Lk 5,12 Und es geschah, als er in einer der Städte war, siehe,
da war ein Mann voller Aussatz; und als er Jesus sah, fiel er auf sein
Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich
reinigen.
Lk 5,13 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach:
Ich will. Sei gereinigt! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
Lk 5,14 Und er gebot ihm, es niemand zu sagen: Geh aber hin und zeige
dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten
hat, ihnen zum Zeugnis!
Aussatz, das war das soziale Todesurteil unter den Juden. Krankheiten
dieser Art wurden oft als Strafe Gottes für begangene Sünden
gesehen. Aussätzige hatten nicht nur unter ihrer Krankheit zu leiden.
Sie galten als unrein und durften deshalb nicht am gesellschaftlichen Leben
teilnehmen. Der Aussätzige bittet Jesus deshalb nicht, ihn zu heilen,
sondern ihn zu reinigen. Aussätzige wohnten außerhalb von Siedlungen
in Slums, sie mußten Herannahende warnen und wurden von jedermann
gemieden.
Der hier beschriebene Mann war in einem besonders hoffnungslosen Zustand.
"Voller Aussatz", im Urtext "pleres lepras" beschreibt die Lepra im Endstadium.
Der Kranke ist derart von der Lepra zerfressen, daß er normalerweise
bald sterben würde.
Jesus tut das, was damals für einen frommen Juden undenkbar wäre.
Er faßt einen Aussätzigen an. Wieder redet Jesus in der Autorität
Gottes: "Ich will. Sei gereinigt!" Keine Behandlung, kein Kult und kein
Ritus, sondern ein Befehl - wie bei der Schöpfung. Er weist den Geheilten
an, nicht von seiner Heilung zu erzählen. Seine Aufgabe war es nicht,
primär Kranke zu heilen. Jesus war gekommen, die Menschen mit Gott
zu versöhnen. Das nur er das kann, wurde dem Priester demonstriert.
Während dieser nur feststellen konnte, ob jemand rein oder unrein
ist, konnte Jesus reinigen. Jesus steht dabei nicht in Konkurrenz zu den
Gesetzen der Juden. Ausdrücklich verweist er den Geheilten auf seine
Pflicht dem Gesetz gegenüber.
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