Lk 10,5 Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem
Hause!
Lk 10,6 Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird euer Friede
auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird sich euer Friede wieder zu euch
wenden.
Lk 10,7 In demselben Haus aber bleibt, eßt und trinkt, was man
euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von
einem Haus zum andern gehen.
Shalom, Friede sei mit diesem Haus. Jesu Jünger sollten während
ihrer Mission niemanden grüßen. Aber hier geht es nicht um Grußfloskeln,
sondern um die Botschaft selbst, um derentwillen sie ausgesandt werden.
Ihre Botschaft ist eine Botschaft des Friedens. Und dieser Friede ist keine
abstrakte Idee oder nur die Abwesenheit von Krieg, sie ist eine Geborgenheit
in und ein Versöhntsein mit Gott. Dieser Frieden ruht auf den Jüngern.
Sie reden nicht nur über diesen Frieden, sie bringen ihn gleich in
ihrer Person sichtbar mit. Und wer diese Hand der Versöhnung, die
Gott entgegenstreckt, annimmt, der erfährt selbst diesen Frieden,
den die Jünger haben. Wird auf diese Hand geschlagen, so geht der
Friede nicht verloren. Er wandelt sich nicht in Haß und Krieg. Es
ist das besondere an Gottes Frieden, daß er bleibt, auch wenn er
auf Widerstand, Haß und Krieg trifft. Wer Gottes Liebe weiterträgt,
weil sie ihn erfüllt, der wird auch lieben, wo ihm Ablehnung entgegenschlägt.
Wer in Gott geborgen ist, wird weiter lieben und ein Bote des Friedens
bleiben.
Dort, wo man diesen Frieden sucht, dort sollen die Jünger bleiben.
Sie sollen das, was sie tun, auch nicht zu gering einschätzen. Sie
sind Boten Gottes und das was man ihnen gibt ist ihre Arbeit allemal wert.
Mission ist keine Freizeitbeschäftigung, auch wenn die meisten damit
nicht ihr Geld verdienen. Der Einsatz für Gottes Reich ist kein Lückenfüller,
wenn gerade nichts "Wichtigeres" ansteht. Er ist wichtiger als der Beruf
und wenn man arbeitet um zu leben, so ist die Arbeit, die dem Leben dient
mehr wert, als die für das Geld.
Diese Arbeit hat nichts Flüchtiges. Man setzt hinter Menschen
kein "Erledigt-Häkchen". Die Aufforderung Jesu, bei den Menschen die
sie aufgenommen haben zu bleiben, wird oft verstanden als Verbot, sich
die Rosinen herauszupicken und sich immer das Haus mit den größten
Annehmlichkeiten zu suchen. Doch es besteht auch eine Gefahr darin, Menschen
vorschnell im Stich zu lassen, die ja "schon gerettet" sind. Wenn es stimmt,
daß Menschen sozusagen neu geboren werden, dann leben sie zwar, aber
sie brauchen noch sehr viel Fürsorge. Ein Säugling, der liegengelassen
wird, stirbt unweigerlich. Das Friedensangebot Gottes ist keine Eintagsfliege.
Bleibt bei den Menschen und laßt sie spüren, Gott meint es ernst.
Er nimmt sich Zeit für Dich.
zur Andacht der letzten Woche
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