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JesusLEBT-Andacht

Lk 12,41 Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen?
Lk 12,42 Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzen wird, um die zugemessene Speise zu geben zur rechten Zeit?
Lk 12,43 Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird!
Lk 12,44 In Wahrheit sage ich euch, daß er ihn über seine ganze Habe setzen wird.
Lk 12,45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr läßt sich Zeit mit dem Kommen, und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
Lk 12,46 so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn entzweischneiden und ihm sein Teil festsetzen bei den Ungläubigen.
Lk 12,47 Jener Knecht aber, der den Willen seines Herrn wußte und sich nicht bereitet, noch nach seinem Willen getan hat, wird mit vielen geschlagen werden;
Lk 12,48 wer ihn aber nicht wußte, aber getan hat, was der Schläge wert ist, wird mit wenigen geschlagen werden. Jedem aber, dem viel gegeben ist - viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.


Waren Jesu erste Gleichnisse allgemein gehalten, so bezieht er sich jetzt auf Anfrage des Petrus auf die geistlichen Leiter, die Apostel, Priester, Bischöfe, etc.. Auch sie warten auf die Rückkehr Gottes. Ihnen ist viel anvertraut und ihre Verantwortung für die Menschen ist dementsprechend groß. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht nur auf die persönliche Vorbereitung für die Wiederkunft Jesu. Sie sollen den Menschen in der Zwischenzeit Speise geben und sie versorgen mit dem, was sie brauchen. Und wenn sie sich liebevoll um die ihnen Anvertrauten kümmert, wird Gott ihnen alles anvertrauen. Gott sieht die Arbeit, die Mühen und die Hingabe, mit der sich viele geistliche Leiter für ihre Gemeinde einsetzen.

Aber Jesu Blick reicht weiter. Er sieht auch, dass manche Stellvertreter Christi auf Erden Jesus abschreiben, glauben, erstmal selbst ihre Macht ausspielen zu können, da Jesus ja noch lange nicht kommt. Er sieht Kirchenführer, die selbst ihre Glaubensbrüder und Schwestern schlagen, sich bereichern, prassen und berauschen. Diese Worte passen vielleicht noch nicht auf Petrus, aber viele beriefen sich nachher auf ihn, um im Namen Gottes Rom in ein Sodom zu verwandeln, Ablasshandel zu betreiben, Kritiker als Ketzer ermorden zu lassen, zu saufen, zu huren und zu prassen, sich von den Armen Paläste bauen und verehren zu lassen, als wären sie selbst Gott – in der Hoffnung, Gott käme so schnell nicht wieder. Doch sie sind gestorben und Jesus verspricht ihnen, sie zu vernichten. Sie wussten was sie tun und vor allem wen sie damit durch den Dreck ziehen.

Christen sind keine besseren Menschen – trotzdem erwartet selbst Gott, dass wir Vorbilder sind. Wer nicht weiß, was richtig und falsch ist, der wird leicht Fehler machen. Aber wer es weiß, der sollte sich auch daran halten. Jesu Antwort war sicher nicht das, was Petrus hören wollte, aber es war das, was er und seine Nachfolger wissen müssen.

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