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JesusLEBT-Andacht
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Lk 11,47 Weh euch! Denn ihr baut den Propheten Grabmäler; eure
Väter aber haben sie getötet.
Lk 11,48 So bezeugt ihr und billigt die Taten eurer Väter; denn
sie haben sie getötet; und ihr baut ihnen Grabmäler!
Lk 11,49 Darum spricht die Weisheit Gottes: Ich will Propheten und
Apostel zu ihnen senden, und einige von ihnen werden sie töten und
verfolgen,
Lk 11,50 damit gefordert werde von diesem Geschlecht das Blut aller
Propheten, das vergossen ist seit Erschaffung der Welt,
Lk 11,51 von Abels Blut an bis hin zum Blut des Secharja, der umkam
zwischen Altar und Tempel. Ja, ich sage euch: Es wird gefordert werden
von diesem Geschlecht.
Lk 11,52 Weh euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel
der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen und habt
auch denen gewehrt, die hinein wollten.
Jesus bringt es in aller Härte auf den Punkt. Die wirklichen Feinde
Gottes kommen nicht mit umgedrehtem Kreuz und Satansgruß daher, sondern
in frommen Gewändern und mit erhobener Bibel. Erinnern wir uns: Der
Teufel argumentiert mit der Bibel, er gibt sich fromm als Engel des Lichts.
Und auch seine besten Mitarbeiter bedienen sich dieser Methode. Dann wird
von der Kanzel zum heiligen Krieg, zur Inquisition oder zur Ausrottung
der Täuferbewegung aufgerufen, im Namen des dreieinigen Gottes. Jesus
Tod wurde nicht von bekennenden Satanisten, von Heiden oder Anarchisten
gefordert, sondern im Namen Gottes. Stephanus, der erste Märtyrer
wurde von religiösen Zeitgenossen ermordet, denen seine Kritik nicht
passte. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen (Johanna von Orleans,
Thomas Münzer, ...), und das, obwohl unzählige Namen in Vergessenheit
gerieten.
Die Methode ist nicht neu, wie Jesus hier in aller Deutlichkeit aufzeigt.
Die Feinde Gottes sitzen in allen Kirchen und Gemeinschaften und da es
kein christliches "Copyright" gibt, können sie ungehindert vereiteln
und vergiften. Hier wird der Schlüssel weggenommen, und Menschen suchen
in Kirchen, Gemeinden und Versammlungen verzweifelt nach Gott, der dort
längst nicht mehr zu finden ist. Deshalb ist es um so wichtiger, Menschen
zu ermutigen nicht aufzugeben, sich nicht abwimmeln zu lassen. Die Menschen
müssen direkt zu Jesus, und wenn dafür unsere "christlichen"
Traditionen, Gewohnheiten, frommen Überzeugungen oder das ein oder
andere reformatorische Idol demontiert werden muß. Die Schriftgelehrten
und Pharisäer sind von den Strukturen abhängig, die sie autorisieren.
Es war immer wieder in der Kirchengeschichte nötig, Mauern einzureißen
um wieder den Zugang zu Jesus zu haben und um falsche Propheten zu entmachten
und zu entlarven. Es ist ein fortwährender Prozess, denn erst am Ende
wird die Spreu vom Weizen getrennt.
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