wir durch den Glauben ohne des Gesetzes Werke selig werden sollen? Allein daß dieser Schluß ungereimt, ja an sich unsinnig ist, kann jeder sehen, der einiges aus dem Worte weiß und versteht. Wer kann mit ihm streiten, bedeutet auch, daß jene Lehre von den Häuptern der Kirche und von den Lehrern, die in ihre Fußstapfen getreten, so scharfsinnig und spitzfindig mit Beweisgründen belegt und so befestigt worden sei, daß sie nicht angegriffen werden könne.
582. „Und es ward ihm ein Maul gegeben, das große Dinge und Gotteslästerungen aussprach“, Offb.13/5, bedeutet, daß sie Böses und Falsches lehre.
Durch den sprechenden Mund wird das Lehren, das Predigen und die Rede bezeichnet, Nr. (452), 453. Große Dinge und Lästerungen sprechen bedeutet, Böses und Falsches lehren; denn das Große wird vom Guten und im entgegengesetzten Sinne vom Bösen gesagt, Nr.656, 663, 896, 898, und durch die Gotteslästerungen werden die verfälschten Wahrheiten des Wortes bezeichnet, mithin das Falsche; was hier durch die Gotteslästerungen insbesondere bezeichnet wird, kann man oben Nr. 571 sehen. Daß sie Böses lehrt, ergibt sich daraus, daß sie die Werke des Gesetzes, also das, was man tun soll, von der Seligmachung ausschließt, wer aber dies tut, im geistig Bösen ist, welches Sünde ist.
583. „Und es ward ihm Macht gegeben, zweiundvierzig Monate lang sein Wesen zu treiben“, Offb.13/5, bedeutet die Macht, das Böse und Falsche jener Lehre zu lehren und zu tun bis ans Ende jener Kirche, da der Anfang der neuen ist.
Die ihm gegebene Macht, sein Wesen zu treiben, bedeutet die Macht, große Dinge und Gotteslästerungen zu sprechen, das heißt, Böses und Falsches zu lehren, wovon soeben Nr. 582 die Rede war; zweiundvierzig Monate lang bedeutet, wie oben Nr. 489, bis ans Ende der vorigen Kirche, da der Anfang der neuen ist, gerade wie die drei Tage und ein halber, Nr. 505, und die Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit, Nr. 562, desgleichen die Tausendzweihundertsechzig Tage, Nr. 491; denn zweiundvierzig Monate machen drei und ein halbes Jahr.
584. „Und es öffnete sein Maul zu Lästerungen gegen Gott und Seinen Namen“, Offb.13/6, bedeutet ihre Aussprüche, welche Lästerungen sind gegen das Göttliche Selbst und das GöttlichMenschliche des Herrn und zugleich gegen alles, was die Kirche aus dem Worte hat, und wodurch der Herr verehrt wird.
Es öffnete sein Maul zu Lästerungen, bedeutet Aussprüche, welche Lügenreden sind; durch das Maul wird das Lehren, das Predigen und die Rede bezeichnet, Nr. 453. Das Maul öffnen bedeutet also dergleichen aussprechen; die Gotteslästerungen bedeuten die Verfälschungen des Wortes und mehreres andere, wie oben Nr. 571, 582, hier auch die Ärgernisse, denn es folgt: wider Gott und Seinen Namen. Durch Gott wird, wie oft anderwärts in der Offenbarung, das Göttliche des Herrn bezeichnet, und durch Seinen Namen alles, wodurch der Herr verehrt wird, desgleichen das Wort, weil diesem gemäß die Gottesverehrung geschieht, Nr. 81. Daß durch den Namen Jehovahs oder Gottes das Göttlich-Menschliche des Herrn und zugleich das Wort, desgleichen alles das bezeichnet wird, wodurch Er verehrt wird, kann noch weiter erhellen aus folgenden Stellen:
Jesus sagte: Vater, verherrliche Deinen Namen! Da kam eine Stimme aus dem Himmel, welche sprach: Ich habe ihn nicht nur verherrlicht, sondern werde ihn auch weiter verherrlichen: Joh.12/28.
Jesus sagte: Ich habe Deinen Namen den Mensch geoffenbart, und habe Deinen Namen ihnen bekanntgemacht: Joh.17/(6),26.
Was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohne; wenn ihr etwas in Meinem Namen bittet, so will Ich es tun: Joh.14/13,14.
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort; wie viele (Ihn) aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an Seinen Namen glauben; und das Wort ward Fleisch: Joh.1/1,11,(12),14.
Jesus sagte: Wer nicht an Ihn glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes: Joh.3/18.
Unter dem Namen des Jehovah Gottes, der nicht entheiligt werden soll, in der zweiten Vorschrift der Zehn Gebote, desgleichen unter dem Namen des Vaters, der geheiligt werden soll, im Gebet des Herrn, wird auch nichts anderes verstanden.
585. „Und wider Seine Hütte und die im Himmel Wohnenden“, Offb.13/6, bedeutet die Ärgernisse wider die himmlische Kirche des Herrn und wider den Himmel.
