zum Forum

Cyrenius und Jesus


Tina am Samstag, den 24. Mai 2008 um 09:48:05 Uhr

Wenn man den Text durchliest ergibt sich ein ganz anderes Bild, als das, welches von der Webbetreiberin versucht wird zu vermitteln :


Was den Grund des Todes Tullias betrifft heißt es im Text ( Jugend Jesu Band 1 Kapitel 188 Vers 32 ) :

[JJ.01_188,32] Joseph aber sagte: „Mein Söhnchen, wird sie nimmer lebend?“

[JJ.01_188,33] Und das Kindlein sprach: „Frage Mich nicht darum; denn nun ist noch lange nicht Meine Zeit, sondern tue, wie Ich dir sagte!

[JJ.01_188,34] Siehe, das Weib ward eifersüchtig auf Mich, als Mir Cyrenius seine Liebe gestand; diese Eifersucht und dieser Liebeneid hat sie so schnell getötet! Darum frage Mich nicht weiter, sondern lasse sie ins Kämmerlein aufs Gerüst bringen; denn sie ist wirklich tot!“

Weiter oben sagt Jesu :

[JJ.01_188,24] Da seufzte das Kindlein tief auf und sprach: „O ihr wetterwendischen Menschen! Wie wenig Beständigkeit wohnet in eurem Herzen!

[JJ.01_188,25] Wenn ihr schon also seid in Meiner Gegenwart, was werdet ihr dann erst sein, so Ich nicht unter euch sein werde?!

[JJ.01_188,26] Cyrenius! Was war Ich dir vor einigen Minuten, – und was bin Ich dir jetzt?

[JJ.01_188,27] Dein Angesicht verhüllest du vor Mir wie vor der Welt, und dein Herz ist so voll Traurigkeit, daß du kaum vernehmen magst Meine Stimme!

[JJ.01_188,28] Ich aber sage dir: Wahrlich, also bist du Meiner noch nicht wert!

[JJ.01_188,29] Denn wer noch sein Weib mehr liebt denn Mich, der ist Meiner nicht wert, da Ich doch mehr bin als ein Weib, geschaffen durch Meine Macht!

In der Bibel sagt Jesu ebenfalls, daß man seiner nicht wert sei, wenn man irgendetwas in der Welt mehr lieben würde als ihn.

Tullia wird von den Jesuskind wiedererweckt ( Jugend Jesus Band 1 Kapitel 190, Vers 18 – 23 ) :

[JJ.01_190,18] Nach dem Essen aber, das allen sehr wohl geschmeckt hatte, begehrte das Kindlein sogleich wieder hinaus ins Freie, um mit dem Cyrenius und mit den acht Kindern zu spielen.

[JJ.01_190,19] Maria aber sagte: „Höre Du, mein Jesus! Nun darfst Du wohl nicht spielen, und die acht Kinder auch nicht; denn fürs erste ist ja Sabbat, und fürs zweite haben wir eine Leiche im Hause, und da darf man nicht spielen, sondern schön ruhig und bescheiden sein!“

[JJ.01_190,20] Das Kindlein aber sagte: „Weib, was für ein Geist heißet dich also zu Mir reden?

[JJ.01_190,21] Ist der Sabbat denn mehr als Ich – und das tote Weib mehr als Mein Wille?!

[JJ.01_190,22] Damit du aber siehst, daß Ich über dem Sabbat und über dem toten Weibe stehe und selbiges Mich nicht hindere in Meiner Freude, so erwache es!“

[JJ.01_190,23] Bei diesem Worte erhob sich die Leiche vom Gerüste und kam bald ins Zimmer.

Auch in der Bibel wird die Liebe zu Gott geprüft. So wird Abraham geprüft, ob denn seine Liebe zu Gott größer sei als zu seinem Sohn Isaak.


Zum besseren Verständnis der gesamte Textausschnitt ( Jugend Jesu Kapitel 188 – 190 ):

[JJ.01_188,01] Als der Cyrenius aber diese Erdkugel abermals mit großer Aufmerksamkeit betrachtete, da verlangte das Kindlein freigestellt zu werden, um auf dem Hügel ein wenig hin und her zu hüpfen.

