JesusLEBT-Andacht |
Und nun wird alles auf den Kopf gestellt. Statt sich zu freuen, dass die Frau ein aufrechter Mensch geworden ist, wird kleinlich kritisiert. Die Zeit passt nicht. Die Heilung ist ja ganz schön, aber bitte nicht heute. Ein Bruch mit der Konvention. Am Sabbat heilt man nicht.
Ein Mensch wird Christ, er steht nun vor Gott, aber er bekehrte sich nicht auf unsere Weise. Oder er geht in die falsche Kirche. Wir treffen auf echte Liebe und Hilfe und sie wird der Form halber verdammt. Im Gottesdienst wird nicht für Heilung gebetet, weil dieser Programmpunkt nicht vorgesehen ist. Das Leid eines anderen wird nicht geteilt, weil der Gottesdienst ein Festgottesdienst sein sollte.
Jesus bricht mit Konventionen. Nicht um zu provozieren. Er geht schließlich auch in die Synagoge und lehrt. Aber er bricht mit Konventionen, wenn sie zwischen Menschen und Gott stehen. Und wir?
Lk 3,5 ...das Krumme soll gerade werden...
"Und siehe" wie Jesus sieht. Er nimmt nicht nur irgend eine schwache zusammengekrümmte Frau wahr, er sieht sie persönlich, ihr Leid und seine Verantwortung für sie. Jesus sieht unsere Last, unter die wir uns beugen, er sieht es, wenn wir nicht mehr aufrecht stehen können. Und er richtet uns auf. Er legt persönlich Hand auf und richtet uns auf. Jesus diskutiert mit dem Synagogenvorsteher nicht darüber, ob es nun in Ordnung sei am Sabbat zu heilen. Das, was getan werden muss, wird auch am Sabbat getan. Achtzehn Jahre lang litt diese Frau bereits. Und trotzdem war es nicht möglich noch einen Tag zu warten. Diese Frau zu heilen war dringender als die Vorschriften. Jesus erkennt durch die in sich verkrümmte Gestalt die Tochter Abrahams, einen Menschen der zu ihm gehört, für den er Verantwortung hat. Der Synagogenvorsteher sah seine Verantwortung eher gegenüber Ochse und Esel. Es wäre auch seine Aufgabe, wenigstens im übertragenen Sinne, unsere Mitmenschen zu stärken und aufzurichten. "Und siehe" unseren Nächsten. Ihm zu helfen müsste wichtiger sein als (selbst noch so fromme) formale Verpflichtungen.
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