Durch die Hütte wird beinahe dasselbe bezeichnet wie durch den Tempel, nämlich im höchsten Sinne das Göttlich-Menschliche des Herrn, und im abgeleiteten Sinne der Himmel und die Kirche, Nr. 191, 529. Allein durch die Stiftshütte in diesem Sinne wird die himmlische Kirche bezeichnet, die im Guten der Liebe zum Herrn aus dem Herrn ist, und durch den Tempel die geistige Kirche, die im Wahren der Weisheit aus dem Herrn ist; durch die im Himmel Wohnenden wird der Himmel bezeichnet. Daß durch die Hütte die himmlische Kirche bezeichnet wird, kommt daher, daß die Älteste Kirche, welche himmlischwar, weil sie in der Liebe zum Herrn stand, ihren Gottesdienst in Hütten und die Alte Kirche, die eine geistige Kirche war, den ihrigen in Tempeln hatte. Die Hütten waren aus Holz und die Tempel aus Stein, und das Holz bezeichnet Gutes, der Stein aber Wahres. Daß durch die Hütte das Göttlich-Menschliche des Herrn in Ansehung der göttlichen Liebe bezeichnet wird und dann auch der Himmel und die Kirche, die in der Liebe zum Herrn sind, kann aus folgenden Stellen erhellen:
Jehovah! wer wird weilen in Deiner Hütte? Wer wird wohnen auf dem Berge Deiner Heiligkeit? Wer untadelhaft wandelt, Gerechtigkeit übt, und Wahrheit redet: Ps.15/1,2.
Jehovah wird in Seinem Zelte mich verstecken, im Verborgenen Seiner Hütte mich verbergen, Er wird mich erhöhen: Ps.27/4,5.
Ich will in deiner Hütte bleiben in Ewigkeit: Ps.61/5.
Sieh hin auf Zion, deine Augen sehen nach Jerusalem, die stille Wohnung, auf die Hütte, welche nicht zerstört wird werden: Jes.33/20.
Jehovah, Der die Himmel auseinanderbreitet wie eine Hütte zum Bewohnen: Jes.40/22. Die höchste Höhe machtest Du, (Jehovah!) zu Deiner Wohnung; keine Plage wird sich Deiner Hütte nahen: Ps.91/9,10.
Jehovah richtete mitten unter ihnen eine Hütte auf, um mitten unter ihnen zu wandeln: 3Mo.26/11,12.
(Jehovah) verließ das Zelt Schilo, die Hütte, in der Er unter den Menschen wohnte: Ps.78/60. Ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen, Er wird bei ihnen wohnen: Offb.21/3.
Zerstört ist Meine Hütte: Jer.4/20; 10/20.
Er wird dich aus der Hütte reißen, dich ausrotten aus dem Land der Lebenden: Ps.52/7. So auch sonst, als: Jes.16/14 (n. A. 5); 54/2; Jer.30/18; Klg.2/4; Hos.9/6; 12/10; Sach.12/7.
Weil die Älteste Kirche, die eine himmlische Kirche war, weil sie in der Liebe zum Herrn und daher in der Verbindung mit Ihm stand, ihren Gottesdienst in Hütten hatte, darum ward auf Befehl des Herrn auch von Moses eine Hütte aufgerichtet, in der alle Dinge des Himmels und der Kirche vorgebildet wurden, und die so heilig war, daß es niemanden erlaubt war, in dieselbe einzugehen, außer dem Moses, Aharon und dessen Söhnen; und wenn jemand aus dem Volke (es wagen wollte), so sollte er sterben: 4Mo.17/27,28. (n. A. 12,13); 18/1,22,23; 19/14-19. Im Innersten derselben war die Lade, in der die zwei Tafeln lagen, welche die Zehn Gebote enthielten, und über derselben der Gnadenstuhl und die Cherube. Außerhalb des Vorhanges um dieselbe stand der Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, der Rauchaltar, der Leuchter mit den sieben Leuchten, welche lauter Vorbildungen des Himmels und der Kirche waren. Sie wird beschrieben 2Mo.26/7- 16; 36/8-37, und man liest, daß ihre Form dem Moses auf dem Berg Sinai gezeigt worden sei, 2Mo.25/9; 26/30, was aber aus dem Himmel zu sehen gegeben wird, das ist eine Vorbildung des Himmels und daher der Kirche. Zum Andenken an die heilige Verehrung des Herrn in den Hütten bei den Uralten und an die Verbindung mit Ihm durch die Liebe ward das Hüttenfest angeordnet, von dem 3Mo.23/39-44; 5Mo.16/13,14; Sach.14/16,18,19 die Rede ist.
586. „Und es ward ihm zugelassen, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden“, Offb.13/7, bedeutet, daß sie die göttlichen Wahrheiten des Wortes bekämpft und umgestoßen haben.