[JJ.01_188,02] Und Cyrenius setzte Es gar sanft auf die Erde und sprach:

[JJ.01_188,03] „O Du mein Leben, Du mein Heil, Du mein Alles! Nur von meinen Händen gebe ich Dich leiblich frei;

[JJ.01_188,04] aber nimmer, nimmer aus meinem Herzen; denn da lebst Du nunmehr ganz allein, – ja Du ganz allein bist meine Liebe!

[JJ.01_188,05] Wahrlich, so ich nur Dich, o Du mein Heiland, habe, dann ist mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen nichtiger als das Nichts selbst!“

[JJ.01_188,06] Hier stand das Kindlein auf, wandte sich wieder zum Cyrenius und sprach zu ihm:

[JJ.01_188,07] „Ich muß denn doch wieder bei dir verbleiben, obschon Ich recht gerne ein wenig herumhüpfen möchte, weil du Mich gar so lieb hast!

[JJ.01_188,08] Hättest du fortwährend deine kleine Erde beschaut, siehe, da wäre Mir bei dir zu sein wohl ein wenig langweilig geworden;

[JJ.01_188,09] aber da du dein Herz wie alle deine Aufmerksamkeit wieder völlig Mir zugewandt hast, da muß Ich bei dir verbleiben und kann Mich nicht trennen von dir!

[JJ.01_188,10] Aber höre du, Mein lieber Cyrenius! Was wird denn dein Weib dazu sagen, wenn sie sicher vernommen hat, daß du Mich ganz allein nur liebst?“

[JJ.01_188,11] Und der Cyrenius sprach: „Herr, wenn ich nur Dich habe, was frage ich da um mein Weib und um die ganze Welt! – Siehe, das alles ist mir um die leichteste Münze feil!

[JJ.01_188,12] O Du mein Jesus, welche Seligkeit kann größer wohl sein als allein die nur: Dich über alles zu lieben und von Dir wiedergeliebt zu werden!

[JJ.01_188,13] Darum möchte ich eher die Tullia verachten wie einen Heuschreckenzug, bevor ich nur um ein Haarbreit von der Liebe zu Dir weichen möchte!“

[JJ.01_188,14] Das Kindlein aber sprach: „Cyrenius, so Ich dich aber darob ein wenig prüfete, denkst du wohl, daß du da beständig verbleiben möchtest?“

[JJ.01_188,15] Und der Cyrenius sprach: „Nach meinem gegenwärtigen Gefühle dürftest Du wohl die Erde unter meinen Füßen zerstäuben und mir die Tullia tausendfach nehmen, so es möglich wäre, so würde ich aber dennoch in meiner gleichen Liebe zu Dir verbleiben!“

[JJ.01_188,16] Hier sank plötzlich die Tullia wie vom Schlage gerührt zu Boden und ward völlig tot.

[JJ.01_188,17] Alle Anwesenden erschraken heftig. Man brachte sogleich wohlgegorenen Zitronensaft und frisches Wasser und labte sie;

[JJ.01_188,18] aber es war alle Mühe vergeblich, denn die Tullia war völlig tot.

[JJ.01_188,19] Als der Cyrenius aber sah, daß die Tullia ernstlich tot war, da verhüllte er sein Angesicht und fing an, sehr traurig zu werden.

[JJ.01_188,20] Nun aber fragte das Kindlein den traurigen Cyrenius: „Cyrenius! Wie kommst du Mir nun vor? Siehe, noch ist die Erde ganz, und dein Weib ist noch lange nicht tausend Male getötet, wie du's verlangtest, – und du trauerst, als hättest du alles in der Welt verloren!

[JJ.01_188,21] Hast du Mich nun nicht gleich wie ehedem, der Ich dir doch alles war?! – Wie magst du nun trauern gar so sehr?“

[JJ.01_188,22] Hier seufzte der Cyrenius tief auf und sprach gar kläglich: „O Herr! Ich wußte es ja nicht, wie teuer mir die Tullia war, solange ich sie hatte; ihr Verlust erst zeigte mir nun ihren Wert!

[JJ.01_188,23] Darum trauere ich – und werde trauern wohl mein Leben lang um sie, die mir eine so edle und treue Gehilfin war!“

[JJ.01_188,24] Da seufzte das Kindlein tief auf und sprach: „O ihr wetterwendischen Menschen! Wie wenig Beständigkeit wohnet in eurem Herzen!

[JJ.01_188,25] Wenn ihr schon also seid in Meiner Gegenwart, was werdet ihr dann erst sein, so Ich nicht unter euch sein werde?!

