Lk 4,31 Und er kam nach Kapernaum hinab, einer Stadt in Galiläa,
und lehrte sie an den Sabbaten.
Lk 4,32 Und sie erstaunten sehr über seine Lehre, denn sein Wort
war mit Vollmacht.
Lk 4,33 Und es war in der Synagoge ein Mensch, der einen Geist eines
unreinen Dämons hatte, und er schrie auf mit lauter Stimme
Lk 4,34 und sprach: Ach, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus,
Nazarener? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist:
der Heilige Gottes.
Lk 4,35 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus
von ihm! Und als der Dämon ihn mitten unter sie geworfen hatte, fuhr
er von ihm aus, ohne ihm Schaden zu tun.
Lk 4,36 Und Entsetzen kam über alle, und sie redeten untereinander
und sprachen: Was ist dies für ein Wort? Denn mit Vollmacht und Kraft
gebietet er den unreinen Geistern, und sie fahren aus.
Lk 4,37 Und die Kunde von ihm ging hinaus in jeden Ort der Umgegend.
Wieder predigt Jesus in einer Synagoge - diesmal in Kapernaum. Und wieder
sind die Menschen erstaunt über die Vollmacht seiner Lehre. Sie kennen
ihn noch nicht. Sie haben ihn noch nicht in eine Schublade gesteckt.
Unter den Besuchern ist ein Besessener. Daß er trotzdem in die
Synagoge gelassen wurde zeigt, daß diese Besessenheit nicht für
jeden ersichtlich war. Manch einer glaubt heute, daß es keine dämonisch
besetzten Menschen gibt. Früher wurde der Fehler begangen, hinter
jeder Abweichung von gewohnten Verhaltensmustern immer gleich böse
Geister und Dämonen zu sehen. Heute tendiert man dazu, jedes Problem
psychologisch zu deuten. Es ist die Gabe eines guten Seelsorgers zu erkennen,
ob ein Mensch unter Neurosen oder unter Dämonen leidet.
In der Gegenwart Jesu hält es der Dämon nicht aus. Er gebraucht
den Menschen, den er versklavt hat, um sich Gehör zu verschaffen.
Der Mensch schreit auf. Jesus befielt dem Dämon zu verstummen und
auszufahren und der Dämon gehorcht.
Im Volk Israel gab es auch Exorzisten. Die Befreiung eines Menschen
von Dämonen war ein harter, oft erfolgloser Kampf. Die Dämonen
sind mächtig. Sie versklaven Menschen und diese Menschen haben aus
sich heraus keine Chance sich zu wehren. Und da kommt Jesus und befiehlt
dem Dämon mal eben zu schweigen und zu gehen und der Dämon gehorcht.
Er gehorcht nicht freiwillig, sonder weil er gehorchen muß. Er wirft
den Menschen mitten unter die Versammlung, aber er kann ihm keinen Schaden
mehr zufügen. Die Kontrolle ist ihm entzogen.
Wir fühlen uns oft stark und glauben alles im Griff zu haben.
Manchmal kommen dann Zeiten, in denen wir merken, daß wir das Leben
eben nicht unter Kontrolle haben. Wir werden vom "Schicksal" hin und hergeworfen.
Wer sich in dieser realen Not in Aberglauben, Wahrsagerei, Zauberei oder
anderen okkulten Praktiken übt, läuft direkt ins offene Messer.
Diese unsichtbare Wirklichkeit hat tatsächlich große Macht,
aber sie hat kein Interesse an unserem Wohlergehen. Nur in Jesus finden
wir ehrliche Hilfe. Er ist stärker als alle Mächte der sichtbaren
und unsichtbaren Welt. Er ist gekommen um uns zu befreien. Diese Kunde
sollte auch heute hinausgehen in jeden Ort.
zur Andacht der letzten Woche
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