Durch den Krieg wird ein geistiger Krieg bezeichnet, der ein Krieg des Falschen gegen das Wahre und des Wahren gegen das Falsche ist, Nr. 500. Krieg führen bedeutet also: bestreiten; unter den Heiligen werden diejenigen verstanden, die in den göttlichen Wahrheiten aus dem Herrn durch das Wort sind und daher, von den Personen abgesehen, die göttlichen Wahrheiten, Nr. 173; sie überwinden, bedeutet daher machen, daß die Wahrheiten keine Gültigkeit erhalten, mithin sie umstoßen. Ähnliches wird bezeichnet durch Folgendes bei Da7/21: Das vierte Tier, das aus dem Meer aufstieg und ein Maul hatte, das große Dinge redete, führte Krieg mit den Heiligen und überwand sie, ferner durch Da.8/5-7,12: Der Ziegenbock lief gegen den Widder an, warf ihn auf die Erde, zertrat ihn, und erhob sich wider den Heeresfürsten und umgeworfen ward die Wohnung seines Heiligtums; und die Wahrheit warf er auf die Erde. Daß unter dem Ziegenbock der von der tätigen Liebe getrennte Glaube verstanden werde, kann man in der »Lehre des Neuen Jerusalems vom Glauben« 61-68. sehen.
Ähnliches wird verstanden unter Folgendem: Es wird ein König aufstehen, hart von Angesicht, kundig spitzfindiger Dinge, er wird verderben die Starken und das Volk der Heiligen, und wider den Fürsten der Fürsten aufstehen; und der Betrug wird glücklich vonstatten gehen in seiner Hand: Da.8/23-25. Daß dieser König der Ziegenbock sei, wird daselbst Vers 21. gesagt.
Ähnliches wird auch dadurch bezeichnet, daß das Tier, das aus dem Abgrund aufstieg, mit den zwei Zeugen Krieg führte und sie besiegte und tötete: Offb11/7, Nr.500. Daß sie gesiegt, kommt daher, daß die Laien ihre Spitzfindigkeiten, die sie Geheimnisse nennen, nicht sehen, weil sie dieselben mit äußerem Schein und Täuschungen umkleiden; weswegen sie sagten: Wer ist dem Tiere gleich, wer kann mit ihm streiten? Offb.13/4, Nr.579-581. Daß unter den Heiligen diejenigen verstanden werden, die im Wahren aus dem Herrn durch das Wort sind, kann aus den oben Nr. 173. angeführten Stellen, und noch überdies aus folgenden erhellen:
Jesus sagte: Vater, heilige sie in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist Wahrheit; Ich heilige Mich selbst, damit sie geheiliget seien in der Wahrheit; Ich in ihnen, und Du in Mir: Joh.17/17,19,23.
Jehovah kam von Sinai, Er kam von Myriaden der Heiligkeit, von Seiner Rechten des Gesetzes Feuer ihnen, in deiner Hand sind alle Seine Heiligen; man wird von deinen Worten nehmen: 5Mo.33/2,3, woraus erhellt, daß diejenigen Heilige heißen, die in den göttlichen Wahrheiten aus dem Herrn durch das Wort sind; ferner, daß die, welche nach den Geboten, das ist, nach den Wahrheiten des Wortes, leben, die Heiligen Jehovahs sein sollten:, 3Mo.19/2; 5Mo.26/18,19, und daß sie, wenn sie den Bund hielten, das heilige Volk sein sollten, 2Mo.19/5,6. Die Zehn Gebote sind der Bund, den sie halten sollten, (Lebenslehre für das N. J.) Nr. 60. Daher kam es, daß der Ort in der Stiftshütte, wo die Lade war, in der die Zehn Gebote lagen, das Allerheiligste hieß: 2Mo.26/33,34. Heilige heißen die, welche nach den Wahrheiten des Wortes leben, nicht weil sie heilig sind, sondern weil die Wahrheiten in ihnen heilig sind, und diese sind heilig, wenn sie aus dem Herrn in ihnen sind; und der Herr ist in ihnen, wenn sie Wahrheiten Seines Wortes sind: Joh.15/7. Von den Wahrheiten aus dem Herrn heißen die Engel Heilige: Matth.25/31; Luk.9/26; desgleichen die Propheten: Luk.1/70; Offb.18/20; 22/6; und die Apostel: Offb.18/20. Daher kommt es, daß der Tempel ein Tempel der Heiligkeit heißt: Ps.5/8; Ps.65/5; Sion der Berg der Heiligkeit: Jes.65/11; Jer.31/23; Ez.20/40; Ps.2/6; 3/5; 15/1; Jerusalem die heilige Stadt: Jes.48/2; 64/10; Offb.21/2,10; Matth.27/53; die Kirche das Volk der Heiligen: Jes.62/12; 63/18; Ps.149/1; sowie auch das Reich der Heiligen: Da.7/18,22,27. Der Grund, warum sie Heilige genannt worden, liegt darin, daß die Engel im abgezogenen Sinne die göttlichen Wahrheiten aus dem Herrn bezeichnen, die Propheten die Wahrheiten der Lehre, die Apostel die Wahrheiten der Kirche, der Tempel den Himmel und die Kirche in Ansehung des göttlich Wahren, desgleichen Sion, Jerusalem, das Volk und das Reich Gottes. Keiner ist, wie man aus Hi.15/14,15 sehen kann, heilig aus sich, nicht einmal die Engel; sondern aus dem Herrn, denn der Herr ist der alleinige Heilige: Offb.15/4, Nr. 173.









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