[JJ.01_188,26] Cyrenius! Was war Ich dir vor einigen Minuten, – und was bin Ich dir jetzt?

[JJ.01_188,27] Dein Angesicht verhüllest du vor Mir wie vor der Welt, und dein Herz ist so voll Traurigkeit, daß du kaum vernehmen magst Meine Stimme!

[JJ.01_188,28] Ich aber sage dir: Wahrlich, also bist du Meiner noch nicht wert!

[JJ.01_188,29] Denn wer noch sein Weib mehr liebt denn Mich, der ist Meiner nicht wert, da Ich doch mehr bin als ein Weib, geschaffen durch Meine Macht!

[JJ.01_188,30] Ich sage dir, berate dich in der Zukunft besser, sonst wirst du auf dieser Welt Mein Angesicht nimmer erschauen!“

[JJ.01_188,31] Darauf ging das Kindlein zum Joseph hin und sagte zu ihm: „Joseph! Lasse die Tote ins Kämmerlein bringen und sie legen auf ein Totengerüst!“

[JJ.01_188,32] Joseph aber sagte: „Mein Söhnchen, wird sie nimmer lebend?“

[JJ.01_188,33] Und das Kindlein sprach: „Frage Mich nicht darum; denn nun ist noch lange nicht Meine Zeit, sondern tue, wie Ich dir sagte!

[JJ.01_188,34] Siehe, das Weib ward eifersüchtig auf Mich, als Mir Cyrenius seine Liebe gestand; diese Eifersucht und dieser Liebeneid hat sie so schnell getötet! Darum frage Mich nicht weiter, sondern lasse sie ins Kämmerlein aufs Gerüst bringen; denn sie ist wirklich tot!“

[JJ.01_188,35] Joseph ließ darauf sogleich die Leiche ins Haus tragen und bereiten in einem Seitenkämmerlein ein Gerüst und dann die Leiche legen darauf.

[JJ.01_188,36] Alles ging nun zu Cyrenius hin und tröstete ihn ob diesem plötzlichen Verluste seines Weibes.

[JJ.01_188,37] Cyrenius aber enthüllte bald wieder sein Gesicht, richtete sich auf wie ein rechter Held und sprach:

[JJ.01_188,38] „O liebe Freunde, tröstet mich nicht vergeblich; denn ich habe meinen Trost schon gefunden in meinem eigenen Herzen,

[JJ.01_188,39] und einen besseren könnet ihr mir wohl nicht geben!

[JJ.01_188,40] Sehet, hier hat der Herr mir ja wunderbar dies edle Weib gegeben, und hier hat Er sie mir wieder genommen; denn Er allein ist ja der Herr über alles Leben!

[JJ.01_188,41] Ihm sei darum auch alles aufgeopfert, und Sein heiliger Name sei darum ewig gelobt und gepriesen!

[JJ.01_188,42] Es ist zwar ein harter Schlag auf mein fleischig Herz; aber ich empfinde ihn nun auch um so belebender für meinen Geist!

[JJ.01_188,43] Denn dadurch hat der Herr mich frei gemacht, und ich gehöre nun ganz, aller irdischen Bande ledig, Ihm allein zu, und Er allein ist nun der heilige Einwohner meines Herzens! Darum tröstet mich nicht; Er ist allein ja mein Trost für ewig!“

[JJ.01_188,44] Hier kam das Kindlein wieder zum Cyrenius und sagte zu ihm: „Amen! – Also sei es für ewig!

[JJ.01_188,45] Wie ein Hauch werden diese Erdenjahre vergehen, in denen wir noch hier wirken werden; dann aber wirst du dort sein, wo Ich sein werde ewig unter denen, die Mich lieben werden dir gleich! – Also sei es ewig, ewig, ewig!“ – – –



[JJ.01_189] 189. Kapitel – Joseph lädt den Cyrenius zum Mahle. Des Cyrenius Absage unter Hinweis auf seine Sättigung durch den Herrn. Des Kindleins Lob über Cyrenius.

20. April 1844

[JJ.01_189,01] Es kamen aber nun auch die Söhne Josephs und zeigten an, daß das Mahl bereitet sei.

[JJ.01_189,02] Und der Joseph ging hin zum Cyrenius und zeigte ihm, der sich eben mit dem Kindlein wieder vollauf beschäftigte, solches an und fragte ihn, ob er vor Traurigkeit wohl eine Speise werde zu sich nehmen können.

[JJ.01_189,03] Und der Cyrenius sprach: „O mein erhabener Bruder, meinst du denn, daß ich irgend einen Hunger habe?

[JJ.01_189,04] Da sieh einmal her! Wie kann man hungrig wohl werden in der Gesellschaft Dessen, durch den in jedem Augenblicke Myriaden und Myriaden gesättiget werden!?

[JJ.01_189,05] Was aber meine von dir vermeinte Traurigkeit betrifft, da sage ich aus der Fülle meiner Liebe zu Dem, der dich und mich erschuf:

[JJ.01_189,06] Wie sollte ich trauern wohl in der Gesellschaft meines und deines Herrn?!

[JJ.01_189,07] Siehe, da du ein Weizenkorn in die Erde streuest, das da in ihr verfault, da läßt Er hundert an die Stelle des einen treten!

[JJ.01_189,08] Also ist es ja auch hier der Fall: wo der Herr eines nimmt, da gibt Er bald tausend dafür!

[JJ.01_189,09] Mir hat Er wohl die eifersüchtige Tullia genommen, dafür aber hat Er Sich mir Selbst gegeben!

[JJ.01_189,10] O Bruder, welch ein unendlicher Ersatz ist das für meinen so geringen Verlust!

[JJ.01_189,11] Anstatt meines Weibes darf ich nun Ihn in meinem Herzen ewig mein nennen! – O Bruder, wie sollte ich da wohl noch um die Tullia trauern können?!“

[JJ.01_189,12] Hier sprach Joseph: „O Bruder! Du bist groß geworden vor dem Herrn; wahrlich, du bist ein Heide gewesen – und bist nun besser denn viele Israeliten!

[JJ.01_189,13] Ja, ich selbst muß es vor dir bekennen: Dein Herz und dein Mund beschämet hoch mich selbst;

[JJ.01_189,14] denn eine solche Ergebung in den Willen des Herrn habe ich an mir selbst noch nicht erlebt!“

[JJ.01_189,15] Hier richtete Sich das Kindlein auf und sprach: „Joseph! Ich weiß, warum Ich dich erwählte; doch größer warst du noch nie vor Mir als eben jetzt, da du deine Schwäche vor einem Heiden bekennest!

[JJ.01_189,16] Ich aber sage dir, da du dem Cyrenius schon das Zeugnis gabst, daß er besser ist als viele Israeliten:

[JJ.01_189,17] Cyrenius ist hier mehr als Abraham, Isaak und Jakob, und mehr als Moses und die Propheten, und mehr als David und Salomo!

[JJ.01_189,18] Denn deren Taten waren gerecht durch den Glauben und durch große Gottesfurcht in ihren Herzen;

[JJ.01_189,19] Cyrenius aber ist ein Erstling, den Meine Liebe geweckt hat; und das ist mehr als der gesamte alte Bund, der tot war, während Cyrenius nun ganz lebendig ist!

[JJ.01_189,20] Du kennst des Tempels Herrlichkeit in Jerusalem; er ist ein Werk Salomonischer Weisheit.

[JJ.01_189,21] Aber dieser Tempel ist tot wie sein Werkmeister, der Mich den Weibern opferte!

[JJ.01_189,22] Cyrenius aber hat in seinem Herzen mit großer Selbstverleugnung Mir nun einen neuen, lebendigen Tempel erbaut, in dem Ich wohnen werde ewiglich; und das ist mehr denn alle Weisheit Salomons!“

[JJ.01_189,23] Hier fing Cyrenius an zu weinen vor Seligkeit, und Joseph wie die Maria zeichneten sich diese Worte tief in ihre Herzen; denn sie waren voll Kraft und voll Leben. – –



[JJ.01_190] 190. Kapitel – Des Kindleins Aufforderung an Cyrenius zum Mitessen und Mitspielen. Des Maronius und der Maria Einwurf. Des Kindleins entkräftigende Entgegnung. Die Erweckung der Tullia.

22. April 1844

[JJ.01_190,01] Das Kindlein aber sprach darauf wieder zum Cyrenius:

[JJ.01_190,02] „Cyrenius, du bist nun wohl gesättiget in deinem Herzen, und diese Sättigung wird dir bleiben ewig!

[JJ.01_190,03] Aber dein Leib ist hungrig, und du bedarfst einer Stärkung für denselben Zweck, zu welchem Zwecke Ich Selbst für Meinen Leib einer natürlichen Stärkung bedarf.

[JJ.01_190,04] Daher gehe du nur mit Mir hinab ins Haus, allda wollen wir einen guten Fisch, den heute der Jonatha mitgenommen hatte und den Meine Brüder recht wohl zubereitet haben, verzehren.

[JJ.01_190,05] Denn Ich muß dir sagen, daß Ich die Fische viel lieber esse als das öde jüdische Kindskoch; und Ich freue Mich schon recht auf ein gutes Stückchen!

[JJ.01_190,06] O Ich sage dir, du Mein liebster Cyrenius, die Fische esse Ich sehr gerne und habe darum auch den Jonatha sehr lieb, weil er ein reiner Fischer ist und bringt uns öfter die besten Fische!

[JJ.01_190,07] Und weißt du, Mein liebster Cyrenius, nach dem Essen mußt du dann mit Mir ein wenig spielen, und deine Kinder sollen das auch!

[JJ.01_190,08] Du bist noch nicht alt und kannst darum schon mit Mir ein wenig herumhüpfen und springen!“

[JJ.01_190,09] Diese rein kindliche Sprache des Kindleins freute den Cyrenius so sehr, daß er ganz der toten Tullia vergaß, obschon darob seine Gesellschafter trauerten;

[JJ.01_190,10] und einige aus der Gesellschaft sich aber auch um den Cyrenius zu sorgen anfingen ob seiner Heiterkeit, die ihnen ein Wahnsinn zu sein schien.

[JJ.01_190,11] Der Maronius selbst ging hin zum Cyrenius und fragte ihn um sein Befinden.

[JJ.01_190,12] Das Kindlein aber antwortete sogleich anstatt des Cyrenius und sprach:

[JJ.01_190,13] „O Maronius! Sorge dich nicht um diesen Meinen Freund; denn der war in seinem ganzen Leben noch nie wahnsinnsfreier als jetzt!

[JJ.01_190,14] Ich wollte, du wärest also gesund wie Cyrenius, da würdest du sicher keine solche Fragen stellen in Meiner Gegenwart!

[JJ.01_190,15] Gehe aber auch du mit uns hinab zur Tafel; vielleicht heilt dich ein gutes Stückchen Fisch!“

[JJ.01_190,16] Darauf begab sich Cyrenius mit dem Kindlein, mit Joseph, Maria, Jonatha, Eudokia und mit den acht Kindern ins Haus, und der Maronius folgte ihnen, obschon ein wenig wie auf Nadeln gehend;

[JJ.01_190,17] aber die andere große Gesellschaft trauerte und ging nicht zum Mittagsmahle.

[JJ.01_190,18] Nach dem Essen aber, das allen sehr wohl geschmeckt hatte, begehrte das Kindlein sogleich wieder hinaus ins Freie, um mit dem Cyrenius und mit den acht Kindern zu spielen.

[JJ.01_190,19] Maria aber sagte: „Höre Du, mein Jesus! Nun darfst Du wohl nicht spielen, und die acht Kinder auch nicht; denn fürs erste ist ja Sabbat, und fürs zweite haben wir eine Leiche im Hause, und da darf man nicht spielen, sondern schön ruhig und bescheiden sein!“

[JJ.01_190,20] Das Kindlein aber sagte: „Weib, was für ein Geist heißet dich also zu Mir reden?

[JJ.01_190,21] Ist der Sabbat denn mehr als Ich – und das tote Weib mehr als Mein Wille?!

[JJ.01_190,22] Damit du aber siehst, daß Ich über dem Sabbat und über dem toten Weibe stehe und selbiges Mich nicht hindere in Meiner Freude, so erwache es!“

[JJ.01_190,23] Bei diesem Worte erhob sich die Leiche vom Gerüste und kam bald ins Zimmer.

[JJ.01_190,24] Das Kindlein aber befahl, ihr etwas zu essen zu geben, und ging dann sogleich mit dem Cyrenius ins Freie, während sich alles über diese Erweckung höchst zu verwundern anfing.









Name:
E-Mail-Adresse:
Überschrift:
Beitrag: